Ausstellung: Schleier über der Natur löst Empfindungen aus

Von: ran
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Geben Raum für eigene Empfindungen: Die Werke von Ingrid Pirnay, Eva Vettel und Monika Petschnigg (v. l.) sind in der vom Kunstverein präsentierten Ausstellung „so fern – so nah“ zu bewundern. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Drei Künstlerinnen, drei unterschiedliche Lebenswege, Hintergründe, Herangehensweisen, drei Sichten auf die Natur an sich, drei Frauen mit der Tendenz zum Poetischen und Magischen, gebündelt in einer Ausstellung: Der Eschweiler Kunstverein präsentiert „so fern – so nah“.

Der Kunstverein zeigt Werke von Ingrid Pirnay, Monika Petschnigg (beide Malerei) und Eva Vettel (Fotografie und Installation). Während der gut besuchten Vernissage am Sonntagvormittag in der Städtischen Kunstsammlung im Kulturzentrum Talbahnhof begrüßte die Vorsitzende Nadine Müllers bereits zahlreiche Kunstinteressierte, die sich von den Ideen des Trios inspirieren ließen.

Die Suche nach neuen Motiven und Techniken, das nicht Stillstehen, sondern Weitergehen, Ausprobieren und Experimentieren sind die Antriebe für Ingrid Pirnay, deren künstlerische Vorstellung sich häufig weg von der Realität bewegt, so dass sich imaginäre und reale Erinnerungen vermischen. So setzen sich aus verschwommenen, fast vergessenen Eindrücken von Natur in Kombination mit Architektur Bilder zusammen, die in starken Farben auf die Leinwand gebracht werden. Die von der gebürtigen Aachenerin verwendete Spachteltechnik ist dabei geradezu ideal, um die Entfremdung von der Realität darzustellen.

Eva Vettel verfolgt das Ziel, die Betrachter ihrer Werke, die irgendwo zwischen den Medien Fotografie und Installation liegen, in poetische Bilderwelten hineinzuziehen. Dabei wirken ihre Fotoarbeiten durch deren lichte Transparenz und Überlagerungen wie Zeichnungen oder Malerei. Mal stehen sich Mensch und Mensch, mal Mensch und Tier hinter unterschiedlichsten Strukturen schemenhaft wie durch einen Schleier gegenüber. Andererseits beschäftigt sich die studierte Kommunikationsdesignerin mit dem Thema der „fortwährenden Wandlung“, wenn ihre oft in direkter Nähe zur städtischen Zivilisation entstandenen Fotografien auf Ausschnitte reduzierte und verwischte Naturstücke präsentieren.

Schatten sowie Fotofragmente spielen in den mit Wachs beschichteten Bildern Monika Petschniggs die Hauptrolle. Dabei soll das Auge des Betrachters den Schatten als Realität ansehen und in einen neuen Zusammenhang stellen. Desweiteren improvisiert und abstrahiert die 1940 in Köln geborene Kunstpädagogin Naturbeobachtungen in kontrastreicher Farbigkeit. So entstehen Fluss- und Berglandschaften, Baumreihen und Pflanzenanordnungen in Acryl auf Leinwand.

„Unser Blick auf die Natur basiert auf Erfahrungen und Empfindungen. Auch die Werke der drei Künstlerinnen erzeugen mit ihren Perspektiven, Strukturandeutungen und Überlagerungen Emotionen“, betonte Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke, der während der Vernissage in die Ausstellung einführte. Die Arbeit der Künstlerinnen präsentiere wie die Vorgänge in der Natur einen lebendigen Prozess unterschiedlicher Elemente. Die von den Künstlerinnen geschickt eingesetzte „Unschärfe“ lasse Blicke auf die Realität zu, die mit den ergänzenden Gedanken des Betrachters zu einem Gesamteindruck verschmelzten. „Der Tenor von Ingrid Pirnay, Monika Petschnigg und Eva Vettel lautet, nicht abbilden, sondern machen. Sie erfinden etwas, was Empfindungen hervorruft und stellen somit den allgemeinen Begriff der Natur in den Vordergrund.“

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