Bagger rollen an, aber das Nadelöhr bleibt

Von: Patrick Nowicki
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Ihren Umbau lassen sich Stadt und Kreis ingesamt 5,5 Millionen Euro kosten: Ende des Jahres sollen die Bagger anrollen, um Kanal und Fahrbahn von Langwahn, Röthgener Straße und Stich zu erneuern. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Die positive Nachricht vorneweg: Noch in diesem Jahr soll mit der Sanierung des Langwahns, der Röthgener Straße und des Stichs begonnen werden. Nach jahrelangem Hin und Her und einer erneuten Besichtigung gab der Kreis Aachen nun Grünes Licht.

„Der Zustand der Straße hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert”, berichtet der Leiter des Planungs- und Vermessungsamtes, Dr. Bernd Hartlich. Dadurch hatte auch der Kreis ein Einsehen - die Bagger können also anrollen.

Bei der Planung musste die Stadt allerdings einige Kröten schlucken. Zum Beispiel bei der Planung der Bahnunterführung. Die Deutsche Bahn AG zeigt keine Bereitschaft, das Nadelöhr weiter zu öffnen. Es ist im Gegenteil mit noch mehr Verkehr zu rechnen, wenn der Bahnübergang Jägerspfad geschlossen wird.

Dies soll dann passieren, wenn die Straße Ringofen fertiggestellt ist. Vor allem für Radfahrer und Fußgänger bleibt kaum Platz. Deswegen hält die Verwaltung den Kontakt zur Deutschen Bahn AG, sieht jedoch wenig Hoffnung.

Verhandlungen scheiterten

Eine ähnlich „unbefriedigende Lösung”, wie es einige Kommunalpolitiker formulierten, wird an der Einmündung der Talstraße entstehen. Dort wird ein Kreisverkehr gebaut. Unmittelbar vor dem Übergang der Regiobahn. Da Grundstücksverhandlungen dort scheiterten, wie Dr. Hartlich betont, müsse man auf eine Rechtsabbiegerspur von der Röthgener Straße in den Langwahn verzichten. Der UWG-Fraktionschef Erich Spies hält dem entgegen, dass es nie zu ernsthaften Verhandlungen gekommen sei. Dem widerspricht Dr. Hartlich zwar, er ergänzt jedoch: „Die Stadt ist verhandlungsbereit.” Der Kreisverkehr berücksichtigt wie sein Pendant an der Marienstraße die Schwerlastverkehre.

Es bleibt auch bei der geplanten Einbahnstraßenregelung für die Burgstraße, um den Knotenpunkt Odilien- und Röthgener Straße zu entlasten. Dass dadurch der Verkehr in der Bourscheidstraße zunehme, will Dr. Hartlich nicht bestreiten, jedoch nicht in dem Maße, wie einige Anwohner befürchten. Eine Verkehrsprognose hat ergeben, dass viele Fahrzeuge dann über die Gracht- und Talstraße zum Langwahn fahren.

Auch auf dem Sticher Berg scheiterte die Stadt beim Versuch, dort ein Grundstück zu kaufen. Somit fallen die geplanten Abbiegespuren zu dem dortigen Supermarkt und zum Gewerbehof Neuman weg. „Dies kann zu Rückstaus führen”, räumt Dr. Hartlich ein.

Positive Signale gibt es hingegen aus Köln, sodass die Stadt mit einem Zuschuss von der Bezirksregierung rechnen kann. Etwa eine halbe Million Euro werden von den Rhein an die Inde fließen (siehe auch Box unten). Die Anwohner müssen mit einer Kostenbeteiligung von maximal sechs Euro pro Quadratmeter Grundstück rechnen. Und mit Belastungen durch den Umbau: Erst nach zwei Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Einige Geschäftsleute hoffen deswegen, dass die Zeit unterschritten wird. Da der Umbau jedoch in Abschnitten erfolgt, wird kein Anlieger zwei Jahre lang belastet.

Die UWG stimmte übrigens im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss gegen die Sanierungspläne von Stadt und Kreis. Ihr waren die Bedenken zu gravierend.
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