Armut ist ein großes Problem: Vortrag im Gemeindezentrum

Von: sh
Letzte Aktualisierung:
kinderarmut-bu2
Kinderarmut gehört auch in Deutschland zum Alltag: Laut dem 3. Armutsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2008 gelten 1,298 Millionen Kinder unter 15 Jahren in Deutschland als arm. Foto: AP/Michael Probst

Eschweiler. Es ist eines der größten Probleme, mit der die Menschheit seit jeher zu kämpfen hat: die Armut. Armut ist auch in Deutschland ein Thema. „Eines, das an Brisanz sogar zunimmt”, wie Prof. Dr. Christoph Butterwegge in seinem Vortrag im Evangelischen Gemeindezentrum an der Martin-Luther-Straße vor gut 30 interessierten Zuhörern warnte.

Und wie so häufig, trifft es vermehrt die Schwächsten der Gesellschaft: die Kinder.

„Kinderarmut in einem reichen Land - Erscheinungsformen, Ursachen und Gegenmaßnahmen” hatte der Politik-Professor von der Universität Köln sein Referat „in der Provinz”, wie Organisatorin Elke Bennetreu von der Evangelischen Erwachsenenbildung schmunzelnd meinte, betitelt. Auch in mittelgroßen Städten wie Eschweiler sei Kinderarmut präsent. „Lange Zeit wurde es als Tabuthema behandelt. Mittlerweile hat es sich aber zum Modethema gemausert”, verzeichnet der 58-Jährige einen Wandel in der Wahrnehmung.

Doch das Erkennen von (Kinder-)Armut sei das eine, gegensteuernde Maßnahmen etwas völlig anderes. Noch immer sei es so, erzählt der Sozialstaat-Experte, dass viele Menschen zwar Kinderarmut in Deutschland als vorhanden anerkennen, aber bitte nicht in der eigenen Stadt.

„Armut ist bei uns funktional. Sie gehört zu unserem Gesellschaftssystem dazu.” Besonders durch das neoliberale Wirtschaftssystem, das sich vollkommen den Zwängen und Forderungen des Marktes unterwirft, habe die soziale Gerechtigkeit gelitten.

Das Ganze untermauert Butterwegge mit Zahlen. Laut dem 3. Armutsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2008 gelten 1,298 Millionen Kinder unter 15 Jahren in Deutschland als arm. Andere Zahlen sprechen deutlichere Worte und sehen 2,8 Millionen von insgesamt 11,5 Millionen deutschen Kindern unter der Armutsgrenze. Für Butterwegge ein klares Zeichen, dass der Sozialstaat gescheitert sei. Helfen könne nur ein radikaler Politikwechsel.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert