Auswanderer: Unter Palmen träumen sie von der Inde

Von: Laura Beemelmanns
Letzte Aktualisierung:
Die Eschweiler Familie Albers
Die Eschweiler Familie Albers lebt seit gut acht Monaten in Cala Millor auf Mallorca, doch nichts vermissen die Vier so sehr wie die Indestadt. Foto: Laura Beemelmanns

Eschweiler/Calla Millor. Sie leben mehr als 1200 Kilometer von Eschweiler entfernt - auf der Deutschen liebster Urlaubsinsel. Am 30. Januar 2012 verließen sie die Inde-stadt für immer - nun ja, sagen wir mal: vorerst.

Familie Albers wanderte vor acht Monaten aus und kehrte Deutschland den Rücken. Sie übernahmen das Karussell, eine Diskothek in einer anderen Stadt, in einem anderen Land. Sie starteten ihr ganz persönliches Abenteuer namens Auswanderung. Ihr neuer Wohnort: Mallorcas Ostküste, Cala Millor.

Ihr neues Leben: eine Herausforderung. Von Anfang an werden Jürgen und Sarah Albers sowie die beiden Töchter Chiara (5) und Sarina (1 ½) dabei von „Vox - Goodbye Deutschland! Die Auswanderer” begleitet. Doch trotz des langgestreckten Sandstrandes an der Ostküste der Baleareninsel, des glasklaren Wassers und der angenehmen Temperaturen schlägt ihr Herz stets für die Indestadt. „Meine Heimat vermisse ich total”, so Sarah Albers Worte.

Doch zunächst ganz von vorne: Jürgen und Sarah Albers verbindet eine ganze Menge mit Eschweiler. Sie lernten sich vor Ort in einem Solarium kennen. Sie kam aus der Kabine, er saß an einem kleinen Tischchen und plauderte. Als sich ihre Blicke trafen, war es um beide geschehen. Sarah Albers dachte: „Das ist der Mann, den ich heirate” und Jürgen Albers gingen folgende Worte durch den Kopf: „Die kriegt mal ein Kind von dir.”

Verheiratet ist das Paar nun seit sechs Jahren, zusammen seit acht, aus dem einen Kind sind zwei süße kleine Mädchen geworden, aus den vielen gemeinsamen Urlauben auf Mallorca ein neues Leben. „Beide Kinder kamen in Eschweiler zur Welt”, sagt Sarah Albers und strahlt, wenn sie von ihrer Heimat spricht.

„Komischerweise war damals, als wir ein Haus suchten, nur in Eschweiler eins zu kriegen”, scherzt Jürgen Albers. Es musste einfach Eschweiler sein. Er ist zwar geborener Herzogenrather, doch Sarah hat ihm ihr Eschweiler gezeigt und konnte ihn überzeugen. Sie vermisst Lieblingsorte wie das „Portofino” gleich an der Inde, vor allem jedoch ihre Familie. Denn bislang waren sie noch kein einziges Mal in der Heimat. Doch hin und wieder werden die vier von ihrer Familie besucht. Auch Freunde und andere Indestädter, die Urlaub in der Nähe machen, kommen vorbei. Dann entsenden sie Grüße, stoßen gemeinsam an - auf sich und auf die Indestadt.

Freizeit ist Familienzeit

„Wir haben immer mit dem Gedanken gespielt, auszuwandern”, erklärt Jürgen Albers. Zunächst sollte es Mallorca sein, nach ihrer Hochzeitsreise in die Millionenmetropole Miami kam auch Florida in Frage. „Das war Sarah definitiv zu weit von Eschweiler weg”, sagt Albers und lacht. Dann ging alles ganz schnell. Wieder machten sie Urlaub auf Mallorca, genauer gesagt in Sa Coma, einem Nachbarort von Cala Millor. Wieder residierten sie in dem Hotel, dessen Maskottchen ihre Tochter Chiara so liebt, und wieder sprachen sie mit dem Leiter des Hotels.

Nach all den Aufenthalten entwickelte sich so etwas wie eine Freundschaft, erklärt Albers. Immer wieder erwähnte er, dass er gerne auswandern wolle, am liebsten eine Diskothek führen möchte. „Ich habe eine Diskothek in Belgien geführt”, sagt Albers. Das sei es, was er könne und was er liebe. Und prompt kam es genau so. „Innerhalb von zwei Wochen hatten wir eine Diskothek und ein Haus”. Ehe sie sich versahen, begann ihr neues Leben in Spanien. „Sarina spricht schon perfekt Spanisch”, so Sarah Albers. Sie inzwischen auch.

Doch die große Frau mit den strahlenden Augen vermisst ihre Heimat, alle vier tun das. Das Wichtigste jedoch ist und bleibt die Familie. „Freizeit ist Familienzeit”, so Jürgen Albers. Nach einer langen Arbeits-Nacht im Karussell schläft er bis 12 Uhr mittags, dann hüpfen seine beiden kleinen Mädels und seine Frau Sarah mit unter die Bettdecke und kuscheln. „Hauptsache, ich habe genug Zeit für die Familie”, sagt Albers.

In dieser Zeit sind Sorgen, Sehnsucht nach der Heimat, das nächtliche Arbeiten in der Diskothek und all der Stress vergessen. Diese Stunden gehören nur den Vieren und das lassen sie sich auch nicht nehmen.

Selten am Strand

Da bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen: Wie ist es, wenn man sich selbst im Fernsehen sieht? „Du siehst dich, und das ist schon eine Katastrophe, doch dann hörst du auch noch deine Stimme”, so Albers. „Ich dachte zunächst, dass sie eine andere Stimme verwendet haben bis Sarah mir bestätigte, dass es meine eigene sei.” Dann lachen sie beide. Schauen hinaus auf das Meer. In den acht Monaten lagen sie erst drei Mal am Strand. Manchmal möchten sie all das gegen ein Leben in Eschweiler eintauschen. Doch solange sie sich selbst haben, sind sie glücklich. Und wer weiß, vielleicht können wir Familie Albers eines Tages wieder im geliebten Eschweiler begrüßen.
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