Auf dem Bolzplatz sind alle gleich

Von: anro
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Fußball verbindet: Die mobile Jugendarbeit veranstaltet in den Ferien Bolzplatzturniere. Eins fand jetzt an der Gutenbergstraße statt. Die Kinder hatten jede Menge Spaß daran.

Eschweiler. Im Rahmen des Ferienprogramms der mobilen Jugendarbeit des Jugendamtes der Stadt Eschweiler fand auf dem Bolzplatz an der Gutenbergstraße in Eschweiler, eine der insgesamt vier Bolzplatzmeisterschaften statt. Die weiteren Spiele wurden im Kulturpark Weisweiler, auf dem Bolzplatz in Bergrath „Im Felde“ sowie auf dem Bolzplatz an der Moselstraße ausgetragen.

Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen kickten die Kinder und Jugendlichen mit viel Ehrgeiz und Spaß bei der Bolzplatzmeisterschaft an der Gutenbergstraße. Die Spiele standen unter dem Motto „Fair-Play“. Ein neunjähriger Teilnehmer zeigte sich begeistert, denn beim Fußball „da können alle Kinder mitspielen“, sagte er. Sein gleichaltriger Mitspieler freute sich ebenfalls: „Dann kann ich zeigen, was für einen harten Schuss ich habe.“

Die beiden befragten Jungs spielen in ihrer Freizeit in einem Fußballverein. Bei dem Turnier der mobilen Jugendarbeit spielten die beiden für Juventus Turin. Den Namen für ihre Mannschaft durften sich die Kinder und Jugendlichen selber aussuchen. So spielten neben Juventus Turin die Teams Deutschland, FC Bayern München, FC Barcelona, FC Mystery, Besiktas und Real Madrid. Ebenso konnten die Kinder und Jugendlichen selber entscheiden, mit wem sie zusammen in einer Mannschaft spielen wollten. Voller Vorfreude und Energie konnten es die Kinder kaum erwarten, dass das erste Spiel angepfiffen wurde.

Insgesamt gab es sieben Teams mit jeweils vier Feldspielern und einem Torwart. Ein Spiel dauerte acht Minuten. Das Finalspiel gewann die Mannschaft FC Mystery mit 2:1 gegen FC Barcelona. Die beiden Finalisten erhielten Urkunden und dem Sieger der Bolzplatzmeisterschaft wurde am Ende des Turniers ein gespendeter Sachpreis überreicht. Als Stärkung gab es während der Veranstaltung für die jungen Sportler Gegrilltes sowie Getränke.

Die mobile Jugendarbeit ist seit mittlerweile 14 Jahren in Eschweiler tätig. Mit einem umgebauten Rettungswagen sind die Mitarbeiter der mobilen Jugendarbeit unterwegs und kümmern sich um die Belange der Jugendlichen, erzählte Christian Kolf, Mobiler Jugendarbeiter in Eschweiler. Sie sind beratend tätig und helfen bei Problemen und Konflikten unterschiedlichster Natur. Ebenso organisieren sie regelmäßige Veranstaltungen wie das Ferienprogramm.

Normalerweise liegt die Zielgruppe bei Jugendlichen ab zwölf Jahren. Das Turnier an der Gutenbergstraße war allerdings etwas Besonderes. Denn an diesem Turnier nahmen hauptsächlich sehr junge Kinder ab etwa fünf Jahren teil.

Raphael Kamp ist Mitarbeiter im Quartiersbüro Eschweiler-West. Das städtische Projekt „Integration von Flüchtlingen im Quartier Eschweiler-West“ wird gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Aachen-Land angeboten, erklärte er. Die Mitarbeiter des Projektes begleiten den Stadtteil und organisieren beispielsweise Veranstaltungen. Das Quartiersbüro ist dabei Anlaufstelle für die Bürger des Quartiers. Dem Projekt gehören in Eschweiler-West drei städtische Unterkünfte an, in denen vor allem Familien mit kleinen Kindern leben. Darunter seien viele Migranten und Flüchtlinge, die häufig noch sehr jung sind. Die meisten der Eltern können sich keinen Urlaub leisten und oftmals fehlt es an der Freizeitgestaltung für die Kinder. Die Frage sei daher: „Was machen die Kinder in den Ferien?“, so Raphael Kamp.

Kulturen zusammenbringen

Im Austausch mit Christian Kolf kam es daher zu der Idee, das Bolzturnier an der Gutenbergstraße gemeinsam zu veranstalten. „Was alle zusammenbringt und woran alle Spaß haben, ist nun mal Fußball“, erklärte Christian Kolf. Gerade bei sprachlichen und kulturellen Unterschieden und Hürden sei es wichtig bei den Kindern anzusetzen und die vielen Sprachen und Kulturen zusammenzubringen, erläuterte Raphael Kamp.

Neben der Bolzplatzmeisterschaft wurden in den vergangenen Wochen noch weitere Aktionen wie die Renovierung des Jugendcafés des städtischen Jugendtreffs „Check-In“ sowie eine Graffitiaktion auf dem Spielplatz an der Ardennenstraße angeboten. Die mobile Jugendarbeit Eschweiler bietet jedes Jahr ein Ferienprogramm an. Die Wünsche und Ideen der Jugendlichen sind bei der Planung entscheidend: „Die Ideen für das Ferienprogramm kommen von den Jugendlichen“, erklärte Christian Kolf. Ein wichtiger Punkt sei die Partizipation der Jugendlichen, ergänzte er. Sie sollen mitbestimmen, wie sich ihr Lebensumfeld verändert und welche Aktionen geplant werden sollen.

Die Mitarbeiter der mobilen Jugendarbeit überlegen dabei, wie die Ideen umgesetzt werden können, so Christian Kolf. Die Termine und Orte, an denen die Bolzturniere stattfanden, wurden beispielsweise im Vorhinein gemeinsam mit den Jugendlichen abgesprochen und ausgewählt. Es werde zudem versucht, die Veranstaltungen möglichst kostenlos anzubieten, um allen die Teilnahme an den Aktionen zu ermöglichen. Junge Menschen in Eschweiler haben Vorstellungen und Wünsche, wie die Stadt, in der sie leben, aussehen soll und was verändert werden könnte. Der Kerngedanke der mobilen Jugendarbeit ist daher, „den Jugendlichen eine Stimme zu geben, die dann auch gehört wird“, sagte Christian Kolf.

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