Arbeit am See ist für junge Straftäter auch eine Chance

Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Wer nicht hören will, muss fühlen. Diese alte Weisheit gilt auch für straffällig gewordene Jugendliche, die vom Gericht zur Ableistung von Sozialstunden „verdonnert” werden. Dabei geht es aber nicht darum, einfach nur zu sanktionieren.

Es geht darum, sich neuen Herausforderungen im Bereich der Jugendkriminalität zu stellen und kreative Lösungen zu entwickeln. Prävention durch pädagogische Begleitung - das ist der Grundgedanke, der hinter dem Projekt für straffällig gewordene Jugendliche und Heranwachsende steht, so die Jugendgerichtshelfer der Stadt Eschweiler Silvia Frings und Ludger Leister.

Der offizielle Startschuss fiel am 22. August am Blausteinsee. Zehn junge Menschen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren arbeiteten dort in der 34. Kalenderwoche unter der Aufsicht und in Begleitung des Sozialpädagogen Alexander Britwin einen Teil ihrer vom Jugendrichter verhängten Sozialstunden ab. So halfen sie unter anderem bei den Aufräumarbeiten der am Vortag stattgefundenen Blausteinseefete „Seltsames Verhalten am See”, säuberten Teile der Landschaft rund um den Blausteinsee und schnitten unter Anleitung Wanderwege von überhängenden Ästen frei.

Dabei wurde mit den Jugendlichen/Heranwachsenden sowohl durch Einzelgespräche, aber auch in der Gruppe, an den Hintergründen ihrer Tat gearbeitet. Die Gespräche, für die Pausen eingelegt wurden, wurden von den Jugendlichen bzw. Heranwachsenden als positive Unterbrechung angesehen und sie waren offen für das Einlassen auf tiefere Einblicke in ihre Taten und deren Konsequenzen für die Allgemeinheit. Zudem setzten sie sich mit ihrer jeweiligen Lebensgeschichte auseinander.

Im Idealfall kann die Verrichtung der Arbeit in solchen Projekten dazu führen, dass der Jugendliche bzw. Heranwachsende

- seine Stärken und Fähigkeiten besser einschätzen lernt

- seine Einstellung zur Arbeit positiv verändert

- lernt, sich an Regeln und Absprachen zu halten

- lernt, etwas zu Ende zu bringen

- nicht mehr straffällig wird

- (Eigen-)Verantwortung zu übernehmen.

Das Team, die Honorarkraft Alexander Britwin und die jungen Leute, fuhren jeden Morgen um 8 Uhr vom Rathaus zum Blausteinsee und arbeiteten dort bis 14 Uhr, bevor man wieder gemeinsam zum Rathaus zurückkehrte.

Britwin ist Sozialpädagoge und arbeitet schon längere Zeit für das Jugendamt der Stadt Eschweiler auf Honorarbasis. Sein Honorar und Teile des Arbeitsmaterials wurden für das Projekt vom Jugendhilfeverein Fallschirm e.V. übernommen. Desweiteren wurde das Projekt von der Stadt Eschweiler und der Blausteinsee-GmbH bewilligt und unterstützt. Insgesamt wurden in dieser Woche 280 Sozialstunden abgeleistet.

Fazit der Verantwortlichen: Das Projekt, welches aufgrund der zum größten Teil schulpflichtigen Teilnehmer jetzt in den Sommerferien durchgeführt wurde, wurde von allen positiv angenommen, und die Sozialstunden wurden zügig und zuverlässig abgeleistet.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert