Ausstellung von Urban Stark: Ein Stückchen Nicht-Erklärbarkeit bleibt

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Ingenious Poire Conférence und ist dieses Werk von Urban Stark betitelt. Der Eschweiler Kunstverein zeigt die Werke des in Kelmis lebenden Künstletrs ab dem 25. Oktober im Talbahnhof.

Eschweiler. Mit der Ausstellung Metamorphose des Künstlers Urban Stark beendet der Eschweiler Kunstverein seine Ausstellungsreihe in diesem Jahr. Urban Stark war mehrmals bei den Kunstaktionen „Neue Wege zur Kunst“ beteiligt, nun widmet ihm der Kunstverein eine Einzelausstellung in der Städtischen Kunstsammlung im Kulturzentrum Talbahnhof.

Vernissage ist am Sonntag, 25. Oktober, 11 Uhr. Einführende Worte spricht Stefan Skowron. die Werke sind bis einschließlich 8. November, jeweils freitags von 16 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 13 Uhr, und sonntags jeweisl von 11 bis 13 Uhr und von 16 bis 18 Uhr zu sehen.

Stark ist 1962 in Tönisvorst geboren, ist verheiratet, Vater von drei Kindern, studierte an der RWTH Aachen. Seit 2003 als selbständiger Künstler tätig, lebt und arbeitet im belgischen Kelmis.

Die künstlerische Arbeit von Urban Stark beschreibt Dr. Dagmar Preising:

Urban Stark ist Objektkünstler und Fotograf. Seine zumeist in Werkreihen entstandenen Objekte und Farbfotografien verbinden eine konkrete Gegenständlichkeit mit abstrakten und konzeptuellen Elementen. Plastische Boote aus Keramik, Glas oder Pappmaschee werden gefüllt mit verschiedenartigem Material, das von der Dingwelt bis hin zu abstrahierend gestaltetem, buntfarbenem Kunststoffschaum reichen kann, werden umwickelt mit bespieltem Filmmaterial, mit Schrift versehen, auf Ständer montiert oder an Schnüre gehängt.

Urban Stark setzt auch die Form des geometrischen Körpers Würfel ein, der, nach allen Seiten hin offen, sowohl Elemente aus der Konzeptkunst, wie Filmmaterial und Schrift, aber ebenso solche aus der Welt des Gegenständlichen aufnimmt.

Über die gestaltete Form hinaus nutzt der Künstler aufgefundene Realien, wie Geldstücke, Eierkartons, das Ei oder Eierschalen sowie getrocknete Blüten, die Eingang in seine Objekte finden und diese einerseits durch ihre spezifische Erscheinungsweise, andererseits durch ihren Symbolwert und ihre inhaltliche Bedeutung definieren.

Die Fotografien, die reale Orte und Architekturen einfangen, werden digital verfremdet, in surreale Welten transponiert und mit Dingsymbolik aufgeladen. Gegenständlichkeit, Abstraktion und Konzeptkunst verbinden sich in den Objekten und Fotografien von Urban Stark zu ganz eigenständigen und individuellen Werken. So lassen diese sich auch nicht auf Formfragen reduzieren, sondern zielen stets auf eine komplexe Inhaltlichkeit.

Kunst ist nicht primär Form sowie ein Produkt der Wahrnehmung, sondern Kunst ist materialisierter Gedanke, gestaltete Materie und Konzept. Kunst ist S(EI)N, Sein des Künstlers, Sein des Betrachters. Die menschliche Existenz und ihre Problemstellungen verdichten sich im konkreten Kunstwerk.

Die Werke von Urban Stark reflektieren gesellschaftliche Fragen. In dieser künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Menschsein sowie dem Menschen in seinem gesellschaftlichen Umfeld ist Urban Stark ein politischer Künstler, der sich den Fragen der Zeit stellt.

Doch tritt er weder als Propagandist noch als Ideologe auf, der den Betrachter in eine bestimmte Richtung lenken will, sondern verweist unaufdringlich und nüchtern-distanziert auf brennende Probleme der Gesellschaft hin, wie die boatpeople, den Rechtsradikalismus, Gewalt innerhalb der Familie, die neu erstarkende Klassengesellschaft.

Diese Aspekte fließen im Schaffensprozess mit in seine Arbeiten ein, ohne diese jedoch einseitig zu dominieren.

In einer Zeit, in der ästhetische Fragen in den Vordergrund rücken, ist diese gesellschaftspolitische Ausrichtung von Kunst bemerkenswert. Das häufig verwendete Filmmaterial bei seinen Objekten macht deutlich, dass in etlichen Werken ein konzeptueller Ansatz dominiert, der sich nicht allein über die Betrachtung der Form erschließt.

Die Arbeiten von Urban Stark erfordern über das konzeptuelle Verständnis hinaus ein genaues Hinsehen des Betrachters und eine intensive Beschäftigung mit Text. Das Wort im Werk, die Bildtitel sowie die intensive Gedankenlyrik des Künstlers, die parallel zu den visuellen Arbeiten entsteht, ermöglichen erst einen adäquaten Interpretationsansatz.

Doch nicht alles muss erklärt werden, ein Stück Nicht-Erklärbarkeit bleibt im Einzelwerk bestehen, das dem Betrachter genügend Freiheit in seiner individuellen Rezeption gibt.

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