„Attac” zeigt im Rathaus Alternativen auf

Von: jrd
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Grundeinkommen für alle als Alternative: Gerd Fremgens, Alfred Borchardt und Ingo Lörcher (v.l.) von „attac indeland” beim Aufbau der Ausstellung. Foto: Jessica Deringer

Eschweiler. „So wie es jetzt läuft, kann es nicht weitergehen”, findet Albert Borchardt von „Attac Indeland”. Überstunden auf der einen und Arbeitslosigkeit auf der anderen Seite, Überfluss für die einen und Existenzminimum bei den anderen: „Die Schere zwischen Arm und Reich weitet sich, soziale Verwerfungen dominierten die Gesellschaft.”

Eine Alternative sehen Borchardt und seine Mitstreiter in einem bedingungslosen Grundeinkommen. Bis zum 21. Januar informieren sie mit einer Ausstellung im Rathausfoyer über Idee und Umsetzungsmöglichkeiten.

Zugrunde liegt dem Modell die Überzeugung, dass jeder Mensch als Grundrecht das Recht auf ein Einkommen hat - egal ob Vollbeschäftigter oder Hausfrau. Durch den gesicherten Lebensstandard trete dann nämlich Selbstverwirklichung an die Stelle der Existenzangst: „Der Mensch hat die Möglichkeit, existenzsichernd zu leben und sich zu entwickeln”, erläutert Borchardt.

Dies wiederum komme der Gesellschaft zugute, da sie selbstbewusster auftrete. Grundsätzlich müsse immer der Mensch im Mittelpunkt stehen und nicht das Kapital, wie es momentan der Fall sei. „Jeder soll arbeiten, wo er gerne möchte”, ist eine von Borchardts Hauptthesen: „Der Mensch möchte beschäftigt werden, aber sinnvoll”.

Während viele Arbeitnehmer Überstunden machten und Hartz IV andere zum Nichtstun verdamme, könne ein Grundeinkommen für einen besseren Ausgleich sorgen. Hartz IV sei keine Lösung: „Statt den Leuten zu helfen, werden sie stigmatisiert und geraten in eine Abwärtsspirale.”

Dass ein solches Modell aber nicht so einfach realisierbar ist, darüber sind sich auch Borchardt und seine Mitstreiter im Klaren: „Wir möchten mit der Ausstellung keine fertigen Lösungen anbieten, sondern zur Diskussion anregen.” Auch Gegenargumente kommen zur Sprache: Verführt ein Grundeinkommen nicht zum Nichtstun? Und wie soll es überhaupt finanziert werden? Gerade die Sorge vor der „sozialen Hängematte” liegt nahe: Schließlich macht das Grundeinkommen die Arbeit für den Einzelnen nicht mehr unbedingt notwendig.

Der Verein selbst gibt im Flyer zu bedenken, die Idee könne als „gefährlicher Traum” gesehen werden. Keinem Traum nachjagen, sondern realistisch abwägen möchte auch Borchardt: „Sonst geht man zu blauäugig dran”, sagt er selbst.

Aktuell sei die Diskussion dabei in allen Bereichen der Gesellschaft: Parteien wie Kirchen beschäftigten sich mit dem Modell, mal als Grundeinkommen, mal als Bürgergeld bezeichnet.

Gewissermaßen als Vorinformation dient die Ausstellung für die Podiumsdiskussion „Freiheit, die ich meine” am 19. Januar: Werner Rätz von „attac Deutschland” spricht im Kulturzentrum Talbahnhof über das Thema Grundeinkommen. Dienlich ist der Indeland-Gruppe da vor allem die Präsenz der Ausstellung: Im Rathausfoyer habe man schließlich die Möglichkeit, ein breites Publikum zu erreichen.
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