Art Open lockt Kunstkenner nach Eschweiler

Von: Patrick Nowicki
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Freuen sich auf die Art Open in drei Wochen: die Teilnehmer, Organisatoren und Sponsoren. Kulturmanager Max Krieger und Rafael Ramirez Máro (von links) haben namhafte Künstler für das Ausstellungswochenende in der Eschweiler Innenstadt gewinnen können. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Die Kunstszene blickt in drei Wochen auf die Indestadt. Dort finden am 26. und 27. November die Art Open statt. 80 Künstler aus Eschweiler und aus der Region haben ihre Teilnahme zugesagt. Mit Unterstützung auch von Rafael Ramirez Máro gelingt es Kulturmanager Max Krieger, einen breiten Bogen bis in die Euregio Maas-Rhein zu spannen. Denn nicht nur die Eschweiler Kunstszene stellt sich an diesem Wochenende vor, sondern namhafte Künstler aus der gesamten Region sind an der alle zwei Jahre stattfindenden Ausstellungsserie vertreten.

Zwischen Raiffeisen-Bank in der Franzstraße und Rathaus können Interessierte an zwei Tagen 34 Stationen abschreiten. „Die Ausstellungsräume sind als problemlos zu Fuß zu erreichen“, freut sich Max Krieger bei der Präsentation des Programms im Ratssaal. Dort, wo sich am Donnerstagabend die Organisatoren, Sponsoren und Künstler trafen, wird in drei Wochen eines der Sonderprojekte seine Blicke auf sich ziehen. Unter dem Titel „Fantasia“ schufen Alejandro DeCinti, Rafael Ramirez Máro und Antonio Máro großformatige, imposante Werke, die Ovids „Metamorphosen“ thematisieren. Die Bilder waren unter anderem schon in Rom und Berlin zu sehen.

Für eine weitere kulturelle Besonderheit zeichnen zwei in Eschweiler ansässige Künstler verantwortlich: Alexander Göttmann und Gerda Zuleger-Mertens. In der Schalterhalle der Raiffeisen-Bank steht die Frage im Raum „Spielst Du mit...?“ Gezeigt werden Skulpturen und Bilder zum Thema Schach. Aber das Spiel liefert nur die Grundlage für tiefer gehende Fragen, wie Gerda Zuleger-Mertens erläutert: „Alles steht vor dem Hintergrund, wer wir sind: Sind wir eine Figur in einem Spiel und, wenn ja, welche? Sind wir König oder Bauernopfer?“

Auf dem Flur des Rathauses präsentiert sich im Rahmen der Art Open die brasilianische Stadt Alta Floresta. Hinter den Kulissen knüpfen die Verwaltungen zarte Bande, die vielleicht einmal in eine Städtepartnerschaft münden. Fotos zeigen die landschaftliche Schönheit der über 45000 Einwohner zählenden Stadt im Amazonas-Gebiet. Der Tourismus ist die wichtigste wirtschaftliche Einnahmequelle, weshalb die Stadt auch über einen eigenen Flughafen verfügt. Organisator Max Krieger, der als Honorarkonsul beste Kontakte nach Brasilien pflegt, lud schon vor zwei Jahren eine Reihe brasilianischer Künstler nach Eschweiler ein, die im Rahmen des damaligen Art Open ihre Kunstwerke zeigten. Diesmal bleibt es bei einer Fotoserie unter dem Titel „Städtepartnerschaft im Strukturwandel“.

So bunt die Vielfalt der Werke, so bunt ist auch das kulturelle Angebot an diesem Wochenende: In der Pfarrkirche St. Peter und Paul laden die Indesingers zum „Mitmachkonzert“ ein. Jeder kann also zum Instrument greifen und sich an der Veranstaltung am Sonntag, 27. November, ab 16 Uhr beteiligen. Allerdings sollte man sich vorher anmelden. Bis zum 13. November ist die im Pfarrbüro der Gemeinde, Dürener Straße 29, unter Telefon 26097 möglich. Dort können auch die Noten abgeholt werden. Weitere Infos unter: www.eschweiler-kirche.de.

Während die Eltern von Gemälde zu Gemälde lustwandeln, müssen sich die Kinder nicht langweilen. Im City-Center verwandelt sich an dem Art-Open-Sonntag ein Geschäftslokal in eine Fantasiewelt. Dort werden um 14, 15 und 16 Uhr Märchen für Kinder im Alter ab vier Jahren von einer professionellen Erzählerin vorgetragen. Auch dies erfolgt, wie alle Angebote im Rahmen des Kulturereignisses bei freiem Eintritt.

Als Schirmherr und Bürgermeister freut sich Rudi Bertram auf das letzte Wochenende im November. „Ich habe bei den vergangenen Ausgaben der Art Open sehr viel positive Resonanz erfahren“, berichtet er. Er habe gespürt, dass diese Veranstaltungsreihe zahlreiche Menschen in der Region interessiere und somit weit über Eschweilers Grenzen hinaus strahle.

Finanziert werden die Art Open von einer kommunalen Tochtergesellschaft, vom Städtischen Wasserwerk Eschweiler. „In einer Zeit, in der viele nur noch am Handy sitzen, ist es schön, dass man Kunst hautnah erleben kann“, sagt Geschäftsführer Dieter Kamp. Auch er habe bei den vergangenen Auflagen der Kulturveranstaltung den Eindruck gewonnen, dass dieses Ereignis viele Interessierte in die Stadt ziehe. „Kein Zweifel, die Art Open haben eine positive Außenwirkung für die Stadt“, meint er.

Davon soll man sich auch später noch überzeugen können. Wie vor zwei Jahren soll ein Film entstehen, der die Stimmung und das Flair während der Veranstaltung wie auf einem Rundgang einfängt. Dazu will Kulturmanager Max Krieger mächtig die Werbetrommel rühren. In drei Sprachen, um viele Menschen in der Euregio Maas-Rhein zu erreichen.

Bekannte Namen spielen zwar eine wichtige Rolle bei den Art Open, aber auch zahlreiche Eschweiler Künstler beteiligen sich daran, dass die Indestadt für zwei Tage zum Mekka Kunstinteressierter wird. Dazu zählen Akteure wie Rolf Klotz und Chris Poethke, die bereits bei der ersten Auflage der Art Open mit von der Partie waren. Es sind jedoch auch Kunstschaffende vertreten, die bisher nicht beteiligt waren. Sie alle symbolisieren, dass die Kunstszene in Eschweiler bunt und vielfältig ist.

Dass eine Veranstaltungsserie in Eschweiler dauerhaft Erfolge feiern kann, unterstreicht bei den Art Open – natürlich – eine Ausstellung: Sie zeigt Bilder des Music Festivals, das seit 25 Jahren besteht.

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