Auf den Spuren einer schillernden Herrscherin des Mittelalters

Von: ran
Letzte Aktualisierung:
krieger
Nach den Leseproben aus seinem Roman „Rosen für die Kaiserin” signierte Autor Günter Krieger die Exemplare seiner Leser.

Eschweiler. Sie wurde (wahrscheinlich) nur 35 Jahre alt und ist heutzutage auch nicht wirklich im Bewusstsein der Menschen verankert. Und doch gehörte sie zu den schillerndsten Persönlichkeiten des Mittelalters: Theophanu heiratete im April 972 in Rom Otto II., Kaiser des römisch-deutschen Reiches, und herrschte nach dem frühen Tod ihres Mannes selbst sieben Jahre lang als Kaiserin.

Autor Günter Krieger hat die Frau, die als junge byzantinische Prinzessin aus dem prächtigen Konstantinopel in das als „barbarisch” geltende Reich im Westen aufbrechen musste und dort zu einer der einflussreichsten Herrscherinnen des Mittelalters aufstieg, in den Mittelpunkt seines neusten Romans „Rosen für die Kaiserin” gestellt.

Im Rahmen der Aktionswoche „Treffpunkt Bibliothek” gab der Schriftsteller nun in der Stadtbücherei einige Leseproben und wies darüber hinaus auch auf die Neufassung seines ersten Buches „Teufelswerk” aus dem Jahr 1999 hin.

„In meinem 14. Buch steht erstmals eine historische Person im Mittelpunkt, so dass ich mich streng an geschichtliche Fakten halten musste”, erklärte Günter Krieger zu Beginn seiner Lesung. Doch natürlich hat sich der 46-Jährige, der auch als examinierter Krankenpfleger am St.-Antonuis-Hospital in Eschweiler tätig ist, „künstlerische Freiheiten” gelassen. So kreuzen sich die Wege von Theophanu und des frei erfundenen Bauernmädchens Jutta in seinem 280 Seiten starken Roman. Erstmals, als die Kaiserin in einer Försterhütte bei Neuss einen Monat zu früh Zwillinge zur Welt bringt. Dort schenkt Theophanu Jutta eine silberne Haarspange.

Das Kind fasst den Entschluss, nicht Bäuerin zu werden und Gefahr zu laufen, hungern zu müssen. Sie möchte in das Gefolge der Kaiserin aufgenommen werden. Doch erst am Sterbetag von Theophanu sehen sich die beiden ungleichen Protagonisten des Romans wieder.

Nach den Leseproben stellte sich Günter Krieger den Fragen seiner Zuhörer und berichtete über seine Arbeitsgewohnheiten. „Ich recherchiere sowohl vor als auch während des Schreibvorgangs”, so der Autor. Ist die Rohfassung eines Buches fertiggestellt, lässt der Autor sein Werk auch schon einmal einige Wochen liegen, ehe er an die Feinarbeit geht.

Etwas skeptisch äußerten sich einige Zuhörer im Hinblick auf die Überarbeitung und das Neuerscheinen älterer Werke, etwa des Romans „Teufelswerk”, dem ersten Teil der erfolgreichen „Merode Trilogie”. „Als Autor strebt man natürlich auch etwas nach Perfektion, deshalb werden die Bücher vor allem sprachlich überarbeitet. An den Geschichten ändert sich, bis auf wenige Details, nichts. Der Mörder bleibt der Gleiche”, beruhigte Günter Krieger seine Leser.

Theophanu ist heute zwar nicht in aller Munde, aber auch keinesfalls vergessen. „Noch heute werden an ihrem Grab im Westwerk der Kölner Pfarrkirche St. Pantaleon Blumen niedergelegt.” Rosen für die Kaiserin eben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert