Auf Peter Maffays Finca verfliegen die Ängste

Von: Patrick Nowicki
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Eschweiler. „Man kann nicht von einer besseren Welt singen und die Realität, die für Kinder oft schmerzlich ist, unverändert lassen.” Dieser Satz stammt von einem deutschen Rockmusiker, von Peter Maffay. Vier Konzeptalben rund um den kleinen Drachen Tabaluga hat er inzwischen veröffentlicht.

Doch für eine weitere bedeutende Tätigkeit legt er gerne die Gitarre aus der Hand: Seit zehn Jahren besteht die Peter-Maffay-Stiftung, die sich für Kinder in Not einsetzt. Der beliebte Sänger hat den Worten Taten folgen lassen, wovon sich auch eine Gruppe des Eschweiler Hauses St. Josef überzeugen konnte. Sie verbrachte elf Tage in der Finca Ca´n Llompart auf Mallorca - auf Einladung der Stiftung.

Initiator der Aktion war der Erzieher Guido Möbus, der auf einer Autofahrt vom Engagement der Peter-Maffay-Stiftung erfuhr und sich spontan entschied, Kontakt zu ihrem Hauptsitz in Tutzing aufzunehmen. Seine Gruppe „Haus Lichtblick”, in dem Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 8 und 17 Jahren leben, kannte zwar Ferienfahrten, aber an einen Urlaub auf Mallorca war nie zu denken. Umso größer war die Freude, als die Zusage kam.

Schon der Flug war für die acht Teilnehmer ein Erlebnis, denn in einem Flieger hatten sie bisher noch nie gesessen. Auf der Urlaubsinsel brachen natürlich viele Eindrücke auf die Gruppe ein. Peter Maffay selbst begrüßte die Indestädter - es war jedoch der einzige Moment, an dem der Musiker in Erscheinung trat.

Auf der Finca kümmert sich ein professionelles Team um die Gruppen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kinder und Jugendlichen: „Natürlich stand auch der ein oder andere Strandtag auf dem Programm”, berichtet Guido Möbus. Aber meistens ging es schon früh los auf Entdeckungstour auf der Insel.

Die Arbeit in und mit der Natur gehörte zum Angebot dazu. „Die Kinder pflückten Zitronen, die so groß waren, wie sie in keinem Supermarkt zu kaufen sind”, so der Erzieher. Aus den Früchten wurde ein Kuchen gebacken und wurden Getränke selbst hergestellt. Arbeiten auf der Finca, wo auch viele Tiere leben, galt er ebenfalls zu erledigen. Alles wurde akribisch von den Betreuern geplant.

Was manche Menschen aus Seminaren kennen, wurde auf Mallorca in der Natur erlebt: Der Abstieg in eine dunkle Höhle, aus der man Hand in Hand nur durch einen Führer gelangte, stärkten das (Selbst)vertrauen und Gruppengefühl. Mallorca von der natürlichen Seite aus zu erkennen, so lautet das Motto der Stiftung.

Die andere Seite der Insel schauten sich die Kinder und Jugendlichen aber auch an: der Ballermann. „Die meisten waren geschockt”, sagt Guido Möbus, der mit Sozialpädagogin Katharina Bäumer die Gruppe begleitete.

Elf Tage lang erlebten die Schützlinge des Hauses St. Josef das, was bisher einmalig ist in ihrem jungen Leben, das ihnen bisher eher übel mitgespielt hat: ein entspannter Urlaub in der Gruppe. „Es war fantastisch”, fasst Guido Möbius zusammen. Nicht nur wegen der großzügigen Unterbringung und der großen Aufmerksamkeit, die der Gruppe zuteil wurde, sondern auch weil der Urlaub im Eschweiler Alltag positiv nachhallt.

„Viele Kinder leben nun auf, die Zusammenarbeit ist viel leichter geworden”, hat er erste Erfahrungen gesammelt. Peter Maffay hat Wort gehalten: Die Realität ist für die acht Eschweiler Kinder etwas schöner geworden.
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