Bauern ernten am Bushof Asphalt

Von: Andreas Gabbert
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Das ist eine gute Ernte: Landwirt Hubert Mock und seine Kollegen transportieren das Fräsgut von der Baustelle an der Indestraße ab. Mit dem geschrederten Asphalt setzen sie die Wirtschaftswege rund um Eschweiler instand. Foto: Andreas Gabbert

Eschweiler. Ein Traktor nach dem anderen zwängt sich mit seinem Hänger durch den Verkehr und fährt am Bushof an der Indestraße vor, um zu „ernten” - keinen Weizen und auch keine Gerste, sondern Asphalt.

Mittendrin steht Hubert Mock, der Vorsitzende der Ortsstelle Eschweiler, dem Zusammenschluss der Ortsbauernschaften. Er koordiniert die „Ernte” und weist die ankommenden Fahrzeuge ein.

Immer wieder greift der Mann mit den dunklen Haaren und dem Oberlippenbart zum Telefon, er hält die Zügel in der Hand und bestimmt, wer wann an der Reihe ist.

Die Sanierungsarbeiten an der Kreuzung Indestraße/Langwahn haben in dieser Woche begonnen und schon so manchen Autofahrer zur Weissglut getrieben. Doch Mock sieht vor allem die positiven Seiten der Baumaßnahme.

700 Tonnen

Ein blaues Ungetüm, eine Fräsmaschine, frisst sich durch den Asphalt. Zentimeter für Zentimeter schiebt es sich vorwärts, während die Indestraße Stück für Stück in seinem Maul verschwindet. Das Monstrum zerkleinert den Asphalt und spuckt ihn gleich wieder aus.

Das sogenannte Fräsgut landet in den Karren der Landwirte und wird zu den Wirtschaftswegen im Kreis Eschweiler transportiert, um diese instandzusetzen und Schäden auszubessern. „Sonst würden viele Steuergroschen in die Entsorgung fließen, und wir können das Zeug gut gebrauchen”, sagt Mock.

Die Stadt Eschweiler stellt den Landwirten jährlich ein Kontingent zur Verfügung, mit dem die Wirtschaftswege ausgebessert werden können. Das wird über die Grundsteuer finanziert. Aufgrund der Schäden durch den harten Winter haben die Landwirte das Kontigent aber schon aufgebraucht. Um so willkommener ist das Fräsgut von der Indestraße.

„Das wird nachher wieder richtig hart”, sagt Mock. Rund 700 Tonnen des Fräsgutes kommen im ersten Bauabschnitt zusammen, wenn die Maschine die Straße um 30 Zentimeter abgetragen hat. „Das fahren wir heute noch alles weg”, sagt Mock.

Zehn Traktoren sind im Pendelverkehr unterwegs. Kaum hat einer voll beladen die Baustelle verlassen, steht schon der nächste bereit. Einige warten auch auf dem Bushof auf ihren Einsatz.

Weiter auf der Gegenfahrbahn

Der erste Bauabschnitt soll in zwei Wochen fertig sein, dann geht es auf der Gegenfahrbahn weiter, anschließend ist der Kreuzungsbereich dran.

Für die Bauarbeiter ist das kein einfacher Job, den ganzen Tag schufften sie in der prallen Sonne. „Da hilft nur viel zu trinken, es muss ja gebaut werden”, sagt Ingo Maihofer vom Landesbetrieb Straßenbau.

Richtig heiß wird es für ihn und seine Kollegen am Ende der nächsten Woche: „Interessant wird es, wenn der neue Asphalt kommt, dann haben wir über 30 Grad von oben und 180 von unten.”

Der Grund für die umfangreichen Sanierungsarbeiten liege in der Abstufung von der Bundes- zur landstraße, erklärt Maihofer. Das sei wie bei einem Mieterwechsel auf dem Wohnungsmarkt. Dann müsse der Vormieter die Wohnung schließlich auch wieder renoviert übergeben. Bezahlt werde die Maßnahme mit Mitteln aus dem Bundeshaushalt.

Der Bagger kommt

Am Montag rückt nun der Bagger an, um weitere Ausschachtungsarbeiten vorzunehmen.

Dann wird der Frostschutz erneuert. Das sind Schichten unter der Straße mit unterschiedlicher Körnung, die verhindern, das der Frost bis an die Oberfläche dringt und die Straße aufplatzen lässt.

Mit dem Abschluss der Sanierung ist am Ende der Sommerferien zu rechnen. „Wenn nichts dazwischen kommt, hoffen wir in den Ferien fertig zu werden”, sagt Maihofer.

Mock und die anderen Landwirte rücken in zwei Wochen wieder an, wenn die Arbeiten am zweiten Abschnitt beginnen. „Dann ernten wir nochmal 1000 Tonnen Asphalt.”
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