Auf 38 Kilometern kommen Pilger zur Ruhe

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Auf idyllischen Wanderwegen durch die Eifel: die Pilgergruppe der Heimbach-Bruderschaft St. Michael am Samstag auf ihrem 38 Kilometer langen Marsch nach Heimbach.

Eschweiler. Als die Pilgerschar am Samstag früh um 5.45 Uhr loszog, leuchteten noch die Sterne über ihnen. Doch mittags, beim steilen Aufstieg aus dem Kalltal hinauf nach Schmidt, brannte die Sonne vom Himmel. Da floss mancher Schweißtropfen. Die Wallfahrer nahmen es mit Humor: „Immer noch besser als Dauerregen.” Den hat mancher von ihnen auch schon erlebt.

Seit 28 Jahren pilgern Christen der katholischen Gemeinde St. Michael zu Fuß nach Heimbach. Eine noch recht junge Pilgerbruderschaft. Die Eschweiler Kevelaer-Bruderschaft zum Beispiel, 1734 gegründet, ist fast zehn Mal so alt. Mehrere der Männer und Frauen, die am Samstag nach Heimbach zogen, gehen jedes Jahr auch die Kevelaer-Wallfahrt mit. In diesem Jahr lagen die beiden Wallfahrten zeitlich dicht beieinander. „Deshalb sind wir in diesem Jahr nicht so viele wie sonst”, erzählt Helmut Billig, der Leiter der Bruderschaft.

38 Kilometer lang ist der Weg von Eschweiler nach Heimbach. Am frühen Samstagmorgen machten sich 15 Pilger auf diesen Weg. Auch Pfarrer Dr. Andreas Frick, der den Teilnehmern zuvor nach einer Eucharistiefeier in St. Michael den feierlichen Pilgersegen spendete, wanderte bis Schevenhütte mit.

Schevenhütte ist traditionell die erste Raststation. Das 2. Frühstück gibt es in Hürtgen. Dort waren am Samstag im Pfarrheim bereits die Tische gedeckt, Kaffee und Tee standen bereit, als die Eschweiler Pilger eintrafen. Auf der Eifelhochfläche in Schmidt, bevor es hinunter ins Rurtal nach Heimbach geht, wurde zu Mittag gegessen. Am Samstag ehrte die Bruderschaft dabei drei Teilnehmer, die in diesem Jahr zum zehnten Mal nach Heimbach wanderten.

Am Ortsausgang von Schmidt, bevor es hinunter ins Tal geht, steht als Andachtsort das Pilgerkreuz der Bruderschaft. Ein inzwischen verstorbenes Mitglied hat es vor Jahren gestiftet. Das aus Edelstahl gestaltete Kreuz erinnert stilistisch an das ebenfalls schlicht-moderne Kirchengebäude von St. Michael.

Die jeweils drei Raststationen auf dem Hin- und dem Rückweg sind zugleich Stationen der Besinnung und der Hinwendung zum Thema der Wallfahrt. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Zur Hoffnung berufen”. Bevor die Pilger ein neues Stück des Weges beginnen, richten sie mit Meditationen und Gebeten ihre Gedanken auf dieses Thema: „Als Christen sind wir berufen, als Menschen der Hoffnung zu leben, denn was kann uns schon geschehen mit einem Gott der Hoffnung im Gepäck?”

Unterwegs, beim Wandern, wird immer wieder der Rosenkranz gebetet. So zu pilgern, mit den gemeinsamen Gebeten und Liedern, sei in gewisser Weise eine Art des meditativen Gehens, erläuterte Helmut Billig. Gedanken kommen zur Ruhe, man werde innerlich offen für Neues. Hinzu kommen die Gespräche, die man unterwegs führt, andere und tiefere Gespräche als in der Hektik des Alltags.

Das Ziel der Fußwallfahrt ist die „Schmerzhafte Mutter Gottes”, eine spätgotische Marienpieta, die seit 1981 in der Salvatorkirche direkt neben der vorherigen Wallfahrtskirche St. Clemens im Eifelort Heimbach steht. Alljährlich besuchen rund 60 000 Pilger die Wallfahrtskirche und dieses Standbild, das ein Heimbacher Strohdachdecker 1490 in Köln gekauft hat. Anschließend habe er, so berichten Chroniken, als Einsiedler im Kermeterwald gelebt und eine Kapelle für die Pieta errichtet - der Beginn der Verehrung der „Schmerzhaften Mutter von Heimbach”.

Mit einer kurzen Sakramentsandacht wurden die Eschweiler Pilger am Samstag Nachmittag in Heimbach empfangen. Um 17.45 Uhr war Messe in der Wallfahrtskirche. Ein Teil der Pilger legte auch den Rückweg am Sonntag zu Fuß zurück, erneut 38 Kilometer durch die Eifel. Diesmal ohne strahlenden Sonnenschein, stattdessen regnete es zeitweilig. Am späten Nachmittag wurden die Pilger wieder in Eschweiler empfangen.
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