Eschweiler - Bagger 282 schaufelt seit 50 Jahren im Tagebau Inden

Bagger 282 schaufelt seit 50 Jahren im Tagebau Inden

Von: Patrick Nowicki
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Horst Plath war bis zu seiner Pensionierung vor 26 Jahren viele Jahre Baggerführer. Foto: Nowicki

Eschweiler. Für Horst Plath ist die Fahrt in den Tagebau Inden eine Reise in die Vergangenheit. Der 84-Jährige war schließlich bis zu seiner Pensionierung vor 26 Jahren viele Jahre Baggerführer. Für seine Rückkehr hat der Langerweher einen guten Grund: Bagger Nummer 282 feiert seinen 50. Geburtstag.

Die vielen Stufen hinaus zur Führerkabine schafft der rüstige Rentner noch. Dort angekommen, schaut er Ronny Emonds auf die Finger. Der 32-Jährige sitzt schließlich heute auf dem Platz, den er vor 50 Jahren selbst innehatte. Platz war einer der ersten Baggerführer auf der Nummer 282. Später wurde er sogar Vorarbeiter.

Trotz seiner 50 Jahre zählt der Bagger 282 nicht zum alten Eisen. „Die Ingenieure damals haben langfristig gedacht und hervorragende Arbeit geleistet“, schwärmt Werner Koenigs, Produktionsleiter im Tagebau Inden. Großgeräte dieser Größenordnung waren vor 50 Jahren eine Seltenheit. Der 182 Meter lange Bagger ist auf Rollen gelagert und wiegt insgesamt 7800 Tonnen. Alle zwei Wochen ruht sein Betrieb, dann schauen die Mitarbeiter im Tagebau, ob Verschleißteile ausgewechselt werden müssen. Größere Reparaturen stehen alle vier bis fünf Jahre an. Aber das Grundgerüst besteht seit 50 Jahren.

Es wurde am Rande des damaligen Tagebaus Zukunft zusammengesetzt. Beteiligt waren bekannte Firmen wie Siemens, aber auch regional ansässige Unternehmen wie die Eschweiler Gießerei Hoffmann. Auftraggeberin war die Roddergrube, denn es gab bis Ende der 50er Jahre noch 15 Braunkohle-Gesellschaften. Sie alle schlossen sich im Jahr 1960 im Rheinischen Revier zur Rheinbraun AG zusammen. Die Roddergrube betrieb damals den alten Tagebau Inden, der Tagebau Zukunft gehörte zur BIAG (Braunkohle Industrie AG). „Es war den Betreibern damals schon klar, wenn man den Strombedarf decken will, muss man sich was neues einfallen lassen“, sagt Werner Koenigs.

Auch die Wirtschaftlichkeit rückte immer mehr in den Vordergrund: Die oberflächliche Kohle war abgebaggert, die großen Vorkommen liegen deutlich tiefer in der Erde. Also mussten größere Maschinen her. So zählte der Bagger 282 zu den Pionieren der sogenannten 100.000er-Technik. Er kann nämlich pro Tag bis zu 100.000 Tonnen Kohle fördern. Vorgängermodelle schafften gerade einmal 30000 Tonnen. Nach 50 Jahren sieht die Förderbilanz ausgesprochen imposant aus: Etwa 1,1 Milliarden Kubikmeter schaufelte er aus dem Boden. Da nicht nur Kohle, sondern auch Abraum abgetragen werden müssen, der deutlich schwerer ist, summiert sich die Masse auf 1,7 Milliarden Tonnen. Um diese Größenordnung einzuordnen, nennt Koenigs mehrere Vergleiche: 1,1 Milliarden Kubikmeter entspricht 2600 Mal den Tivoli in Aachen und 44 Mal dem Blausteinsee. Wann zwischen Deutschland und den USA Festland wäre, hätte der Bagger einen 14 Meter breiten und 14 Meter tiefen Tunnel nach New York gegraben.

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