Barbaraschule Pumpe/Stich: Trost durch helfende Hände

Von: tim
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„Willst du meine Hände haben?“ Stefanie Radermacher zeigt den Kindern der Barbaraschule, wie sie mit Berührungen helfen können. Foto: T. Müller

Eschweiler. „As compassion grows up, violence goes down“, zu Deutsch: „So wie Mitgefühl wächst, reduziert sich die Gewalt.“ Diese Erkenntnis hatte Dr. John E. Upledger, ein Arzt aus den Vereinigten Staaten, bereits in den frühen 90er Jahren, als sich dort in Schulen und sogar in Kindergärten eine immer größer werdende Gewaltbereitschaft und wachsende Aggressivität bei den Kindern feststellen ließ.

Daraus entwickelte der Mediziner das Programm der „Helping Hands“, der „helfenden Hände“. Ziel des Programms, das sich an Schüler im Grundschulalter richtet, ist es, ihre Empathie und somit ihr Sozialverhalten zu verbessern.

Die Idee dahinter ist, dass die Kinder entdecken, wie sie durch sanfte Berührung in ihrer Umgebung etwas Gutes bewirken können. So auch die Jungen und Mädchen der Barbaraschule Pumpe/Stich, die vergangene Woche Besuch von der Physiotherapeutin Stefanie Radermacher bekamen.

Doch Radermacher kam nicht allein, sondern hatte noch eine Handpuppe namens Linda dabei. Nach einer Vorstellungsrunde berichtete die Therapeutin den Kindern von ihrem Ausflug ins Disneyland, und von ihrer Enttäuschung, dass gerade Micky Maus zur Zeit ihres Besuchs nicht da war. „Wart ihr auch schon einmal enttäuscht?“, fragte Radermacher die Schüler, und entlockte den Kindern eigene Geschichten.

An Erlebnisse erinnert

„Ich konnte nicht auf den Geburtstag meines besten Freundes“, erzählt ein Junge. Schnell erzählen die Kinder auch von kleineren Verletzungen, die sie sich während des Spielens zuzogen. So berichtet ein Mädchen von einem erst kürzlich aufgescheuerten Knie. Vorsichtig fragt Radermacher ob sie ihre „helfenden Hände“ haben möchte, und erklärt, dass man sich gegenseitig mit Berührungen unterstützen kann.

Das Mädchen willigt ein, und schon legt die Puppe Linda ihre Hände auf das Knie des Mädchens. „Wie fühlt sich das an?“, möchte die Therapeutin wissen. „Schön“, antwortet die Schülerin. „Danke, dass ich dir helfen durfte“, entgegnet Radermacher.

Nun sollen die Kinder das neu erlernte aneinander ausprobieren. „Doch eins ist ganz wichtig“, sagt die Physiotherapeutin: „Ihr müsst immer erst bei eurem Gegenüber um Erlaubnis fragen. Wenn jemand nicht berührt werden möchte, müssen wir das respektieren“, erklärt sie den Kindern, die schnell verstehen.

Danach lernen die Kinder noch, wie sie sich verhalten sollen, wenn sich einmal einer ihrer Freunde beim Spielen verletzt. Zuerst sollte man natürlich immer nach einem Erwachsenen Ausschau halten. Bei kleineren Unfällen helfen aber oft schon die „helping hands“.

„Die Kinder sind stolz, geholfen zu haben“, sagt Radermacher zufrieden nach dem 45-minütigen Programm, und erklärt, dass dadurch auch ihre Fähigkeit gesteigert werde, sich gefühlsmäßig besser in ihr Gegenüber hineinzuversetzen, und so auch die Gedanken und Gefühle anderer besser nachvollziehen zu können. Wichtig seien hierbei vor allem Achtsamkeit, Freiwilligkeit und die gute Absicht.

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