Ausstellung „Echte Körper“ auf dem Drieschplatz

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Ein Exponat der Ausstellung „Echte Körper“: Die Veranstalter wollen Mediziner und Laien aufklären. Foto: Timo Müller

Eschweiler. Seit Donnerstag können Interessierte die anatomische Ausstellung „Echte Körper – von den Toten lernen“ auf dem Drieschplatz besuchen. Dort ist noch bis einschließlich Sonntag eine Sammlung von circa 200 Exponaten zu bewundern, die konservierte menschliche Körper, Organe und Moulagen enthält.

Die gezeigten Exponate stammen ohne Ausnahme von Menschen aus den Vereinigten Staaten und sind eine Leihgabe der Corcoran Laboratories, die ihren Sitz in Michigan, USA haben. Die Firma ist Hersteller medizinischer Präparate für Universitäten und Krankenhäuser. Die Körperspender haben verfügt, dass ihre Körper nach ihrem Ableben der Ausbildung von Medizinern, sowie der Aufklärung von Laien zur Verfügung stehen sollen.

Interessante Einblicke

Die Ausstellung zeigt neben Ganzkörperexponaten, deren Plastinierung jeweils 1800 Arbeitsstunden erfordern, auch Schädel und einzelne Organe wie Herzen oder Lungen, aber auch Querschnitte und einen in 157 Scheiben zerlegten Menschen, der interessante Einblicke in den menschlichen Körper zulässt. Dazu sind einige Föten ausgestellt. Dort kann man vor allem die verschiedenen Entwicklungsstadien des menschlichen Körpers im Mutterleib sehr gut nachvollziehen. Bei der Ausstellung wolle man ausdrücklich keinen plumpen Voyeurismus bedienen, teilt der Aussteller mit. Ziel der Ausstellung solle vielmehr die Vermittlung von Wissen sein. So sind die anonymisierten Exponate beispielsweise nicht nur in Deutsch, sondern für (angehende) Mediziner auch in Latein beschriftet.

Dazu werden gesunde Körperteile wie Lungen, Herzen und Lebern neben ihren erkrankten Pendants ausgestellt, um beispielsweise auf die Gefahren des Alkohol- und Nikotinkonsums aufmerksam zu machen. Gleichzeitig macht die Ausstellung auf die Problematik von fehlenden Spenderorganen aufmerksam.

Wenige Organspender

So haben in Deutschland zwar beispielsweise 82 Prozent der Menschen eine positive Einstellung gegenüber der Organspende, 72 Prozent wären bereit, sich nach ihrem Tod Organe entnehmen zu lassen, trotzdem besitzen nur 14 Prozent der Bundesbürger einen Organspendenausweis. So werden jährlich 3000 Organe in Deutschland verpflanzt, jedoch warten gleichzeitig an die 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Durchschnittlich sterben täglich drei Menschen, die sich auf der Warteliste befinden.

Die Ausstellung wird noch bis einschließlich Sonntag auf dem Drieschplatz zu besuchen sein und ist bis dahin täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Die Eintrittspreise betragen für Kinder im Alter bis sechs Jahren vier Euro, für Schüler, Studenten und Auszubildende zehn Euro und für Erwachsene fünfzehn Euro.

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