Eschweiler - Autoschlüssel klauen? Nichts einfacher als das!

Autoschlüssel klauen? Nichts einfacher als das!

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
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Den Autoschlüssel im Mantel an der Garderobe zu lassen, das kann böse enden, wie Talbahnhof-Besucher berichten können. Foto: imago/Niehoff

Eschweiler. Es sollte ein vorweihnachtlich-gemütlicher Abend werden. Unser Leser Klaus F., regelmäßiger Besucher der Veranstaltungen im Kulturzentrum Talbahnhof, wollte Fats Lumma und dessen musikalische Mitstreiter beim „Christmas-Jazzen“ erleben. Musikalisch eine runde Sache. Dennoch endete der Abend für F. in einem Fiasko.

Teure Konsequenzen

Wie im Talbahnhof üblich, hatte F. seinen Mantel an die Garderobe im Foyer gehängt. So wie die meisten übrigen Besucher. Nach der Pause nahm er ihn mit in den Saal. Da aber war es schon zu spät: Sein Autoschlüssel war verschwunden. F. suchte den Raum ab – der Schlüssel blieb unauffindbar. Nicht erst, als auch zwei weitere Konzertbesucher ihre Autoschlüssel vermissten, schwante ihm Böses. In der nahen Franzstraße wurde die Ahnung Gewissheit: Sein Mercedes war verschwunden.

Die Eigentümer der beiden anderen entwendeten Autoschlüssel hatten mehr Glück: Eine Frau hatte ihren Wagen unmittelbar vor dem Kulturzentrum geparkt und sah an den plötzlichen aufflammenden Blinkern, wie das Fahrzeug per Funkfernbedienung geöffnet wurde. Ans Fahrzeug selbst traute sich der Täter dann doch noch ran. Allerdings: Die Fahrerin, die mit einer Begleiterin aus rund 100 Kilometern Entfernung zu dem Konzert angereist war, stand nun ohne Autoschlüssel am nächtlichen Talbahnhof. Im zweiten Fall stand der Wagen, dessen Schlüssel der Unbekannte gestohlen hatte, unerreichbar in einer verschlossenen Garage. Allerdings: Der Verlust des Schlüssels zwingt den Besitzer nun zu einem aufwendigen, teuren Austausch des Schließsystems am BMW.

Dieb gefasst und laufengelassen

Dass die Garderobe des Kulturzentrums gleich neben der bei Veranstaltungen offenstehenden Eingangstür unbeaufsichtigt ist und vom Saal her nicht eingesehen werden kann, ist schon ärgerlich genug, findet Klaus F. Dass aber ein Mitarbeiter des Hauses ihm gesagt habe, man habe bereits am Abend zuvor jemanden erwischt, der die an der Garderobe hängende Kleidung nach Wertgegenständen durchsuchte, treibt ihm die Zornesröte ins Gesicht: „Ich habe den Mitarbeiter gefragt, ob man die Polizei informiert und den Betreffenden angezeigt habe. Antwort: ,Nein, wir haben den aber rausgeworfen.‘ Ich hatte einen Hals bis zum Geht-nicht-mehr.“

Der wurde auch nicht kleiner, als er zwei Tage später einen Anruf von der Polizei erhielt: Sein Wagen war gefunden worden – massiv beschädigt. Der Wagen war in eine Laserkontrolle der Polizei geraten. Als die Beamten feststellten, dass er als gestohlen gemeldet war, nahmen sie die Verfolgung auf – der Autodieb suchte sein Heil in der Flucht. Der Wagen wurde später auf einer Wiese an der Friedensstraße gefunden. Mit erheblichen Schäden an der Beifahrerseite, deren Tür sich nicht mehr öffnen ließ.

„Vermutlich ein wirtschaftlicher Totalschaden“, sagt F. über den Mercedes B 170, der zwar top gepflegt, aber immerhin schon zehn Jahre alt war. Der Innenraum des Nichtraucherfahrzeugs lag voller Zigarettenkippen, nach Angaben der Polizei, so sagt F., sei darin auch gekifft worden. Ein Zeuge soll drei „sehr junge“ Leute in dem Wagen gesehen haben. Auch die Position des Fahrersitzes deute auf eine sehr kleine Person hinterm Lenkrad hin. Nach den Abgaben des Zeugen soll ein Polizeizeichner nun ein Porträt des Fahrers erstellen, zudem werden DNA-Spuren im Wagen gesichert. Was F. für sein demoliertes Fahrzeug noch von der Versicherung erhält, ist völlig offen.

Gerne 50 Cent zahlen

Unser Leser wird auch weiterhin den Talbahnhof besuchen. Aber Schlüssel und andere Wertsachen auf keinen Fall mehr an der Garderobe lassen. Und das empfiehlt er auch allen anderen Besuchern. Es sei denn, die Garderobe werde demnächst bewacht. „Da würde jeder gerne 50 Cent zahlen, wenn davon eine Aufsicht bezahlt würde“, sagt F.

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