Ausstellung koptischer Ikonen: Von Sterndeutern bis zu Geburt Christi

Von: jlm
Letzte Aktualisierung:
6402380.jpg
Professor Dr. Harald Suermann erklärte den Gästen die Bedeutung der einzelnen Ikonengrafien und stimmte so auf den Weltmissionssonntag ein. Foto: Julia Meuser

Eschweiler. In der heutigen Zeit bilden die rund 250.000 Christen in Ägypten eine kleine Minderheit, meist gehören sie der koptischen Kirche an. Und auch wenn dies hier, fernab der arabischen Welt, meist nur als Thema in den Nachrichten gehandelt wird, spielte es am vergangenen Wochenende in Eschweiler in der Pfarrkirche St. Peter und Paul und im ganzen Bistum Aachen eine große Rolle.

So erhielten Interessierte am Samstagmorgen die Möglichkeit, koptische Ikonendarstellungen zu bestaunen. Im einstündigen Rhythmus hielt dabei Professor Dr. Harald Suermann dreimal eine Mediation, eine kleine Einführung, in der er auf die Bedeutung der jeweiligen Ikonendarstellung einging.

Die Ikonen wurden von Joseph Khalil geschrieben, welcher 1980 im ägyptischen Mina geboren wurde und dort Kunst studierte. Bei den ausgestellten Ikonendarstellungen, die die Indestädter am Wochenende betrachten konnten, handelt es sich indes um Fotografien, die auf Holz gezogen wurden.

Die Originale sind in der Kapelle des Bischofshauses in der „Stadt des 6. Oktober“, einer Satellitenstadt von Kairo, ausgestellt.

Auf den Abbildungen sind zwölf Episoden aus dem Alten und dem Neuen Testament dargestellt. Zusammengefasst werden diese szenischen Motive aus dem Leben Jesu in einem Kalender, der sowohl am Samstag als auch am Sonntag erworben werden konnte.

So beginnt der Kalender im Januar mit der „Huldigung der Sterndeuter“ und endet im Dezember mit der „Verheißung der Geburt Christi“. Besonders wichtig dabei sei aber der Juli, erklärte Professor Dr. Harald Suermann. Denn hier ist die Flucht nach Ägypten dargestellt: Josef und Maria fliehen mit Jesus vor König Herodes, der aus Angst um seine Macht unschuldige Kinder töten lässt.

Dabei seien jene Orte, an denen Maria und Josef mit dem Kind Rast machten, bis heute als bedeutende Stationen bekannt, an denen heutzutage noch Christen aber auch Muslime gemeinsam große Feste feiern würden.

Zu Beginn wurden Ikonengrafien angefertigt, um den Menschen, die weder schreiben noch lesen konnten, den Glauben nahezubringen. Die koptische Ikonengrafie erlebte ihre Blüte zwischen dem 4. und dem 7. Jahrhundert.

„Ikonengrafien sind nicht nur Kunstwerke, sondern Fenster zum Himmel, zu den Heiligen“, erklärte Suermann ihre Bedeutung. Nach der Meditation unterhielten sich die zahlreichen Besucher angeregt und kamen dabei auch in Kontakt mit angereisten koptischen Christen.

Am darauf folgenden Tag sollte dann Weltmissionssonntag gefeiert werden. Um 9.30 Uhr begann die Heilige Messe, die jedoch ganz dem Anlass entsprechend, von Vertretern der ägyptischen Kirche in koptischem Ritus gefeiert wurde. Gemeinsam mit Christen aus Ägypten feierte man die solidarische Weltkirche.

In einer gemeinsamen Liturgie, bei Musik und Bildern, sowie einem anschließenden Zusammenkommen im Kinder- und Jugendzentrum mit orientalischem Imbiss überwanden die Mitchristen die anfängliche Scheu, wurden vertrauter und kamen ins Gespräch.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert