Auf dem Kartoffelfest dreht sich alles um den Erdapfel

Von: kaba
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Die Natur mit den Händen fassen und aus Ton etwas schaffen. Ein besonderes Erlebnis für die kleinen Besucher des Kartoffelfestes. Foto: Katja Bach
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Auch wenn der Praxiseinsatz ausfallen musste, kam der Traktor dennoch zum Einsatz. Familie Johnen lud zu einer Rundfahrt im Anhänger ein, die allen Spaß machte. Foto: Katja Bach

Eschweiler. Einladend weisen zwei riesige, nett gekleidete Strohfiguren den Weg zum Kartoffelfest. Auf dem Hof von Hermann-Josef Johnen ist dieses Fest einer Art Tradition. „Was als kleine Informationsveranstaltung über die Kartoffel startete, ist zu einem großen Fest geworden.“, berichtet der Bauer lachend. Von Jahr zu Jahr kamen mehr Leute auf den Langender Hof und auch die Gruppe der Aussteller vermehrt sich von Jahr zu Jahr.

So gibt es einige Stände, die bereits seit Jahren ihre Ware auf dem Kartoffelfest anbieten, und andere, die in diesem Jahr zum ersten oder zweiten Mal dabei sind. So zum Beispiel Liköre aus Bittburg oder ein Stand mit Wildfleisch. „Hier findet man alles, das im Entferntesten mit Natur zu tun hat.“, erklärt Johnen das Prinzip. Deshalb dürfen auch Honig aus Röhe, selbst gestrickte Socken und Holzfiguren nicht fehlen. Auch die Kleinen sollen den Bezug zur Natur lernen. So können sie zum Beispiel selber etwas aus Ton formen.

Selbstverständlich bleibt der Ursprung des Festes ebenfalls erhalten und der Kartoffel wird eine Hauptrolle zugeschrieben. Hermann-Josef Johnen erklärt den Besuchern ganz genau, was mit der Kartoffel auf seinem Hof passiert. Von der Ernte über die Lagerung bis hin zur Verarbeitung und Schälung schildert er alles, was die Zuhörer wissen sollten.

Ein besonderes Highlight bei dieser Führung ist der sogenannte Kartoffelschäler. Stolz präsentiert Johnen das große Gerät, dass Kartoffeln und Schale säuberlich trennt. „Wenn die Kartoffeln dann auf der anderen Seite ankommen, werden sie von Hand nachgeschält und geteilt.“, berichtet er. Egal ob als Scheiben, Würfel oder gerieben, großer Wert wird auf die konservierungsfreie Verpackung gelegt. Sind die Kartoffeln dann abgepackt, können sie zum Beispiel im eigenen Bauernladen verkauft werden. „Mir ist die Nähe zum Verbraucher wichtig.“, betont Johnen, der von der „Diktatur der Großabnehmer“ weg will.

Nach der Führung können dann auch die Traktoren und Mähdrescher genau betrachtet werden, die zur Ernte dienen. Auf Grund des schlechten Wetters musste am vergangenen Wochenende der Praxiseinsatz ausfallen, aber allein die Fahrt im Anhänger eines alten Treckers war ein Erlebnis. Ebenso spannend war es zu sehen, wie die Traktoren vor einigen Jahrzehnten aussahen und wie sie sich verändert haben. Unter den Betrachtern dieser besonderen Ausstellung fanden sich so auch kleine Experten wieder. Der elfjährige Moritz Beume untersuchte die Fahrzeuge mit seinem Opa ganz genau. Er sammelt Modelle der Traktoren und erkannte fachmännisch die Unterschiede zu früher und heute. Ein besonderer Moment, als ihm erlaubt wird, auf einem Lanz Bulldog aus dem Jahr 1938 aufzusitzen.

So gab es auf Johnens Kartoffelfest für jeden etwas zu entdecken. Am Nachmittag kam das Fest dann auf seinen Höhepunkt, denn nacheinander brachten die „Krötsch“ und „Brass on Spass“ die Kartoffelfreunde auf Hochstimmung. Und damit auch alle auf den Langendorfer Hof kommen konnten, die wollten, stellte Euregiotour einen Shuttlebus von Eschweiler und Dürwiß nach Kinzweiler.

Da die Kartoffel aber auch als Lebensmittel im Mittelpunkt stand, machte Hermann-Josef Johnen seinem Motto „Geschälte Kartoffel in vielen Formen“ alle Ehre und bot, mit Hilfe vieler freiwilliger Helfer, seine Kartoffeln an. Ob Bratkartoffel, Reibekuchen oder selbstgemachte Chips, in jeder Form konnte man sich von Qualität und vor allem vom Geschmack des Gemüses überzeugen.

„Ich habe 400 Tage im Jahr Kartoffeln“, verrät Johnen und will damit sagen, dass er seine mit Leidenschaft produzierten Kartoffeln zu jeder Zeit an die Verbraucher weitergeben kann. Und auch deshalb gibt es allen Grund zum Kartoffelfest, das sicherlich im nächsten Jahr noch ein Stückchen größer sein wird.

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