Anne Haigis: Rockröhre mit großem Herz

Von: abd
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Rockseele und Melancholikerin zugleich: Anne Haigis begeisterte die Zuhörer im Kulturzentrum Talbahnhof. Foto: Andr Daun

Eschweiler. „Eine Stimme wie reifer Whiskey”: Anne Haigis war jetzt zu Gast im Eschweiler Kulturzentrum. Gemeinsam mit ihrem phänomenalen Gitarristen Jan Laaks begeisterte die Künstlerin das Publikum aus der Indestadt.

Im Talbahnhof fühlte sich die Sängerin „wie im eigenen Wohnzimmer” und entdeckte den Blues in ihren Fans. Und so beschrieb sie 30 Jahre nach dem Erscheinen ihres Debut-Albums mit ihrem neuen Programm „Wanderlust” die innere Sehnsucht in die Ferne.

Mit Michael Witte aus Osnabrück stand zunächst ein junger Künstler, ein „Denker, der glaubt was er spürt”, auf der Bühne. Er philosophierte in seinen deutschsprachigen Songs über das Leben, „vom Träumen und dem Mut, den richtigen Weg zu gehen”. Während er gekonnt die Saiten seiner Gitarre schlägt, blättert er in den Seiten seines „Drehbuchs Leben”.

Der Sänger, der sich „vor Anne scheinbar immer anständig benommen hatte” und sie deshalb auf ihrer Tour begleiten darf, fühlte sich im Kulturzentrum sehr wohl und begeisterte vor dem eigentlichen Höhepunkt des Abends die Zuhörer.

Reibeisenstimme

Dann war es endlich so weit: Bei romantischen Kerzenschein und einer warmen Atmosphäre trat Anne Haigis in Begleitung ihres Gitarristen auf die Bühne. Schon beim ersten Song aus ihrem breit gefächerten Repertoire bekamen die Zuhörer Gänsehaut. Ob pure Emotion, Kraft oder Melancholie - all das vereint sich in Anne Haigis Reibeisenstimme. Und so beschreibt sie sich auch selbst als „die einerseits wilde, rastlose, lebenshungrig Rockseele und andererseits als die stille, in sich gekehrte Melancholikerin”.

Den deutschsprachigen Block bildeten zwei absolute und weitaus bekannte Klassiker von Anne Haigis. Der Hit „Kind der Sterne” stammt aus den 80er Jahren. Er stieß bereits nach den ersten Tönen auf Begeisterung im Talbahnhof. Das Stück „Nacht aus Glas” hingegen hinterließ Melancholie im Saal.

Nicht ohne Grund wirkte Anne Haigis mit diesem Lied bei der legendären Trude-Herr-Revue kurz nach deren Tod auf der Kölner Domplatte mit. Auf diesen Auftritt ist die Sängerin, deren Lieblingsbauwerk der Kölner Dom ist, immer noch besonders stolz. Und auch die vielen weiteren leidenschaftlichen Rocksongs und feinfühligen Balladen bewiesen einmal mehr die Energie des Duos.

Jan Laaks, „der Neue”

Zweiter Höhepunkt des Abends war nämlich zweifellos der Gitarrist Jan Laaks. Er ist „der Neue” an der Seite der Musikerin. Mit ausgefeilten Fingerpickings, viel Improvisation und technisch fehlerfreiem Spiel gelang es ihm immer wieder, die Herzen des Publikums höher schlagen zu lassen und seine wilde Partnerin genau richtig zu unterlegen. Auch als Songwriter ist der Künstler erfolgreich: Der neue Song „America”, der Anne Haigis´ Zeit in Los Angeles und Nashville beschreibt, stammte aus seiner Feder.

Und ohne Zugabe ließ die indestädtische Fangemeinde die Künstlerin dann doch nicht gehen. Mit einem tosenden Applaus bedankten sich die Zuhörer für den musikalischen Abend und machten sich gleich danach auf Autogrammjagd, um sich noch eine weitere schöne Erinnerung an den Abend zu ergattern.
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