Axt und Säge sollen in der Rosenallee wüten

Von: Patrick Nowicki
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Im nächsten Jahr soll ihre Um
Im nächsten Jahr soll ihre Umgestaltung beginnen: die Rosenallee. Allerdings regt sich jetzt schon Widerstand gegen den Plan, die Bäume abzuholzen und durch neue zu ersetzen. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Am Donnerstag werden sie vorgestellt, die Pläne zur Umgestaltung der Rosenallee. Doch schon vor der ersten politischen Diskussion regt sich Widerstand: Die Grünen-Fraktion kritisiert die Entwürfe der Verwaltung heftig.

„Dass einfach zu Axt und Säge gegriffen wird, wenn zum Teil sehr schöne alte Bäume plötzlich nicht mehr aufs Reißbrett passen, ist nicht die Art der Stadterneuerung, wie wir sie uns vorstellen”, sagt der Grünen-Fraktionschef Franz-Dieter Pieta.

Die Pläne sehen vor, sämtliche 38 Bäume in der Rosenallee abzuholzen und durch neue zu ersetzen. „Aufgrund der ungünstigen Standorte der Bäume ist eine Anordnung der Parkflächen in einem regelmäßigen, verkehrstechnisch sinnvollen Raster nicht möglich”, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Die Grünen kündigen vor der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am Donnerstag massiven Widerstand an und sprechen sogar von einem „Kettensägen-Massaker”, das man verhindern wolle. Sie ergänzen allerdings, dass diese Formulierung ironisch gemeint sei. „Eine verantwortungsvolle Planung holzt nicht einfach ab, sondern orientiert sich immer am vorhandenen Baumbestand”, meint Grünen-Ratsherr Dietmar Widell. Die kleinen Setzlinge seien in seinen Augen kein adäquater Ersatz. Dabei spielt offensichtlich auch keine Rolle, dass die Stadt mehr Bäume neu pflanzen möchte, als sie letztlich entfernen will, nämlich 45. Auch die Zahl der Parkplätze soll abnehmen: Auf der Straßenfläche sind aktuell 49 Parkplätze markiert. Nach dem Ausbau sind noch 41 vorhanden - so sieht es die erste Planung vor.

Mit der Rosenallee endet die Sanierung der südlichen Innenstadt. Nach der derzeitigen Planung der Stadtverwaltung sollen die Bagger im Frühjahr 2012 anrollen. Innerhalb eines Jahres sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Wie in die übrigen Sanierungsabschnitte fließen Zuschüsse des Landes: 212.000 Euro hat die Stadt eingeplant. Die Gesamtkosten für den Straßenumbau, der sich an der bisherigen Gestaltung in der südlichen Innenstadt orientiert, betragen etwa 900.000 Euro. Hinzu kommen weitere 357.000 Euro für die Erneuerung des Kanals. Dieses Geld muss die Stadt nicht alleine tragen, auch die Anlieger werden an den Kosten beteiligt.

Aktuell muss die Straße dringend saniert werden: Risse in der Fahrbahndecke und gebrochene Platten auf dem Gehweg charakterisieren ihren Zustand. Nach dem Umbau soll alles anders sein. Die Fahrbahn von derzeit über 8 Metern Breite wird auf 5,50 Meter gestutzt, auf beiden Seiten werden Parkstreifen errichtet.

Allerdings müssen dafür die Bäume weichen, genauer geschrieben: die vier Zierkirschen und 34 Rotdorn-Bäume. Die Stadt bezeichnet ihren Zustand überwiegend als gut. Sollten sie dennoch ausgetauscht werden, so sollen an ihre Stelle entweder wieder Rotdorn- oder Blumenesche-Setzlinge rücken.

Noch im Oktober will die Verwaltung ihre Pläne den Bürgern vorstellen und Änderungsvorschläge sammeln, ehe der Stadtrat dann entscheidet. „Die Grünen werden dabei auf jeden Fall darauf drängen, dass möglichst viele alte Bäume gerettet werden”, teilt die Partei mit.

Am Donnerstag wird sie den ersten Anlauf zur Baumrettung nehmen: im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss ab 17.30 Uhr.
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