Alsdorf - „Bauern-Glatteis”: Rübenschnitzel lösen Großeinsatz aus

„Bauern-Glatteis”: Rübenschnitzel lösen Großeinsatz aus

Von: Stephan Mohne
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Stück für Stück im Kampf gegen die Rübenschnitzel: Die Alsdorfer Feuerwehr war am Dienstagabend stundenlang im Einsatz, weil ein landwirtschaftlicher Transporter einen Teil seiner Ladung verloren hatte. Die L240 musste stundenlang gesperrt werden. Ein Motorradfahrer stürze auf der spiegelglatten Fahrbahn. Foto: Ralf Roeger

Alsdorf. „Es ist spiegelglatt”, stellte Peter Adenau fest. Da waren der Alsdorfer Feuerwehrchef und seine Leute gerade mitten im Großeinsatz. Ein verfrühter Wintereinbruch war es jedoch nicht. Vielmehr waren es haufenweise Rübenschnitzel, die den Feuerwehrleuten wie auch der Polizei das Leben am Dienstag bis zum späten Abend das Leben schwer machten.

Mehr als 50 Feuerwehrleute waren stundenlang im Einsatz. Begonnen haben muss das Malheur laut Polizeihauptkommissar Walter Beginen von der Leitstelle kurz nach 19 Uhr.

Zu dieser Zeit war ein mit besagten Rübenschnitzeln beladener landwirtschaftlicher Lastzug von Aldenhoven aus auf der L136 in Richtung Alsdorf unterwegs. Am Kreisverkehr an der Konrad-Zuse-Straße verlor er nach ersten Erkenntnissen erstmals einen Teil seiner Ladung - und dann immer wieder auf einer Strecke von mehreren Kilometern Länge bis zur Hoengener Straße.

Das hatte fatale Folgen: Die Landstraße zwischen Alsdorf und Eschweiler musste zunächst in Richtung Alsdorf gesperrt werden. Doch damit war es nicht getan. Weil sich die Schnitzel kaum von der Fahrbahn lösen ließen, wurde schließlich die komplette L240 gesperrt.

Den ganzen Abend über ging - oder besser fuhr - dort rein gar nichts mehr. Angefordert wurden auch Kehrmaschinen. Doch das hatte keinen Zweck: „Die Kehrmaschinen bringen hier nichts”, berichtete Adenau gegenüber unserer Zeitung vom Einsatzort.

Mithin mussten seine Leute mit etlichen „Rohren” und Hochdruck versuchen, die Biomasse vom Asphalt zu „kratzen”. Das funktionierte soweit auch, aber eben nur Stückchen für Stückchen - angesichts der Länge der verunreinigten Strecke eine wahre Sisyphusarbeit.

Und auch für die Verkehrsteilnehmer blieb das Rübendesaster nicht ganz ohne Folgen. Kurz vor 20 Uhr meldete sich bei der Polizei ein Zweiradfahrer. Er war im Kreisverkehr an der Konrad-Zuse-Straße gestürzt und mutmaßte, eine Ölspur könnte die Ursache sein. Wer kommt auch schon auf Rübenschnitzel? Der Fahrer blieb zum Glück unverletzt, aber sein Fahrzeug nahm Schaden.

Die Polizei sucht unterdessen nach dem Verursacher für den Großeinsatz. Dieser blieb nämlich Dienstagabend unbekannt. Zeugen werden nun gesucht. Sie sollen sich beim zuständigen Verkehrskommissariat unter Telefon 0241-95770 melden. Die Sperrungen konnten erst kurz nach 22.30 Uhr weitgehend aufgehoben werden.
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