Baum hebelt Euregiobahn von den Gleisen

Von: Patrick Nowicki
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Ein entwurzelter Baum hat im Eschweiler Stadtteil Aue dafür gesorgt, dass ein Zug der Euregiobahn aus den Schienen gesprungen ist. Foto: Patrick Nowicki
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Ein entwurzelter Baum hat im Eschweiler Stadtteil Aue dafür gesorgt, dass ein Zug der Euregiobahn aus den Schienen gesprungen ist. Foto: Patrick Nowicki
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Ein entwurzelter Baum hatte die Gleise blockiert. Foto: Patrick Nowicki
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Die angerückten Rettungskräfte begannen schnell mit der Bergung des verunglückten Zuges. Foto: Patrick Nowicki
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Die angerückten Rettungskräfte begannen schnell mit der Bergung des verunglückten Zuges. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Am Mittwoch ging bis 17.13 Uhr nichts mehr auf der Euregiobahnstrecke Stolberg-Langerwehe. Am frühen Morgen war ein Baum vom Propsteier Wald kurz hinter der Dreibogenbrücke auf die Gleise gestürzt und ließ einen Doppel-Talent um 4.52 Uhr entgleisen.

Die zwei Fahrgäste blieben ebenso unverletzt wie der 39 Jahre alte Zugführer. Allerdings war danach die Verbindung der Euregiobahn in beide Richtungen für Stunden gekappt.

Böschung aufgeweicht

Was zunächst wie ein Routineeinsatz aussah, entpuppte sich als schwieriges Unterfangen. Denn der Dauerregen hatte die Böschung am Gleisbett stark aufgeweicht. So drohten weitere Bäume zu kippen und auf die Gleise zu fallen. Zudem war ein Teil des Geländes unterspült.

Also wurden gleich mehrere Behörden eingeschaltet, um die Gefahr zu beseitigen, aber auch die Strecke wieder für den Verkehr freizuräumen. Mehrere Bäume wurden am Mittwoch am Prosteier Wald gefällt, auch der Wasserverband Eifel-Rur untersuchte einen kleinen Bach, der an der Alten Försterei Richtung Strecke fließt, dort in ein Rohr mündet und schließlich in die Inde geleitet wird.

Ein Hilfszug der DB Regio, die auch die Euregiobahn betreibt, war erforderlich, um die Zugmaschine wieder auf die Gleise zu heben. Die vorderste Achse befand sich daneben, unter etwa zehn Tonnen Gewicht waren Äste und der Stamm des Baumes eingekeilt. Mit Spezialgeräten ging der Aachener Hilfstrupp der DB Regio zu Werke. Zunächst hievte man den Talent hydraulisch in die Höhe und bockte ihn auf. Mit einer speziellen Stahlschiene und hydraulisch betriebenen Rollwagen brachte man das Fahrzeug in Millimeterarbeit zurück in die Spur. Immer wieder musste Holz entfernt werden. Ungewissheit herrschte auch darüber, wie stark das Fahrzeug beschädigt ist. Sollte es nämlich nicht mehr selbstständig fahren können, dann hätte er abgeschleppt werden müssen.

Doch diese Befürchtung bestätigte sich nicht: Nach fünfeinhalb Stunden rollten die beiden aneinandergekoppelten Talent-Züge zum ehemaligen Bahnhof Aue. Von dort aus ging es weiter in die Werkstatt. Über die Höhe des Schadens konnte am Mittwoch noch niemand Angaben machen. Während der Arbeiten und der Sperrung des Gleises bot die DB Regio einen Schienenersatzverkehr an, der sämtliche Haltestellen zwischen Stolberg und Langerwehe anfuhr.

Dass Mittwochmorgen nichts Schlimmeres passierte, ist dem Umstand zu verdanken, dass der erste Zug am Morgen nur wenige Fahrgäste transportierte. Zudem waren zwei Maschinen aneinandergekoppelt, die von Aachen aus bis Weisweiler durchrollen sollten. Dort sollten sie sich trennen, der eine Zug nach Langerwehe fahren, der andere Talent die Rückfahrt Richtung Stolberg antreten.

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