Bald 5400 Katholiken in Dürwiß ohne Priester

Von: Patrick Nowicki
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Die Kirche St. Bonifatius in Dürwiß: Die 5400 Seelen umfassende Gemeinde verliert bald ihren Priester. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Die 5400 Katholiken in Dürwiß stehen in Zukunft ohne Priester da. Der erkrankte Pfarrer Ralph Osnowski hat im Pfarrbrief seinen Abschied aus gesundheitlichen Gründen verkündet. Aktuell sieht das Bistum keine sofortige Neubesetzung der Priesterstelle vor.

„Derzeit gibt es Gespräche mit den Leitern der GdG-Mitte und Süd, Pfarrer Michael Datené und Pfarrer Hannokarl Weishaupt, sowie Pfarrer Dr. Karl Rainer Hennes, um die Vertretung während der Vakanz zu gewährleisten“, teilt Bistumsprecher Stefan Wieland mit. Für September ist vorgesehen, das Pastoralteam mit einem Gemeindereferenten zu ergänzen.

Bis zum Mai soll kein Gottesdienst in Dürwiß ausfallen. Die anderen Pastöre in Eschweiler helfen abwechselnd in St. Bonifatius aus. „Dies ist ihnen sehr hoch anzurechnen“, lobt der stellvertretende Kirchenvorstands-Vorsitzende Toni Wolff. In dem Gotteshaus werden dreimal in der Woche Messen gefeiert: am Donnerstag- und Samstagabend sowie am Sonntagmorgen. Engpässe können entstehen, wenn Beerdigungen hinzukommen.

Wolff nennt die Situation in der Gemeinschaft der Gemeinden Nord ein „Dilemma“: „Es gibt zu wenige Priester, was wir an dieser Stelle deutlich spüren werden.“ Eine offizielle Mitteilung des Bistums hat er noch nicht erhalten, wie es in St. Bonifatius weitergehen soll. Mit dem noch amtierenden Pastor Ralph Osnowksi steht er jedoch in engem Kontakt. Der Geistliche weilt zwar wieder im Dürwisser Pfarrhaus, ist aber nach wie vor krankgeschrieben. Es ist geplant, dass er eine andere Aufgabe im Bistum übernimmt. „Mittelfristig wird Pfarrer Osnowski aus dem Pfarrhaus in Dürwiß ausziehen“, schreibt Wieland. Dies hat Osnowski auch schon dem Pfarrgemeinderat mitgeteilt.

Die Arbeit für die Pastöre in Eschweiler wird zunehmend belastender. Vor allem im Norden drückt jetzt personell der Schuh, denn derzeit ist Pfarrer Dr. Rainer Hennes der einzige Geistliche im dortigen Pastoralteam. Der Kinzweiler Pastor betreut nach dem Tod von Josef Wienand im vergangenen Jahr auch die ehemaligen Pfarren St. Cäcilia Hehlrath und St. Silvester Lohn. In Weisweiler hilft Norbert Crampen als Subsidiar aus, arbeitet hauptberuflich jedoch als Religionslehrer in Aachen. Die Pfarradministration dort hat Hannokarl Weißhaupt inne, der auch die GdG Süd leitet.

„Dies sind alles zusätzliche Aufgaben, die die Pastöre zu ihrer eigentlichen Tätigkeit übernehmen“, sagt Toni Wolff. Dass das Pastoralteam ergänzt werden muss, steht für ihn außer Frage. Dürwiß sei mit 5400 Katholiken schließlich eine der größten ehemaligen Gemeinden in Eschweiler. Im Pastoralteam arbeitet auch Diakon Günter Schiffeler aktiv mit, im Hauptberuf ist er Polizist.

Anfang April wird Ralph Osnowski seine Tätigkeit als Priester in St. Bonifatius beenden. In der Osternachtsmesse will er sich auf eigenen Wunsch von den Gemeindemitgliedern verabschieden. Wann die Priesterstelle neu besetzt werden kann, steht in den Sternen.

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