Bahnhof Stolberg: Das Ende der Schäbigkeit?

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Tristesse pur rund um den Stolberger Hauptbahnhof. Foto: Christoph Hahn

Stolberg/Eschweiler. Kurz nach 10 Uhr am Stolberger Hauptbahnhof: Die morgendlichen Pendlerströme sind verebbt. Nur wenn gerade ein Regionalexpress mit seinen Doppelstockwaggons oder ein Dieseltriebwagen der Euregiobahn gehalten hat, belebt sich das Bild.

Taxifahrer fahren ab und an, Güterzüge rumpeln ihres Weges - ansonsten herrscht Ruhe. Wer jetzt noch hier verweilt, sieht rasch, dass das Stationsgebäude wohl seine besten Tage hinter sich hat. Oder doch nicht? Denn wie aus gut informierten Kreisen verlautete, will die am Bahnhof Stolberg-Altstadt beheimatete Firma „Euregio-Verkehrsschienennetz” (EVS) den Hauptbahnhof von dem bisherigen Besitzer DB Netz, einer Tochter der Deutschen Bahn, übernehmen.

Die EVS hat, wie zu hören ist, mit dem Gebäude große Pläne. Und nicht nur der Hauptbahnhof, das mit seinem lädierten bis heruntergekommenen Erscheinungsbild so gar nichts mit mondänen Gebäuden ähnlicher Art in den großen Städten gemein hat, soll verschönert werden. Auch das Viertel rundherum - das wünschen sich zumindest die Manager der EVS - soll künftig gepflegter wirken. Was das Eisenbahn-Infrastruktur-Unternehmen in und um den Bahnhof macht, soll auf dessen Umfeld ausstrahlen.

Der Bau hat im Lauf der Jahre schwer gelitten und wurde vom Zahn der Zeit regelrecht angefressen. Abgesehen von den Männern auf dem Stellwerk und den Rangierern ringsum gibt niemand mehr auf ihn acht. Längst sind die Fahrkartenschalter durch Automaten ersetzt worden. Ein Geschäftsmann, der in den Jahren danach Waren und Dienstleistungen zum schöneren Wohnen anbot, hat gleichfalls vor geraumer Zeit die Segel gestrichen. Eisenbahnfreunde, ihre Fahrzeuge und Exkursionen - alles verwehte Historie.

Statt dessen vegetiert der einst stolze Hauptbahnhof in Schäbigkeit dahin. Zum Hausbahnsteig, dem Gleis 43, hin wuchern Graffiti die Fassade hoch. Die Farbe platzt immer mehr ab, kaum überdeckt von den davor abgestellten Zweirädern.

Aber das soll jetzt alles anders werden, etwa ab Ende 2010, wie verlautet. Die EVS hat große Pläne: Nicht nur das zentrale Stellwerk für alle Strecken der Euregiobahn soll hier untergebracht werden - die gesamte Betriebsleitung erhält, wenn alles gut läuft, im Stolberger Hauptbahnhof ein neues Unterkommen. Vorher gibt´s ein Zwischenquartier: im Stellwerk am Bahnhof Altstadt, ungefähr ab der Zeit, zu der die roten Dieseltriebwagen von Weisweiler nach Langerwehe durchstarten.

Gelingen die Gespräche der EVS mit der DB Netz, erhält Stolberg durch den gelifteten Hauptbahnhof einen städtebaulichen Akzent von nicht zu verkennendem Reiz. Ein architektonisches Juwel blüht dann wieder auf - und, wenn alles gut läuft, das ganze Viertel mit ihm.
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