Aufführung: Bergraths Kleinkriminelle helfen gerne

Von: jlm
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Agnes von Bergen (Angelika Bergrath), Elisabeth Kaldenbach (Claudia Kucharz) und Theresia Martens (Charlotte Grüttgen) überlegen, wie sie das viele Geld nun schnellstmöglich wieder los werden. Foto: Julia Meuser

Eschweiler. „Ich seh’s schon in der Zeitung: Banküberfall bringt graue Zellen auf Trab! Gut, dass das nur ein Spiel ist“, lacht Agnes. Doch dann wird es ernst.

Spätestens als Theresia Martens (Charlotte Grüttgen) mit ihren Freundinnen Agnes von Bergen (Angelika Bergrath) und Elisabeth Kaldenbach (Claudia Kucharz) die Kleider ihres bereits verstorbenen Mannes anprobiert und auf der Bergrather Theaterbühne einmal testet, wie genau sie den Bankangestellten am Schalter bedrohen müssen, damit auch genug Geld für sie rausspringt, wird den vielen Zuschauern klar: aus einer skurrilen Idee ist jetzt Realität geworden.

Blöd nur, dass sich die drei alten Damen bei ihren Bemühungen, den Banküberfall durch zu planen und sogar zu proben, selbst nicht ganz so ernst nehmen können.

Doch warum eigentlich das Ganze? Agnes und Lisa treffen sich seit bereits zehn Jahren jede Woche zwei Mal bei Theresia zum Romméspiel, was für sie das einzige Highlight ihres Alltags bildet. Doch irgendwann ist ihnen auch das zu langweilig.

Eines Tages fassen sie beim Rommé den Plan, ein wenig Geld zu ergattern, nicht nur um ihre Rente aufzustocken, sondern auch um etwas Gutes zu tun: das Geld soll nämlich dem nah gelegenen Seniorenheim zu Gute kommen.

Gesagt getan, doch dass die drei Damen so viel Geld, genau rund 480.000 Euro, ergaunern, damit haben selbst sie nicht gerechnet. „So eine kleine Sparkasse kann doch unmöglich so viel echtes Geld haben!“, wundern sich die drei und überlegen, wie sie das Geld nun schnellstmöglich wieder loswerden.

Schließlich kommt auch noch Theresias Nichte Maria Lothmann (gespielt von Petra Grün) den drei alten Damen mit ihrem Freund Norbert Bündgens (Udo Jouhsen) auf die Schliche. Gemeinsam wollen sie die drei einschüchtern, damit diese das Geld herausrücken und so einer Strafe entgehen.

Doch Norbert hat plötzlich ganz andere Pläne. Gelingt es ihm, mit dem gestohlenen Geld zu verschwinden? Oder spielen die Damen demnächst nicht mehr Rommé, sondern Poker? Dieses turbulente Theaterstück von Petra Blume, eine Komödie in drei Akten, raubte auch bei der zweiten Vorführung der Theatergesellschaft Fröhlichkeit den vielen Gäste im ausverkauften Bergrather Pfarrsaal am Freitagabend den Atem.

Nicht zuletzt aufgrund der grandiosen Leistungen der Schauspielerinnen und Schauspieler sowie der tollen Inszenierung durch den Regisseur Sascha Krauß war die Aufführung auch dieses Mal ein voller Erfolg: drei Stunden voller Spaß und Freude, in der herzhaft gelacht und die eine oder andere Lachträne nicht verdrückt werden konnte.

Schallenden Applaus ernteten am Ende sowohl die Schauspieler als auch der Regisseur: „Es macht einfach nur Spaß und Freude, in solch einem Applaus zu stehen“, sagte Sascha Krauß schließlich dankbar und rief gleichzeitig auf: „Probiert es doch mal aus“.

Die Komödie wurde 1992 auf der Fritz-Reuter-Bühne am Theater in Schwerin uraufgeführt, im Ohnsorg-Theater in Hamburg wurde sie dann 1996 zum Erfolgsschlager.

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