Eschweiler-Röhe - Autobahn: „Lärmarmer Belag“ ist kein Flüsterasphalt

Autobahn: „Lärmarmer Belag“ ist kein Flüsterasphalt

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Die Autobahn 4 zerschneidet den alten Ortskern von Röhe. Die Lärmschutzwände und Wälle reichen nach Ansicht des Landesbetriebs Straßenbau aber aus, Handlungsbedarf bestehe nicht. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler-Röhe. Für mehr Ruhe entlang der Autobahn setzt sich die SPD-Stadtratsfraktion ein und hat Anfang Juli ein Tempolimit für die A4 angeregt. Und sich auch nach dem Einbau von so genanntem Flüsterasphalt erkundigt. Der Vorstoß sorgt bei der CDU für hochgezogene Augenbrauen.

Mit dem gleichen Thema hatten die Christdemokraten bereits vor mehr als einem Jahr beim Landesbetrieb Straßen NRW auf Asphalt gebissen. Wobei die CDU allerdings nicht ein Tempolimit im Hinterkopf hatte. Sie hatte damals wissen wollen, ob es möglich sei, auf dem Autobahnabschnitt in Höhe des Stadtteils Röhe Flüsterasphalt zu verlegen.

Anhaltende Beschwerden

Hintergrund sind anhaltende Beschwerden von Bürgern, die in Autobahnnähe wohnen. Die sechsspurig ausgebaute Autobahn 4 zerschneidet den historischen Ortskern von Röhe. Bis zu fünf Meter hohe Lärmschutzwände und -wälle mindern das Dröhnen des Verkehrs. Und zwar nach Ansicht des Landesbetriebs Straßenbau völlig ausreichend, wie der CDU im Mai 2015 mitgeteilt wurde.

Die Lärmbelastung wird in Dezibel ausgedrückt, einem Messwert für Schalldruck. Die Grenzwerte betragen 59 Dezibel bei Tag und 49 bei Nacht. Um zumindest den Tageswert zu erreichen, wurde bei der Verbreiterung der Autobahn ein lärmarmer Fahrbahnbelag eingebaut. Auch bei der Fahrbahnerneuerung 2013 gab es diesen Belag. Er vermindert den Lärmpegel um zwei Dezibel. Um die niedrigeren Nachtwerte zu erreichen, erhielten die nahe der Autobahn stehenden Häuser Schallschutzfenster.

„Lärmarmer Belag“ ist nicht identisch mit Flüsterasphalt. Diese spezielle Mischung bringt zwar fünf Dezibel, wird aber nur in begründeten Ausnahmefällen verwendet, weil sie nicht sehr griffig ist und schnell verschleißt.

Ohnehin, so argumentierte der Landesbetrieb Straßenbau im vorigen Jahr gegenüber der Eschweiler CDU, sei die Verkehrsbelastung auf der A 4 bei Eschweiler niedriger als 1995 vorhergesagt. 90.000 Fahrzeuge in 24 Stunden waren prognostiziert, gezählt wurden im Jahr 2010 aber nur knapp 70.000. Fazit der Straßenbauer: „Aus lärmtechnischer Sicht besteht daher kein weiterer Handlungsbedarf.“

Für den neuerlichen Vorstoß der SPD hatte sich der Röher Stadtverordnete Klaus Fehr eingesetzt. Er argumentiert mit der eingeschränkten Aufenthaltsqualität in den Häusern und Gärten entlang der Autobahn – nicht nur in Röhe, auch in Eschweiler-Mitte, im Stadtteil Ost und in Weisweiler. Wobei nicht so sehr die Dauer-Beschallung das Störende sei. Sondern: „Es gibt da extreme Lautstärken-Spitzen. Wenn da auch nur alle Viertelstunde mal einer mit Vollgas vorbei rast, das geht dann wirklich auf die Nerven.“

Von einem entspannenden Aufenthalt im Garten könne da nicht die Rede sein. Gerade wegen dieser Lärmspitzen hält Fehr eine Beschränkung auf Tempo 100 im Bereich Eschweiler für ein wirksames Mittel. Eine Antwort des Landesbetriebs Straßenbau auf die Anfrage der Eschweiler SPD-Fraktion steht noch aus.

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