Aquis Plaza ist „kein Grund zu jammern“

Von: Naima Wolfsperger
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Mit der Fußgängerzone zum Flanieren und mit persönlicher Kundenbetreuung fühlt sich der Eschweiler Einzelhandel der drohenden Konkurrenz durch das neue Aachener Schopping-Center gewachsen. Foto: Wolfsperger

Eschweiler. Das „Aquis Plaza“ in Aachen hat seine Türen geöffnet und tausende Menschen sind am Mittwoch nur dafür in an den Kaiserplatz geströmt. 130 Geschäfte, 290 Millionen Kosten auf 29.000 Quadratmetern. Knapp 14 Kilometer weiter, in der Eschweiler Innenstadt, da wird der neue Konsumtempel zwar ernst genommen – Untergangsstimmung herrscht aber nicht.

„Wir sind sehr gut aufgestellt“, sagt der technische Beigeordnete Hermann Gödde, „natürlich macht das Aquis Plaza neugierig und wird zumindest am Anfang viele Leute nach Aachen ziehen.“ Aber auf Dauer, davon gibt sich Gödde überzeugt, werde das Shopping-Center dem Eschweiler Einzelhandel nicht schaden. „Vor allem weil wir hier eine gesunde Mischung aus innerem Einzelhandel und Handelsketten haben.“ Das ist das Ergebnis einer Studie der Gesellschaft für Markt und Absatzforschung (GMA), die im September vorgestellt wurde.

Und auch die Geschäftsinhaber stehen der neuen Konkurrenz überwiegend einigermaßen gelassen gegenüber – auch wenn der Glasbau in Aachen gefühlt seinen Schatten bis nach Eschweiler wirft. Die meisten Ladenbesitzer haben sich im Internet schon im Vorfeld informiert welche Geschäfte ins Aquis Plaza eingezogen sind und möglicherweise Konkurrenz machen.

Ob, und wie stark das Shopping-Center den Handel in der Eschweiler beeinflussen wird, findet zumindest Klaus-Dieter Bartholomy vom City-Management ist nicht zuletzt auch eine Frage der Geschäftsführung und Kundenbindung – und da sei Eschweiler besonders gut aufgestellt. „Kundenservice wird hier großgeschrieben“, sagt er, „die ersten Monate werden wir wohl einiges an Kaufkraft verlieren, weil die Leute neugierig sind und sich das Aquis Plaza mal anschauen wollen.“

Aber die Eschweiler Geschäftswelt habe dem Einkaufscenter einiges entgegensetzten, findet er. Die persönliche Beratung, das sei eine Qualität die auf Dauer auch weiterhin Fremdkäufer aus Alsdorf, Langerwehe, Stolberg oder Inden nach Eschweiler ziehen werde. „Und nach dem ersten Verkehrschaos werden sich viele daran erinnern wie gut erreichbar die Geschäfte hier sind“, sagt Bartholomy und schmunzelt. Es komme eben auf jeden einzelnen an – auf die Geschäftsinhaber, aber auch auf die Kunden, die Treue halten. Insgesamt sei er davon überzeugt, dass Eschweiler „der Belastung auf Dauer standhalten kann.“

„Viele fahren doch jetzt schon zum Einkaufen nach Aachen“, sagt eine Händlerin, die namentlich nicht genannt werden will. Sie glaube nicht, dass das Aquis Plaza viel an ihrer derzeitigen Geschäftssituation ändern wird. „Die Leute die hier her kommen wissen meist in welchen Laden sie wollen.“ Vor allem die Jugendlichen würden aber nach wie vor zum Einkaufen in die Großstadt fahren.

Junge Mode in Eschweiler, das ist ein Konzept, dass Gödde sich auch mit auf die Fahnen geschrieben hat. „Da müssen wir noch nachziehen“, sagt er. Aber Eschweiler sei weiterhin sehr attraktiv für Einzelhändler. „Wir haben viele Anfragen für Verkaufsflächen. Wenn es Probleme gibt, dann eher, dass Geschäftsleute große Flächen anmieten wollen. Eine Herausforderung der die Stadt mit dem alten Hertie Gebäude gerecht zu werden kann.“ Eschweiler hat seine Reize, davon sind die Einzelhändler und auch Gödde überzeugt. „Der Rundgang durch die Fußgängerzone, das ist hier schon sehr schön und kann nicht durch ein Geschäft ersetzt werden“, sagt er.

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