Auf der Suche nach dem Osterhasen

Von: Leandra Kubiak
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Wer an Ostern denkt, dem kommt in den meisten Fällen auch gleich der Hase in den Sinn. Wir haben uns zum Fest bei einem Kaninchenzuchtverein umgesehen. Foto: Stock/Blickwinkel

Eschweiler-Dürwiß. In der Osterzeit ist der Osterhase kaum wegzudenken – ob in Form eines Plüschtiers, als Keramik- oder Holzfigur, oder als Schokohase in glänzender Folie – er begegnet einem dieser Tage fast überall. Dass es noch ganz andere Arten von Hasen, beziehungsweise Kaninchen gibt, verrät Willi Taufenbach.

Seit 1959 ist er Mitglied im Kaninchenzuchtverein R239 Eschweiler Dürwiß und züchtet selbst. Vom Großen Riesen, über den Deutschen Widder bis zum Blauen Wiener reicht das Spektrum der Zuchtrassen. In Taufenbachs Ställen finden sich heute sogenannte weiße Widderzwerge, und davon nur noch drei Stück. Das war nicht immer so. „Es gab Zeiten, da hatte ich 50 Kaninchen“, erzählt Taufenbach. In den Hochzeiten nahm er an Kreisschauen teil, bei denen 1000 Tiere präsentiert wurden. „Heute sind wir glücklich, wenn bei einer Kreisschau 200 Tiere gezeigt werden“, sagt Taufenbach.

Die Kaninchenzucht hat in seiner Familie Tradition. Sein Großvater hat den R239 Eschweiler-Dürwiß in den 1920er Jahren mitgegründet und auch sein Vater führte das Hobby weiter fort. So kam schließlich auch er zur Kaninchenzucht.

Heute fehle es schlicht an Nachwuchs, sagt Taufenbach. „Wir sind ein aussterbender Verein.“ Zehn Mitglieder zählt der Eschweiler Verein noch, das jüngste unter ihnen ist 40 Jahre alt. Die Zahl der Kaninchenzuchtvereine nimmt stetig ab, und Willi Taufenbach hat schon mehr als einmal Fusionen angeregt. Bislang vergeblich. Bei der Altersstruktur und der schwindenden Mitgliederzahl ist auch ein Ende des Dürwisser Vereins absehbar.

Ganz aufhören möchte Willi Taufenbach trotzdem nicht. Im Oktober richtet der Verein eine Schau aus. Bald soll es daher im Kaninchenstall noch einmal Nachwuchs geben. „Nach sieben Monaten sind die Tiere ausgewachsen und wiegen rund 1,1 Kilogramm“, sagt Taufenbach. Die Jungtiere könnten also eventuell schon bei der nächsten Schau gezeigt werden. Eine Häsin ist etwa alle zehn Tage fruchtbar. Setzt man Häsin und Bock zusammen, sei die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass es auch „klappt“ mit dem Nachwuchs, sagt Taufenbach. Eine Häsin trägt rund 30 Tage und bringt etwa fünf bis sechs Jungtiere zur Welt. Unterschiede gibt es zwischen Feldhasen und Stallhasen, erläutert Taufenbach. Ein Stallhase trage 30 Tage und bringe seine Junge nackt zur Welt. Ein Feldhase trage zwölf Tage mehr und die Jungen tragen bei der Geburt bereits ein Fell.

Wird ein Tier auf einer Schau präsentiert, werden bei der Bewertung verschiedene Merkmale berücksichtigt: Gewicht, Körperbau, Fell, Farbe, Pflegezustand und Behang, also die Ohren des Tieres, sind einige der Kriterien.

Beim Fell werden zum Beispiel Unterwolle, Deckhaar und Fellzustand beurteilt. Dabei sollte die Unterwolle möglichst dicht sein, das Deckhaar gleichmäßig. Beim Pflegezustand wird darauf geachtet, dass das Tier ein möglichst sauberes Fell und saubere Ohren hat und die Krallen sauber und gut beschnitten sind.

Besitzt man 50 Kaninchen, kommen für Futter und Stallpflege etwa 1000 Euro im Jahr zusammen, schätzt Taufenbach. Beim Futter setzt er auf ein Standardfutter, die Ställe werden mit Sägespänen ausgelegt. Neben der Säuberung der Ställe sollten auch regelmäßig die Krallen der Tiere geschnitten werden. Einmal im Jahr steht außerdem eine Impfung gegen RHD, auch Chinaseuche genannt, an. Aus dem Stall geholt werden die Tiere durchaus mal, gekuschelt werde aber nicht, sagt Taufenbach. Einen Namen bekommen seine Tiere auch nicht. Bei 50 Kaninchen würde man wohl auch den Überblick verlieren. Bleibt eine letzte Frage: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Hase und Kaninchen? Hier ein paar Unterscheidungsmerkmale: Hasen haben in der Regel längere Ohren und kräftigere Hinterbeine als Kaninchen. Kaninchen graben Erdbaue, während Hasen im freien Feld leben. Hasen sind meist Einzelgänger, während manche Kaninchenarten, zum Beispiel das Wildkaninchen, gesellig leben.

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