Ausstellung „Stadt Land Fluss“: Von Hongkong bis New York

Von: ran
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Emil Sorge
Bringt den Betrachter in die Rolle des Suchenden: Künstler Emil Sorge zeigt im Rahmen der Ausstellung „Stadt Land Fluss“ noch bis zum 24. April seine Werke in der Städtischen Kunstsammlung im Kulturzentrum Talbahnhof. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Die „Mega-City“ Hongkong als lockender Moloch, der Broadway als buntes Lichtermeer, als Abbild einer urbanen Welt, die auf den Menschen eine Sogwirkung von Farben und Formen ausübt.

So dürfte es den Betrachter womöglich ein klein wenig überraschen, dass der Titel der Ausstellung, die am Sonntagvormittag in den Räumen der Städtischen Kunstsammlung im Kulturzentrum Talbahnhof mit einer Vernissage eröffnet wurde und Bilder des Künstlers Emil Sorge zeigt, den Titel „Stadt Land Fluss“ trägt.

Noch bis einschließlich Sonntag, 24. April, präsentiert der Eschweiler Kunstverein Werke des Breinigers, der gemeinsam mit Win Braun, Hartmut Ritzerfeld und Franz-Bernd Becker zu den Gründern der Gruppe „Eifelmaler“ gehört. Im Rahmen der Vernissage führte die Kunsthistorikerin und -kritikerin Helga Scholl, Leiterin der Galerie „Raum für Kunst“ in der Aachener Elisengalerie, in die Ausstellung ein.

„Die Darstellung der Vielfalt der Welt als Ausdruck eigener Erfahrungen ist nur in Fragmenten möglich. Der Bildersammler Emil Sorge weiß das. Und so zeigt er Fragmente uns grundsätzlich vertrauter Bilder in malerischem Expressionismus“, erklärte die Referentin zu Beginn ihrer Ausführungen.

Die Erfahrungen Emil Sorges mit der Ausdrucksform Holzschnitt ermöglichten es ihm dabei, die Grenzen der Malerei auszuloten. „Seine Werke verfügen über keine Rahmen, die dem Betrachter Halt versprechen. So entfachen die von ihm wiedergegebenen Räume ein im Detail überraschendes malerisches Eigenleben“, so Helga Scholl.

Der Kunstinteressierte sei quasi gezwungen, den Bildern, die die Macht des Raumes widerspiegelten, im Wortsinn nahezukommen. „Emil Sorge konstruiert keine neuen und festen Mauern. Er bietet dem Betrachter keine Trittsicherheit. Deshalb bleiben die Blicke an den Bildern hängen. Bei der Betrachtung entstehen in den Gedanken eigene Geschichten. Ein Aspekt, der meines Erachtens Kunst von hoher Qualität ausmacht“, lobte die Kunsthistorikerin.

Die Fragestellungen „Was weißt du, was glaubst du zu wissen und was bildest du dir ein?“ lasse in den Werken Spannung entstehen, wobei sich der Besucher in einer Art Kraftfeld wiederfinde. „Emil Sorge bringt den Betrachter in die Rolle des Suchenden. Dabei sind seine Werke kritisch, aber frei von Sozialpathos, -anklage und -kitsch!“

Stattdessen beschrieben die Werke die Geschichte von Dingen unseres Lebens in einer aus den Fugen geratenen Welt, in der eben kein Verlass mehr auf die Natur von Stadt, Land, Fluss sei und sich immer häufiger die Frage nach dem Abbild des Abbildes medialer Gewissheit stelle.

Und dann stoße der Ausstellungsbesucher in dem Werk „Mangrove“ doch noch überraschend auf „Landschaft“, hob Helga Scholl abschließend ein einzelnes Kunstwerk hervor: „In diesem Bild wächst etwas heran, was nichts weniger ist als das Versprechen von Schönheit!“

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