Auch Eschweiler Vereine setzen auf den Handballboom

Von: Annika Kasties
Letzte Aktualisierung:
11684829.jpg
Verdienter Sieg: Das unbekümmerte Spiel des neuen Handballeuropameisters hat in Deutschland eine regelrechte Euphorie für die Randsportart ausgelöst. Foto: dpa

Eschweiler. Es war eine Sensation, die so keiner kommen sah: Die Handballnationalmannschaft gewann am Sonntag als Außenseiter das Finale gegen Spanien – und entfachte damit eine ganz neue Euphorie für die Sportart.

Unter den rund 13 Millionen Zuschauern, die das Spiel im deutschen Fernsehen verfolgten, fieberte auch Stephan Zippel mit. Der Geschäftsführer des TFB Röhe hatte seine Handballkollegen vom Verein in seinem Wohnzimmer versammelt. Anlässe für laute Freudenrufe lieferten die deutschen Spieler genug.

„Wir haben gefeiert und gejubelt“, berichtet Zippel. Auch einen Tag später ist er immer noch begeistert von der Leistung der Sportler. „Die Mannschaft hat als gesamtes Team funktioniert. Dass sich auch junge Spieler, die nachnominiert wurden, nahtlos in das Team eingefügt haben, spricht für eine charakterstarke tolle Mannschaft.“

Von dieser Stärke hoffen nun auch die lokalen Handballvereine profitieren zu können. Bereits nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft 2007, in der sich das deutsche Team als Sieger durchsetzte, habe es im Kinder- und Jugendbereich einen regelrechten Anmeldeboom gegeben, erinnert sich Armin Alten, stellvertretender Vorsitzender der ESG-Handballabteilung.

Nach den Erwartungen des Trainers der 1. Herrenmannschaft des Vereins dürfte sich dieses Phänomen nun wiederholen. „Ich denke schon, dass jetzt einige Leute zu uns kommen werden. Und wenn die Leute einmal anfangen, bleiben sie häufig auch dabei“, zeigt sich Alten zuversichtlich.

Auch Stephan Zippel hofft, dass der TFB Röhe jetzt den einen oder anderen zusätzlichen Spieler anwerben kann. Gerade im Jugendbereich dürfte die Handballeuphorie zu spüren sein, mutmaßt er. Da der TFB Röhe jedoch als kleiner Verein mit gerade mal 50 Mitgliedern über keine Jugendmannschaft verfügt, baut der Freizeitsportler darauf, dass sich auch Erwachsene dazu entscheiden, neu in den Sport einzusteigen.

Der große Konkurrent Fußball

Dass der Handball nun endlich die mediale Aufmerksamkeit genießt, die er nach Meinung der beiden Trainer verdient, freut die Eschweiler Vereine. Schließlich habe es die Handballweltmeisterschaft im vergangenen Jahr nicht einmal ins Free-TV geschafft. „Wir kämpfen seit Jahr und Tag darum, dass der Handball präsenter in den Medien vertreten ist“, sagt Zippel mit Blick auf den großen Konkurrenten Fußball.

Doch der Sport wird nicht nur in der medialen Berichterstattung vom Fußball überschattet. Auch bei der finanziellen Förderung haben der Handball und andere Randsportarten das Nachsehen. So gewährt die Stadt Eschweiler allen Sportvereinen Zuschüsse für die Anschaffung und Modernisierung von Sportgeräten.

Darüber hinaus erhalten Vereine im Rahmen der Jugendförderung gestaffelt nach der Anzahl ihrer jugendlichen Mitglieder Geld. Ein Privileg bleibt jedoch dem Fußball vorbehalten: Sie werden für die Pflege ihrer Sportstätten gesondert bezuschusst, teilt Helmut Friedrichs vom Amt für Schulen, Sport und Kultur mit.

Bezüglich der städtischen Finanzspritzen durch die Stadt, gibt Armin Alten zu: „Es könnte etwas mehr sein.“ Gerade in der Jugendarbeit leiste der Verein genauso wichtige Arbeit wie die Konkurrenten. „Es ist schade, wenn wir aufgrund finanzieller Engpässe nicht so viel leisten können, wie wir gerne würden.“ Auch Zippel betont: „Die soziale Verantwortung geht leider immer mit Geld einher.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert