„Anrheiner“, „Tatort“ und Co.: Alexander Koll und seine TV-Rollen

Von: Tobias Röber
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Mitten in Aachen fühlt sich Alexander Koll pudelwohl. Der aus Eschweiler stammende Schauspieler ist derzeit unter anderem in der ZDF-Serie „Bettys Diagnose“, die in der fiktiven Aachener Karlsklinik spielt, zu sehen. Foto: Tobias Röber

Eschweiler/Aachen. An den ersten Satz, den Axel Milberg zu ihm sagte, erinnert sich Alexander Koll noch sehr gut. Koll drehte an der Seite des bekannten Schauspielers im 1000. „Tatort“ („Taxi nach Leipzig“) und in seiner ersten Einstellung saß der gebürtige Eschweiler im Auto – schlafend. „Das möchte ich auch mal gerne – mein Geld im Schlaf verdienen“, sagte Milberg mit einem Grinsen zu Koll damals.

Der 37-jährige Schauspieler aus Eschweiler denkt gerne an seine besondere Rolle im „Tatort“ zurück. Und auch an die anderen, in denen er schon zu sehen war. Dass er vielfältige Charaktere spielen kann, hat er in den verschiedensten Rollen bewiesen.

Alexander Koll sagt über sich selbst, dass er „im Mittelfeld der Bundesliga“ unterwegs ist, um die Sprache der Fußballer zu bemühen. Das passt zu Koll, der derzeit in Aachen lebt, bald jedoch mit Freundin und Kind zurück nach Köln ziehen möchte. In die Stadt seines Lieblingsfußballclubs, den 1. FC Köln. In Eschweiler hat er einst selbst die Fußballschuhe geschnürt, lieber aber noch Tennis gespielt.

Der Weg ins „Mittelfeld der Bundesliga“ verläuft für Alexander Koll nicht unbedingt immer geradlinig. Er besucht das Städtische Gymnasium in Eschweiler und belegt dort – wie viele Schüler das tun – einen Literaturkurs. Sein Lehrer Rainer Dovern rät ihm damals, diesen Weg beruflich einzuschlagen. „Er hat mir danach mal erzählt, dass er das vorher noch nie einem Schüler geraten hat“, verrät Koll. Der 37-jährige erinnert sich, dass ihm das viel Selbstvertrauen gegeben hat und er hört auf seinen Lehrer. Er studiert Schauspiel an der renommierten staatlichen Hochschule für Theater und Musik in Rostock und ist nach dem Studium von 2007 bis 2010 am Theater in Augsburg angestellt.

Dann setzt er auf die Karte Fernsehen und einige Jahre später stehen etliche Auftritte in Filmen und Serien auf seiner Visitenkarte. Bei den „Anrheinern“ verkörpert er Kommissar Michael Sommer und an der Seite von Martina Hill bringt er die Zuschauer bei „Knallerfrauen“ zum Lachen, um zwei Beispiele zu nennen. Derzeit bekleidet er eine tragende Rolle (er ist der Ehemann der Hauptfigur) in der ZDF-Serie „Bettys Diagnose“.

Ausflüge zum Theater gibt es aber auch immer wieder. Es ist nicht lange her, als es ihn nach Würzburg verschlägt. „Da habe ich gemerkt, dass mir Theater doch gefehlt hat. Sich eine Rolle zusammen mit den Kollegen zu erarbeiten.“ Der Familienvater denkt in diesen Sachen jedoch auch praktisch, beziehungsweise wie er sagt: „In erster Instanz denke ich da als Papa.“ Mit Fernsehauftritten lässt sich einfach mehr Geld verdienen. Das Angenehme: „Ich mache beides sehr gerne“, sagt Koll.

Klingt alles wie ein stetiger Weg bergauf. Ganz so ist es aber nicht. Im Jahr 2014 hat Alexander Koll nur wenige Drehtage. Also baut sich der 1,93-Meter-Mann weitere Standbeine auf, arbeitet als Kommunikationstrainer und zudem als Immobilienmakler, um Erfahrungen im Vertrieb zu sammeln, die er dann auch wieder als Kommunikationstrainer brauchen kann. „Nach einem Jahr habe ich aber gemerkt, Immobilienmakler ist nicht meins“, sagt Koll rückblickend. Als Kommunikationstrainer arbeitet er hingegen nach wie vor und das mit großer Freude. Ab dem Jahr 2015 geht es dann in seinem Beruf als Schauspieler auch wieder bergauf.

„Die Großen lassen sich Zeit“

Bei der Antwort auf die Frage nach seinem bisherigen Lieblingsprojekt tut er sich ein wenig schwer. Er sei sehr froh und dankbar, Teil des „Knallerfrauen“-Ensembles gewesen zu sein. Wobei er ergänzt: „Vom Spielen her hat mich das aber hin und wieder auch mal unterfordert.“ Auch der „Tatort“-Dreh habe ihm viel Freude bereitet. Apropos: Von einer Rolle als „Tatort“-Kommissar träumt er schon. Beziehungsweise davon, als Titelfigur einer Serie engagiert zu werden. Der Grund für Koll: „Man hat Mitspracherecht.“ Von Axel Milberg hat er sich bei besagtem Dreh eine Menge abgeschaut. „Vor allem die Ruhe, mit der er gearbeitet hat“, hat ihm imponiert. „Die ganz Großen lassen sich Zeit“, ergänzt er.

Anfangs noch Kabelträger

Wer weiß, vielleicht gehört Alexander Koll irgendwann selbst zu den ganz Großen. Eine Hauptrolle hatte er damals bei den „Anrheinern“ schon inne und wenn er davon erzählt, beginnt er zu schmunzeln. „Ich kannte das nicht, dass alle für einen laufen“, erzählt er. Als Alexander Koll damals seine ersten Drehtage dort hatte, half er anfangs noch, die Kabel zu tragen. Bis ihm jemand sagte, dass er das nicht mehr brauche.

Kabel trägt Alexander Koll schon längst nicht mehr. Seine Brötchen verdient er aber auch nur sehr selten (wie) im Schlaf. Ab Februar steht er wieder für „Bettys Diagnose“ vor der Kamera und auch ein weiteres großes Projekt soll bald starten, über das er aber noch nichts verraten darf. Wir werden die Karriere des gebürtigen Eschweilers auf jeden Fall weiter beobachten…

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