Eschweiler/Aachen - Ausbildungssuche: Gärtner, Schreiner oder doch Einzelhandel?

Ausbildungssuche: Gärtner, Schreiner oder doch Einzelhandel?

Von: Christina Handschuhmacher
Letzte Aktualisierung:
5398745.jpg
Er weiß nun, dass der Schreinerberuf eine Alternative für ihn ist: Tim Trautmann hat – wie alle Achtklässler der Realschule Patternhof – beim Sozialwerk der Aachener Christen in einer Woche vier Berufsfelder erkundet. Foto: Christina Handschuhmacher

Eschweiler/Aachen. Werkstattatmosphäre. Der Geruch von frischem Holz liegt in der Luft. An den Werkbänken leimen, sägen und feilen die Schüler. Einer von ihnen ist Tim Trautmann. Sorgfältig bewegt der 14-Jährige die Säge durch das Holz. Er fährt entlang der aufgezeichneten Konturen. Immer mehr nimmt das Material Form an. Gleich hat er die Beine ausgesägt. Der kleine hölzerne Hund ist fast fertig.

Eigentlich würde Tim wohl gerade im Französisch- oder im Mathematikunterricht sitzen. Aber in dieser Woche steht etwas anderes auf dem Stundenplan des Achtklässlers. Etwas, das für den Schüler der Realschule Patternhof mindestens genauso wichtig ist wie Mathematik und Französisch: Die Vorbereitung auf das, was nach dem Schulabschluss kommt.

„Bei der Berufsfelderkundung geht es für unsere Schüler darum, in einer relativ kurzen Zeitspanne verschiedene Berufsfelder kennenzulernen und einen Einblick zu erhalten“, sagt die 2. Konrektorin und Berufswahlkoordinatorin Elke Cornetz. Die Vorbereitung auf das Leben nach der Schule beginne an der Realschule schon in der 5. Klasse mit spielerischem Methodentraining. Später würden unter anderem der Berufsinformationsabend, ein Schülerbetriebspraktikum in der 9. Klasse und Projekttage rund um die Themen Renten- und Sozialversicherung, Steuern und auch Benimm-Regeln fürs Vorstellungsgespräch folgen.

Nun kommt ein weiterer Aspekt dazu, der das Gesamtpuzzle Berufsvorbereitung vervollständigt: Unter dem Fachbegriff Neues Übergangsmanagement (NÜS) wird zusammengefasst, was Landesregierung, Wirtschaft, Gewerkschaften, Arbeitsverwaltung und Kommunen im Ausbildungskonsens beschlossen haben. Für jeden Schüler in der 8. Klasse sind eine Potenzialanalyse und eine Berufsfelderkundung Pflicht.

Deswegen verlassen die 164 Patternhof-Schüler eine Woche lang ihr Klassenzimmer und sind bei verschiedenen Trägern zu Gast. 60 von ihnen sind beim Sozialwerk Aachener Christen. Dort lernen die Schüler vier Berufsfelder kennen, am Abschlusstag haben sie Gelegenheit ihr Wahlmodul noch einmal zu vertiefen.

Im Bereich Holz üben die Schüler Feilen, Schleifen, Sägen und Leimen. Ein Garten- und Landschaftsbauer setzt mit ihnen unter anderem jahreszeitentypische Pflanzen. Wie ein Firmenfest organisiert wird, lernen die 13- bis 15-Jährigen im Bereich Wirtschaft sowie Verwaltung, und im Modul Verkauf geht es um die ansprechende Präsentation von Waren.

Liegt mir ein handwerklicher Beruf? Will ich Kontakt zu Menschen haben? „Diese Fragen sollen sich die Schüler bei der Berufsfelderprobung stellen“, sagt Christine Kappes, Projektkoordinatorin Übergang Schule-Beruf beim Sozialwerk Aachener Christen.

Und idealerweise haben sie am Ende der Woche Antworten auf diese Fragen gefunden und ein konkreteres Berufsziel vor Augen: so wie Henry Emael. Der 14-Jährige weiß schon dank der Arbeit in der Technik-AG seiner Schule, dass er später Schreiner oder Tischler werden möchte.

Und auch sein Mitschüler Tim Trautmann haben die Erfahrungen der Woche weitergebracht: „Eigentlich will ich später zur Polizei. Aber jetzt weiß ich, dass Schreiner auch eine gute Alternative für mich wäre.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert