Ausstellung: Karge Natur trifft auf städtische Zivilisation

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Eschweiler. „so fern – so nah“ ist eine Kunstausstellung von Ingrid Pirnay, Monika Petschnigg und Eva Vettel überschrieben, die ab Sonntag, 6. März, beim Eschweiler Kunstverein in der städtischen Kunstsammlung im Talbahnhof zu sehen ist. Vernissage ist um 11 Uhr.

Einführende Worte spricht Dr. Dirk Tölke. Die Werke sind bis einschließlich Sonntag, 20. März, jeweils freitags von 16 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 13 Uhr, und sonntags jeweils von 11 bis 13 Uhr und von 16 bis 18 Uhr, zu sehen.

Monika Petschniggs mit Wachs beschichtete Bilder zeigen Schatten oder Fotofragmente, denen die Idee des Platonischen Höhlengleichnisses zugrunde liegt, ein Schatten wird vom Auge des Betrachters als Realität angesehen und in einen neuen Zusammenhang gestellt. Farbloses Wachs, Öl- und Acrylfarbe werden schichtweise aufgetragen und teilweise wie Radierungen geritzt. Dadurch wird eine Transparenz und Verfremdung erzeugt.

Ganz anders die starkfarbigen Fluss- und Berglandschaften, Baumreihen und Pflanzenanordnungen in Acryl auf Leinwand. Hier werden Naturbeobachtungen improvisiert und abstrahiert in kontrastreicher Farbigkeit. Häufig wird Farbe mit Vehemenz und Geschwindigkeit aufgespachtelt, gewischt, abgewaschen und neu aufgetragen. Es werden Naturvorstellungen erzeugt, der Blick kann über die Leinwand wandern.

Ingrid Pirnays künstlerische Vorstellung bewegt sich häufig weg von der Realität. Imaginäre und reale Erinnerungen vermischen sich. Aus verschwommenen, fast vergessenen Eindrücken von Natur und Architektur setzen sich Bilder zusammen, die in starken Farben, meist Acryl, auf die Leinwand gebracht werden. Die dabei verwendete Spachteltechnik ist geradezu ideal für die Entfremdung von der Realität.

Für ihre Portraits wählt sie als Medium das Bienenwachs. Ein Material, mit dem sich beständige Aussagen treffen lassen und das trotzdem bis zum Abschluss der Arbeit nachgiebig bleibt. Die Tücken des Werkstoffs sind jederzeit präsent, wiegen aber ihre Vorzüge durch den sinnlichen Schaffensprozess deutlich auf. So ist die Künstlerin ständig auf der Suche nach neuen Motiven und Techniken, will nicht stillstehen, will weitergehen, ausprobieren und experimentieren.

Eva Vettel entführt die Besucher in eine poetische Bilderwelt. Ihre Fotoarbeiten wirken durch lichte Transparenz und Überlagerungen wie Malerei oder Zeichnung. Die Künstlerin arbeitet zwischen den Medien Fotografie und Installation. In den so entstandenen Serien zwei und system stehen sich Mensch und Mensch, sowie Mensch und Tier in wechselnden Konstellationen hinter Strukturen wie Erde, Wasser, Gräsern, Blüten schemenhaft wie durch einen Schleier gegenüber. In dieser Gleichzeitigkeit der Räume, der Ereignisse und der Materialitäten erscheinen die Bilder wie Träume und bieten einen weiten assoziativen Raum der Betrachtung.

Das durchgängige Thema der fortwährenden Wandlung in Vettels Werk ist auch in den ausschnitthaft reduzierten, verwischten Naturstücken aus der farbigen Serie areal präsent. In diesen Fotografien, oft in direkter Nähe zur städtischen Zivilisation entstanden, fragt Vettel: Wo sind wir hier?

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