Auch im Eschweiler Süden nimmt die Anzahl der Geschäfte ab

Von: Tobias Röber
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Die Gaststätte (vorne rechts) steht seit vielen Jahren leer. Direkt gegenüber befand sich einst eine Tankstelle, später ein Getränkehandel. Beides ist Geschichte. Fährt man die Quellstraße weiter, kommt man an der Bäckerei (linke Seite) und später dem Hofladen vorbei. Foto: Tobias Röber

Eschweiler-Hastenrath. Tim Toupet hat vor mittlerweile zehn Jahren das Lied „Du hast die Haare schön“ veröffentlicht. Irgendwie passt es ein wenig zu Hastenrath und Scherpenseel – dort gibt es nämlich drei Friseure. Im Rahmen unserer Serie zur Nahversorgung in den Ortsteilen haben wir uns in Hastenrath und Scherpenseel umgesehen.

Den Orten, die im Jahr 2008 beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ ganz vorne lagen. Unterwegs waren wir mit Armin Gille, der dort aufgewachsen ist.

Geschichte wiederholt sich

Die Geschichte wiederholt sich bei unseren Touren. Vergleicht man in Hastenrath und Scherpenseel auf die Anzahl der Läden nach dem Zweiten Weltkrieg und heute, ergibt sich ein Verhältnis von 12:2 zu Gunsten von früher. Es gab das Zigarettengeschäft Pastor, die Bäckerei Pütz, die Lebensmittelläden Willms, Claßen/Völl sowie Jakob Kohl und auch bei Textilien Flöhr konnten die Einwohner Lebensmittel erwerben. Die Familien Müller, Münstermann und Vogts unterhielten Bäckereien, es gab das Geschäft für Farbartikel der Familie Schornstein und die Metzgereien Laufs und Bartz.

Schwerpunkt am Supermarkt

Und heute? In fast unmittelbarer Nachbarschaft sind der Hofverkaufsladen Hillemacher (Edelobstplantage) und eine Bäckerei, die auch sonntags geöffnet hat, angesiedelt. Zum Einkaufen geht‘s für die meisten Bürger zum großen Supermarkt an der Bohler Straße, in unmittelbarer Nähe zum Heim der KG Eefelkank. Armin Gille bezeichnet den Supermarkt in Bohl/Volkenrath, das Vereinsheim der Karnevalisten sowie das neue Heim des fusionierten Vereins SC Berger Preuß als einen Schwerpunkt im Eschweiler Süden.

Rund um die Kirche

Ein weiterer ist sicher das Areal an der Kirche St. Wendelinus, wo es die Bank, einen kleinen Post-/Lottoladen sowie eine Frittenbude gibt. In unmittelbarer Nähe zur Kirche und damit zentral im Ort liegt der Friedhof.

Gaststätten gibt‘s ebenfalls nur noch zwei: Killewittchen und Zur Quelle. Einst waren es sieben: Bingen, Zur alten Post, Seeger, Zur Kanne (heute Raiffeisenbank) und Willms in Scherpenseel. Vielleicht auch damit einhergehend hat die Zahl der ortsansässigen Vereine ebenfalls abgenommen. Der FC Preußen Hastenrath besteht im mit dem SV Nothberg fusionierten Verein SC Berger Preuß fort, mit der Chorgemeinschaft Hastenrath/Nothberg gibt es einen weiteren Zusammenschluss zweiter Vereine aus eben diesen beiden Orten und die Eefelkank wird wohl auch noch viele Jahre überleben. Früher gab es den Cäcilienverein, einen Billard-, einen Mandolinen- und gleich vier Kegelclubs.

Viele Landwirte

Hastenrath und Scherpenseel sind traditionell Orte, in denen die Landwirtschaft einen hohen Stellenwert besitzt. Fünf Landwirte gibt es heute noch, nach dem Zweiten Weltkrieg waren es derer gar 14.

Die Kalkwerke nehmen in Kürze ihren Betrieb in abgespeckter Form wieder auf und nicht weit davon entfernt hat die Containerfirma Schümmer ihren Sitz. Dazu gibt es eine Werkstatt für Kfz-Reparaturen. Es existierten vor vielen Jahren zwei, ebenso hatten die Einwohner Polsterei, zwei Schreinereien sowie einen Fliesenleger im Ort.

Lob für die Busverbindung

Für ältere Einwohner gibt es zweimal ambulant betreutes Wohnen und einen ambulanten Pflegedienst. Was sich Armin Gille für Hastenrath und Scherpenseel wünscht, ist eine bessere ärztliche Versorgung. Genügend Platz gebe es dafür. Ein Lob gibt es für die Busverbindungen, die laut Gille besser als etwa in Nothberg ist.

Die Zahl der Friseure ist gestiegen. Hilgers ist seit eh und je eine feste Institution in Hastenrath, damals gab es noch Leipertz, heute einen in Scherpenseel und einen an der Wendelinusstraße. Um an Lebensmittel zu kommen, müssen die Hastenrather und Scherpenseeler schon ein wenig fahren. Dafür brauchen sie in der Regel nicht allzu lange auf einen Friseurtermin zu warten.

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