Eschweiler - Baustellen der Telekom: Anwohner ärgern sich über Flickenteppich

Baustellen der Telekom: Anwohner ärgern sich über Flickenteppich

Von: Patrick Nowicki
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Schnelles Surfen und Stolperfallen: Während die Stadt den Breitbandausbau anpreist, sind zahlreiche Baustellen noch nicht ordentlich beseitigt. Foto: privat/Patrick Nowicki

Eschweiler. Mit einem großen Briomborium kündigten Stadtverwaltung und Deutsche Telekom die Internetneuzeit in Eschweiler an. Flächendeckend – mit wenigen Ausnahmen – soll man mit Geschwindigkeiten im Internet surfen können, von denen andere Städte noch träumen. Doch schon wenige Wochen nach dem vollmundigen Start sind einige Bürger enttäuscht.

Sie können nicht auf schnelle Leitungen zugreifen. Jetzt droht neuer Ärger: Dort, wo die Straßen und Gehwege für die neuen Kabel aufgerissen werden mussten, bleibt an manchen Stellen ein Flickwerk zurück.

Noch im September verkündete der Technische Beigeordnete der Stadt, Hermann Gödde, dass „vernünftige Firmen am Werk“ seien. Bei Hinweisen seien „die Kollegen dann sofort vor Ort gewesen und prüften die Beschwerden“. Nun melden sich die ersten Anwohner und beklagen: defekte Bordsteine, lockere Pflaster, unsaubere Verarbeitung. An manchen Stellen sind die Arbeiten offensichtlich nicht abgeschlossen. Aber seit Monaten wurde dort kein Arbeiter mehr gesehen.

Offener Brief

In einem offenen Brief wandte sich nun der ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende Franz-Josef Dittrich an den Telekommunikationsriesen. Mit mehreren Fotos unterstreicht er seinen Vorwurf: „Schnelles Internet durch die Telekom ist gut und wird vermarktet. Schnelles Wiederherstellen scheint bei einem Weltkonzern nicht auf der Tagesordnung zu stehen.“

Seine Beispiele und weitere zeigen: Es besteht Handlungsbedarf. Wer als Fußgänger die Marienstraße entlanggeht, wird schnell die lockeren Pflastersteine in Höhe des Hauses 32 spüren, die sich beim nächsten Winter in gefährliche Stolperfallen verwandeln können. An der Gartenstraße wurden die Bordsteine erheblich beschädigt. Ein Anwohner dort hat sich bereits beschwert.

Auch in der unmittelbaren Innenstadt sind die Spuren der Arbeiten noch nicht beseitigt. Als die Fußgängerzone erst vor wenigen Jahren saniert wurde, war die einheitliche Gestaltung der Innenstadt ein Muss. An der Ecke Graben- und Dürener Straße wurden die Pflastersteine allerdings losgelöst vom Farbmuster eingearbeitet. In der Grabenstraße wurden die hochwertigen „Montogranito-Platten“ gegen deutlich billigere Betonplatten ausgetauscht. Zurück bleibt ein Flickenteppich. Nicht nur Franz-Josef Dittrich schüttelt darüber den Kopf.

Der Technische Beigeordnete der Stadt, Hermann Gödde, beschwichtigt: In der Fußgängerzone handelt es sich um Provisorien. Da der spezielle Stein nicht vorrätig sei, habe man eine größere Menge bestellt. „Diese ist nun gebrannt und muss austrocknen“, sagt Gödde. Anschließend könne man mit dem Austausch beginnen. Es wurde eine größere Anzahl geordert, damit der Stein für spätere Arbeiten in der Innenstadt bei den Wirtschaftsbetrieben Eschweiler vorliegt. Die Kosten für den Austausch der Steine an den Telekom-Baustellen übernehme selbstverständlich der Bonner Telekomunikationskonzern, betont Gödde.

Mängel sollen beseitigt werden

Auch die Mängel an anderen Stellen seien der Verwaltung aufgefallen und werden beseitigt. Allerdings weist der Technische Beigeordnete darauf hin, dass nicht immer die Telekom Verursacherin sei. Es seien auch andere Versorgungsunternehmen derzeit unterwegs und erneuern Leitungen.

André Hofmann, Sprecher der Deutschen Telekom, nimmt zu den Vorwürfen der Anwohner Stellung: „Es ist natürlich selbstverständlich, dass wir die Oberfläche wieder so herstellen, wie sie war.“ Allerdings schränkt er ein, dass nicht jede Ausgestaltung erneuert werden müsse. „Es ist unter bestimmten Umständen auch eine vergleichbare Oberfläche möglich“, sagt er. Wie die Arbeiten nachher auszusehen haben, geschehe jedoch immer in Abstimmung mit der jeweiligen Stadtverwaltung. Das Tiefbauamt der jeweiligen Kommune nehme die Baustellen auch ab.

Nach Aussage von Gödde sei dies an vielen Orten noch nicht geschehen. „Wir haben derzeit so viele Baustellen, dass wir sie der Reihe nach abarbeiten werden“, teilt der Beigeordnete mit. Man werde jedoch Wert darauf legen, dass die Baustellen ordnungsgemäß beendet werden. Dies gelte auch für die Telekom.

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