Auch bei Krebspatienten gilt: Lachen ist gesund!

Von: jlm
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Professor Josef Beuth referierte beim Brustaktionstag im Krankenhaus über Naturheilverfahren in der Krebstherapie. Foto: Julia Meuser

Eschweiler. Viele Informationen erhielten Interessierte beim Brustaktionstag des Euregio-Brust-Zentrums (EBZ), der unter dem Motto „von Frauen für Frauen“ stand. Eröffnet wurde das vielfältige und informative Programm im Elisabethheim des St.-Antonius-Hospitals von drei Fachleuten am Eschweiler Krankenhaus.

Dr. Gabriele Küpper, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. Peter Staib, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie, sowie Dr. Anastasia Fleuster, Oberärztin und Netzwerkkoordinatorin des EBZ. Ziel war es, Betroffenen und Interessierten Informationen rund um das Wohlbefinden von an Brustkrebs erkrankten Frauen zu bieten. Hierzu hielt Professor Josef Beuth, Leiter des Institutes für Evaluation naturheilkundlicher Verfahren und Verfasser diverser Bücher aus Köln, einen Vortrag zum Thema Naturheilverfahren in der Krebstherapie.

Gleich zu Beginn betonte Beuth dabei, die Komplementärmedizin sei keine Krebstherapie, sondern sie könne die Nebenwirkungen der Standardtherapie reduzieren und die Lebensqualität verbessern. Dies gelte nicht nur für an Brustkrebs Erkrankte, sondern für alle Krebsarten. Dort unterschied Professor Josef Beuth zwischen Basismaßnahmen und medikamentösen Maßnahmen. Zu den Basismaßnahmen zähle er die Ernährung, Sport sowie die psychologische Betreuung. Wichtig sei bei normal-gewichtigen Frauen, dass sie sich ausgewogen ernähren. „So sollen sie nur essen, wenn sie auch wirklich Hunger haben und nur das essen, was ihnen auch schmeckt, denn Essen soll Spaß machen“, sagte er. Wenn man in dieser Zeit nämlich widerwillig zum Beispiel Obst esse, würde man nach der Erkrankung erfahrungsgemäß nur noch selten oder gar kein Obst mehr zu sich nehmen wollen.

Gleichzeitig rät Beuth, Vorsicht bei sogenannten „Diäten“ walten zu lassen, denn meistens seien diese „wissenschaftlicher Unsinn“, so nennt er unter anderem die Zuckerdiät. Denn: „Genussmittel tun auch manchmal der Seele gut“, weiß der Referent. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, regelmäßig Obst, Gemüse und Getreide zu essen sowie genug zu trinken. Ebenfalls sei es wichtig, während und auch nach der Therapie aktiv zu werden und auch zu bleiben. Dabei würden meist schon drei bis vier Stunden Sport pro Woche genügen, um das Risiko zu reduzieren, das Körperbewusstsein, das Immun- und Hormonsystem, sowie die Lebensqualität zu steigern und soziale Kontakte zu fördern.

Das Richtige herauspicken

Bei der Psychoonkologischen Betreuung müsse jeder Patient für sich das Richtige herauspicken, sei es Entspannung, Visualisieren, eine Kunst- oder auch Gesprächstherapie und vieles mehr. „Ein gesunder Egoismus soll da auch nicht fehlen“, betont er. Eine Schwäche vieler Frauen sei es, für andere immer gut zu funktionierten, nur für sich selbst nicht. „Gerade sie aber sollen sich fragen, was gut für sie ist, auf sich achten und sich auch mal helfen lassen.“

Komplementär zur Chemo- und Strahlentherapie sind auch medikamentöse Maßnahmen möglich. In diesem Zusammenhang nennt Beuth ein Selen-Enzym-Linsenextrakt zur Verbesserung der Wirkung der Chemo- und Strahlentherapie sowie zur Reduzierung der Nebenwirkungen. Schleimhauttrockenheit und Gelenkbeschwerden wie Arthrose-Erscheinungen können so reduziert werden. Nach der Therapie sollten die Patienten dann erst zwei bis drei Monate warten, damit der Körper sich erholen kann.

Oft würden die Patienten Fragen stellen wie, warum man erkrankt sei und ob das an dem Immunsystem liegen könne. Beuth riet den anwesenden Frauen, ihr Immunsystem regelmäßig testen zu lassen, denn in den meisten Fällen sei eine Immuntherapie wie die Mistelextrakttherapie nicht nötig. Er rät zur Vorsicht, regelmäßigen Untersuchungen und Gesprächen mit dem beratenden Arzt.

Auch sollten die jeweiligen Patientinnen nicht zu lange auf den so genannten richtigen Zeitpunkt warten, sondern, wenn die Diagnose gestellt sei, auch früh mit der Therapie beginnen, da der Krebs sonst weiter wachse. Insgesamt sollten sie aber auf sich achten, sich fragen, was gut für sie ist, und im Freundes- und Familienkreis, bei sozialen Netzwerken, Selbsthilfegruppen, im Fußball- oder Karnevalsverein und vielem mehr Geborgenheit und Kontakt suchen. Denn eins gab Professor Josef Beuth den Frauen mit auf ihren Weg: „Lachen tut immer gut.“

Anschließend erhielten die Besucherinnen bei einer Kaffeepause die Möglichkeit, sich an den Ständen zu informieren oder auch untereinander auszutauschen. Zusätzlich standen für Fragen auch die Damen der Selbsthilfegruppe „Lichtblick“ Rede und Antwort.

Im Anschluss ging das Programm dann weiter. Gisa Grasmehr trug „Mutmach-Lieder“ vor. Der Nachmittag klang mit einer Lesung der Autorin Maria Colgan aus, die ebenfalls an Krebs erkrankt war.

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