Eschweiler - Antworten auf viele Fragen zur Demenz

Antworten auf viele Fragen zur Demenz

Von: Andreas Röchter
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Hoffen, durch die Vortragsreih
Hoffen, durch die Vortragsreihe das Informationsdefizit in Sachen Demenz zu beheben: Kurt Schmitz, Heinz Hahn, Lotta Hülsmeier, Manfred Knollmann, Agnes Zollorsch, Ralf Becker, Stefan Löhmann und Andrea Ohlig (v. l.). Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Demenz ist eine Krankheit, die immer mehr Menschen trifft. Alleine im Bereich der Städte­region Aachen leiden rund 8000 Menschen an diesem schleichenden Gedächtnisverlust, der selbst engste Angehörige zu Fremden werden lässt und schließlich dazu führt, dass der Kranke sich selbst nicht mehr erkennt.

Doch nach wie vor ist sowohl bei Betroffenen (in der Anfangsphase) als auch bei Angehörigen das Informationsdefizit enorm. Dies soll sich nun ändern. Die Pflegeberatung der Städteregion Aachen veranstaltet im September und Oktober an fünf Abenden im Städtischen Seniorenzentrum Marienstraße 7 eine Vortragsreihe rund um das Thema „Demenz”, in der verschiedenste Aspekte angesprochen werden.

„Die Beschäftigung mit diesem Thema muss leider immer mehr an Bedeutung gewinnen. Deshalb ist es gut, dass es diese Vortagsreihe, die nicht zuletzt Angehörigen Hilfeleistungen aufzeigen möchte, gibt”, macht Manfred Knollmann, Sozialdezernent der Stadt Eschweiler, deutlich. Dies unterstreicht auch Stephan Löhmann von der Pflegeberatung der Städtregion: „Ziel ist es, die vorhandenen Informationsdefizite unter anderem durch Aufklärung über den Verlauf der Krankheit, durch das Aufzeigen von Entlastungsmöglichkeiten für Pflegende sowie durch Hinweise auf den Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten zu Beginn der Krankheit, zu minimieren”, so der Diplomsozialarbeiter.

Wie notwendig dies sei, hätten bereits abgeschlossene Vortragsreihen in Aachen, Herzogenrath und Simmerath gezeigt. „Die Resonanz war jeweils sehr groß. Aus dieser Erfahrung heraus, halten wir es für sinnvoll, mit lokalen Verbänden zusammenzuarbeiten”, betont Stefan Löhmann. So sitzen in der Indestadt der Sozialverband Deutschland, der Sozialverband VdK sowie der Invalidenverein mit ihren insgesamt rund 1400 Mitgliedern mit im Boot.

„Unser Verband fordert eine breite Allianz gegen Demenz, nicht zuletzt durch die wirksamere Aufklärung und Information von Pflegekräften, die besondere Berücksichtigung der eingeschränkten Alltagskompetenz der Betroffenen, niedrigschwellige Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige sowie ein verstärktes Angebot alternativer Wohnmodelle”, benennt Agnes Zollorsch vom Sozialverband Deutschland die politische Dimension des Themas. Auch Heinz Hahn vom Invalidenverein hält es für wichtig, dass möglichst viele Angehörige von Demenzkranken, aber auch Senioren im Allgemeinen die Veranstaltungen besuchen. „Unsere Vorstandsmitglieder werden bei jedem Vortrag dabei sein”, versichert er.

Andrea Ohlig, Koordinatorin der Pflegestützpunkte der Städteregion Aachen, weist auf den „Wegweiser Demenz” hin. Eine Broschüre, die gemeinsam von der Alzheimer Gesellschaft Städteregion Aachen, dem Demenznetz Aachen, dem Demenz-Servicezentrum NRW Regio Aachen/Eifel, der Beratungsstelle des Gerontopsychiatrischen Zentrums der Alexianer Aachen GmbH sowie der Städteregion selbst herausgegeben wurde. „Zuvor gab es in der Städteregion noch kein Werk, das alle Informationen bündelte. Nun ist es gelungen, Hinweise zum Krankheitsbild mit Ratschlägen für Angehörige zu verknüpfen und darüber hinaus auch zahlreiche Akteure vorzustellen, die für weitere Informationen zur Verfügung stehen”, erklärt Andrea Ohlig. Zu erhalten ist der Wegweiser bei der Pflegeberatung der Städteregion Aachen, Zollernstraße 10 in 52070 Aachen, Tel. 0241/51985065.

Ein weiterer Baustein in Sachen Aufklärung über Demenz ist das Demenznetz Aachen, das im vergangenen Jahr aus dem 2008 ins Leben gerufene Bundesprojekt „Leuchtturm” entstand, und nun in der gesamten Städteregion tätig ist. „Wir wollen wissen, wo fehlt etwas? Deshalb steht für uns auch die Zusammenarbeit mit den Ärzten ganz weit oben auf der Prioritätenliste”, berichtet Lotta Hülsmeier.

Und „Einzelfallhelfer” Ralf Becker ergänzt: „Nach der Überweisung des Patienten an das Demenznetz durch den Hausarzt, nehme ich Kontakt sowohl zum Arzt als auch zum sozialen Umfeld des Patienten auf, um den ?Ist-Zustand zu erläutern. Dann wird gemeinsam über die notwendigen Schritte gesprochen”, so der gelernte Fachpfleger für Psychiatrie.

Bisher seien in und um Aachen rund 100 Hausärzte dem Demenznetz Aachen beigetreten. „Eschweiler ist in dieser Hinsicht noch Randgebiet, wobei die Betonung auf noch liegt”, blickt Ralf Becker nach vorne. Dass in vielerlei Hinsicht noch eine Menge Arbeit vor den Akteuren liegt, merkt Kurt Schmitz vom Sozialverband VdK an. „Der Weg vom Arzt über die Krankenkasse bis hin zum medizinischen Dienst dauert für den Patienten häufig einfach zu lange”, kritisiert er. Auch dieser Aspekt wird in der Vortragsreihe zur Sprache kommen.

Experten aus der Region helfen zum Nulltarif

An fünf Dienstagabenden im September und Oktober wird das Thema „Demenz” im Städtischen Seniorenzentrum Marienstraße 7 in den unterschiedlichsten Facetten beleuchtet. Die Termine im einzelnen:

20. September, 17 Uhr bis 18.30 Uhr: „Demenz - was kann ich tun?” mit Referent Dr. Rudolf Harlacher, Chefarzt der Geriatrie des Medizinischen Zentrums Würselen.

27. September, 17 Uhr bis 18.30 Uhr: „Entlastungsmöglichkeiten bei der Betreuung von Menschen mit Demenz” mit den Referenten Lotta Hülsmeier und Ralf Becker vom Demenznetz Aachen.

4. Oktober, 17 Uhr bis 18.30 Uhr: „Rechtliche Vorsorge” mit Informationen zu Vollmachten sowie zur Patienten- und Betreuungsverfügung durch Referentin Iris Grendel vom Sozialdienst katholischer Frauen.

11. Oktober, 17 Uhr bis 18.30 Uhr: „Aggressiv, bösartig, hinterlistig und gemein oder doch dement?” mit Referent Hasan Alagün vom Demenz-Servicezentrum der Region Aachen/Eifel.

18. Oktober, 17 Uhr bis 18.30 Uhr: „Zu Hause wohnen - auch bei Demenz” mit Referentin Yvonne Berg von der Wohnberatung der Städteregion Aachen.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht notwendig.

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