Ausflug mit den Pubertieren: Jan Weiler liest im Talbahnhof

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Jan Weiler ist am Dienstagabend im Talbahnhof zu sehen. Foto: Stock/Viadata

Eschweiler. „Das Pubertier und andere Geschichten“ heißt es am Dienstag, 22. September, 20 Uhr, im Talbahnhof. Jan Weiler ist im Kulturzentrum zu Gast und liest aus seinem Buch.

Und darum geht‘s: Willkommen in der Pubertät, der für alle Familienmitglieder schlimmsten und schönsten Zeit im Leben einer jungen Menschen. Sie waren süß. Sie waren niedlich. Man hat jeden Milchzahn als Meilenstein gefeiert. Doch im zweiten Lebensjahrzehnt verwandeln sich die Kinder.

Sie mutieren in rasender Geschwindigkeit von fröhlichen, neugierigen und nett anzuschauenden Mädchen und Jungen zu muffeligen, maulfaulen und hysterischen Pubertieren. Aus rosigen Kindergesichtern werden Pickelplantagen. Nasen, Beine und Hinterteile wachsen in beängstigendem Tempo. Stimmen klingen wie verstimmte Dudelsäcke, aber die Kommunikation scheint ohnehin phasenweise unmöglich, denn das Hirn ist wegen Umbaus zeitweise geschlossen.

Und doch ist da ein guter Kern. Irgendwo im Pubertier schlummert ein erwachsenes Wesen voller Güte und Vernunft. Man muss nur Geduld haben, bis es sich durch Berge von Klamotten und leeren Puddingbechern ans Tageslicht gewühlt hat. Verdammt noch mal. Das Buch richtet sich an alle Menschen, die mit einem Pubertier zusammen leben (müssen). und an die vielen krass unverstandenen Jugendlichen, denen echt keiner zuhört.

Jan Weiler wurde 1967 in Düsseldorf geboren. Er arbeitete zunächst als Texter in der Werbung und besuchte dann die Deutsche Journalistenschule in München. Anschließend arbeitete er von 1994 bis 2005 als Redakteur, Autor und schließlich Chefredakteur beim Süddeutsche Zeitung Magazin.

2003 entstand aus einer Kurzgeschichte im SZ-Magazin sein erster Roman „Maria, ihm schmeckt‘s nicht“. Das Buch gilt als das erfolgreichste deutsche Romandebüt der vergangenen 20 Jahre, die Verfilmung lief 2009 in den Kinos. 2005 folgte die Fortsetzung „Antonio im Wunderland“. Seine Bücher gibt es komischerweise nicht auf italienisch, wohl aber auf koreanisch.

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