Bauarbeiten: Bahn fordert ihren Kunden einiges an Geduld ab

Von: Rudolf Müller
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So wie hier vor einiger Zeit in Eschweiler dürfte es in Kürze auch am Stolberger Hauptbahnhof aussehen: Die Bahn muss viereinhalb Kilometer Gleise samt Unterbau erneuern. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Auch wenn die Bahn das Gegenteil behauptet: Dass der DB-Schienenverkehr seine Fahrgäste störungs- und verspätungsfrei von A nach B bringt, das würden wohl nur die wenigsten Bahnkunden unterschreiben. Viele sind Kummer gewohnt. Wers bisher nicht ist, der muss es nun lernen.

Bis Ende Juni, so sagen Bahnsprecher vorher, wird es im Nahverkehr auf der Strecke Aachen-Stolberg-Eschweiler zu Beeinträchtigungen kommen, wie sie bisher kaum dagewesen sind. Zugausfälle, Verspätungen, Wartezeiten, Ersatzbusse ...

Den Mitarbeitern an den Beschwerdetelefonen der Bahn stehen heiße Monate bevor. Der Grund: Umfangreiche Bauarbeiten im Bereich des Stolberger Hauptbahnhofs sowie auf der Strecke zwischen Stolberg und Aachen-Rothe Erde.

Oberleitungen und Gleise

Im Bahnhofsbereich erneuert die Euregio-Verkehrsschienennetz-Gmbh (EVS) die Oberleitungen: Um eine klare Schnittstelle bei Instandhaltungs- und Entstörungsarbeiten zu bekommen, muss das EVS-Netz von dem der Deutschen Bahn AG getrennt werden. Dies ist auch Voraussetzung für den noch für diesen Jahr geplanten Bau der Ringbahn Alsdorf-Stolberg.

„Hierfür müssen die bestehende Quertragwerke, die die Gleise 1 bis 104 in einer Gesamtbreite von maximal 60 Metern überspannen, aufgelöst und auf Einzelmastaufhängung umgebaut werden”, erläutert Christian Hartrampf, Technischer Geschäftsführer der EVS. Dazu müssen 55 neue Masten und Fundamente errichtet und rund zwölf Kilometer Oberleitung erneuert werden.

Bereits im Januar hat ein Spezialunternehmen mit den Arbeiten begonnen - bisher verliefen sie ohne größere Beeinträchtigungen des Verkehrs. Das wird in den kommenden Monaten bis Ende Juni anders sein. Rund vier Millionen Euro investiert EVS in das Projekt.

Wieviel die Bahn auf dem Abschnitt Stolberg-Aachen/Rothe Erde für neue Gleise ausgibt, wusste deren Sprecher Jürgen Kugelmann am Mittwoch gar nicht zu beziffern. Fakt ist: Allein in Richtung Aachen müssen 4341 Meter Gleise ersetzt und 7300 Schwellen erneuert werden. Dabei werden 5000 Kubikmeter Unterbau und 5300 Kubikmeter Schotter ausgetauscht und 4800 Kubikmeter Geotextil zur Verfestigung des Untergrunds eingebaut.

In Gegenrichtung ist man bescheidener: 243 Meter neue Gleise erfordern 400 neue Schwellen, 800 Kubikmeter Unterbau, 600 Kubikmeter Schotter und 2200 Kubikmeter Geotextil.

„Die Beeinträchtigungen sind schon enorm”, weiß DB-regio-Sprecher Franz Werfens und meint damit vor allem den Nahverkehr. Wichtig für alle Fahrgäste sei es daher, sich rechtzeitig über die Änderungen zu informieren und mehr Reisezeit einzuplanen.
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