Auch die Ausbildung des Charakters ist wichtig

Von: Andreas Röchter
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Nach neun Jahren am Ziel: 95 Schüler der Bischöflichen Liebfrauenschule legten in den vergangenen Wochen erfolgreich ihre Abiturprüfungen ab. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Ihr Weg war lang und manchmal sicherlich auch steinig. Doch nach (meistens) neun Jahren ist das Ziel nun erreicht. 95 Schüler der Bischöflichen Liebfrauenschule legten in den vergangenen Wochen erfolgreich ihre Abiturprüfungen ab. Am Freitag erhielten sie im Rahmen einer Feierstunde ihre Reifezeugnisse.

Neben den aktuellen Abiturienten und ihren Angehörigen begrüßte Schulleiter Dr. Manfred Meier auch 13 Gold- und acht Diamantabiturientinnen unter den Gästen. Dann richtete er sein Wort an die Hauptpersonen der Feierstunde.

„Leider ist heutzutage die Ausbildung des Charakters, die Menschenbildung, immer weniger gefragt”, stellte der Schulleiter fest. Vor allem Führung brauche Bildung. „Wer führt, sollte in der Lage sein, über sich nachzudenken und sich einschätzen können”, betonte Dr. Manfred Meier. Die sogenannte „Bildungskrise” sei nicht zuletzt aus Mangel an Führung entstanden. „Ich hoffe, dass wir euch die Bildung vermitteln konnten, die euch befähigt, später verantwortungsbewusst zu führen”, schloss der Schulleiter seine Ansprache.

Bürgermeister Rudi Bertram forderte, sich in die Gesellschaft einzubringen: „Als Abiturienten sind sie privilegiert. Geben sie bitte etwas zurück.” In die gleiche Kerbe hatte bereits Weihbischof Dr. Johannes Bündgens während des Gottesdienstes am Nachmittag in der Pfarrkirche St. Peter und Paul geschlagen. „Euch ist die Welt in die Hände gelegt. Das verbindet euch untereinander. Seid ihr nun bereit, eure Fähigkeiten in den Dienst der Menschheit zu stellen?” lautete seine Frage.

Die Schulpflegschaftsvorsitzende Stephanie Berretz erinnerte die Abiturienten daran, dass dieser wichtige Augenblick sowohl ein End- als auch ein Startpunkt sei. „Viele Erinnerungen und gemeinsame Erlebnisse werden aber im Gedächtnis bleiben, weil sie und ihre Eltern sich für diese Schule und damit für eine Erziehung nach christlichen Werten entschieden haben.”

Mit Professorin Dr. Helga Bilden richtete dann eine Rednerin das Wort an die Absolventen, die vor einem halben Jahrhundert ihr Abiturzeugnis an der Bischöflichen Liebfrauenschule erhalten hatte. „In den vergangenen 50 Jahren hat sich natürlich vieles verändert. In mancher Hinsicht hatten wir es damals besser. In unserer Abschlussklasse waren 15 Schülerinnen. Heute ist vieles nicht mehr planbar. Somit ist das Ende der Schulzeit in gewisser Hinsicht auch der Eintritt in die Unsicherheit. Vertrauen sie darauf, dass aus vielen manchmal ausweglos erscheinenden Situationen noch etwas zu machen ist.”

Arne Ekberg zog als Vertreter der Jahrgangsstufenpflegschaft eine Bilanz der abgelaufenen neun Jahre und dankte der Schulleitung und dem Lehrerkollegium.

Die Abiturienten Katja Bach, Philine Bündgens, Inga EkbergÊ und Lars Telschow, ließen anschließend ihre Schulzeit aus der Sicht von Teilnehmern an einer Casting-Show Revue passieren. „Leider haben es nicht alle, die sich beworben haben, in die Band geschafft”, mussten sie auch mit Wermutstropfen leben. „Während unserer zahlreichen Auftritte haben wir auch manchmal das Ziel aus den Augen verloren. Tourneen führten uns nach Kroatien und Rom, zuletzt haben wir uns dann mit großer Ernsthaftigkeit auf die Finalshow vorbereitet und schließlich der Entscheidung der Jury entgegengezittert”, berichtete das Quartett, das nicht vergaß, die Verdienste eines Menschen hervorzuheben: „Der Dank gilt unserem Manager (Jahrgangsstufenleiter) Winfried Brinkhues, der uns manchmal auch unangenehme Wahrheiten mitteilen musste.”

Zu Klängen von Elton Johns „Im still standing” betrat dann eben dieser die Bühne der Aula. „Auch ich bin glücklich über die vergangenen drei Jahre, die viele Emotionen freigesetzt haben. Würde man mich noch einmal fragen, euer Beratungslehrer zu werden, würde ich es wieder tun.”

Dann folgte die Ausgabe der Abiturzeugnisse. Musikalisch gestaltet wurde die Abiturfeier von der Instrumentalgruppe der Bischöflichen Liebfrauenschule unter der Leitung von Bert Schopen, die mit „Circle of Life” aus dem König der Löwen das Programm eröffnete. Sarah Ziemons aus der 11. Jahrgangsstufe präsentierte, von Professor Michael Hoppe am Klavier begleitet, Auszüge aus Mozarts Flötensonate KV 14. Pia Eßer aus der Klasse 7c ließ den 1. Satz aus John Bastons Concerto No. 6 für Flöte hören, bevor Professor Michael Hoppe und Bert Schopen vierhändig „Malaguena” aus Ernesto Lecuonas Suite „Andalucia” an zwei Pianos erklingen ließen.

Den emotionalen Abschluss der Abiturfeier lieferte aber Abiturientin Kathleen Fuß, die mit ihrer gesanglichen Interpretation von „Chasing Cars” für Gänsehaut bei den Gästen gesorgt haben dürfte.
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