Anne Haigis am Freitag im Talbahnhof

Von: Katrin Fuhrmann
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Eschweiler. Anne Haigis ist in Rottweil am Neckar geboren. Schon früh tauscht sie ihre Puppen gegen die Flöte ein und entdeckte die Leidenschaft zum Musizieren. In einem Stuttgarter Musikclub begegnet sie der Rockband „Foggy Day“, die sie davon überzeugen, das Singen zum Beruf zu machen – da ist sie gerade mal 16 Jahre alt.

Das tut Haigis dann auch. Im gleichen Jahr verlässt sie die Schule und ihr Elternhaus und zieht los. Im Interview erzählt sie, warum die Musik bei ihr in all den Jahren immer Priorität hatte.

Frau Haigis, Sie machen Musik seit Sie 15 Jahre alt sind. Wie sind Sie zur Musik gekommen?

Haigis: Ich habe schon als Kind leidenschaftlich gerne Blockflöte gespielt. Die Identifikation mit der Musik kam aber erst im Teenageralter. Es war ein tiefes, inneres Bedürfnis mich mitzuteilen. Im Laufe des Älterwerdens wurde der Drang mich in meinen Liedern auszudrücken immer stärker.

Das heißt, Ihre Lieder sind auch immer eine Offenbarung ihrer Gefühle?

Haigis: Ja. In den Liedern kann ich meine Sehnsüchte ausdrücken. Vor allem das Fernweh hat mich bis heute nicht losgelassen. Nach was ich mich genau sehne, kann ich gar nicht sagen. Es ist kein bestimmter Ort, sondern eher das Unbekannte, was mich reizt.

Ihr Album „Wanderlust“ greift diese Thematik auch wieder auf?

Haigis: Genau. Mit den Rocksongs und den feinfühligen Blues versuche ich einen weiteren Anlauf zu starten, die Wunden des Fernwehs zu stillen.

Schreiben Sie Ihre Lieder selbst?

Haigis: Meine Stärke liegt nicht darin, mir besonders gute Texte zu überlegen, sondern die Texte, die meistens für mich geschrieben werden, auf meine eigene, ganz außergewöhnliche Art zu interpretieren. Das ist immer wieder eine Herausforderung.

Sie haben schon viel in Ihrem Leben erlebt und waren viel unterwegs. Was hat Sie geprägt?

Haigis: Ein langes Leben hat viele Facetten. Als junger Mensch habe ich natürlich ganz anders gelebt, als heute. Aber jeder Lebensabschnitt war bislang auf seine Weise schön. Ich würde mich selbst schon als verrücktes Huhn beschreiben. Ich probiere gerne Dinge aus, bin immer offen für Neues. Genauso wie sich meine Einstellung gegenüber dem Leben ständig verändert.

Gab es denn einen besonderen Höhepunkt in Ihrem Leben?

Haigis: Mein Leben besteht und bestand aus vielen Höhepunkten. Die Zeit, die ich in Amerika verbracht habe, um ein Album aufzunehmen war besonders und einfach total aufregend. Los Angeles und Nashville sind traumhaft schöne Städte. Aber genauso sind es die vielen Konzerte, jedes auf seine Art, die für mich einen ganz besonderen Stellenwert haben.

Gibt es ein Album, das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Haigis: Ja. Mein Lieblingsalbum ist „Indigo“. Ich habe mich bei dem Album befreit gefühlt. Sowohl textlich, als auch gefühlsmäßig. Mit der Produktion bin ich reifer geworden. Momentan singe ich auf meinen Konzerten auch wieder Lieder von diesem Album, weil diese Zeit einfach unglaublich schön und prägend war. Mit diesem Album fühle ich mich bis heute sehr verbunden.

Momentan reisen Sie viel durch Deutschland. Bleibt da noch Zeit für Familie und Freunde?

Haigis: Für ein privates, soziales Leben habe ich eigentlich keine Zeit. Ich bin mit der Musik verheiratet. Ich gehe in der Musik total auf. Sie hat oberste Priorität für mich.

Haben Sie denn einen Ausgleich zur Musik?

Haigis: Ich habe zwei Hunde, mit denen ich natürlich spazieren gehe, wenn ich dann mal etwas Zeit für mich habe. Aber ich bin auch froh, wenn ich einfach mal auf der Couch liegen kann und nichts tun muss. Ich gehe nicht gerne nach draußen. Ich hab immer Angst, dass ich mir irgendeinen Virus hole und ich dann aus diesem Grund Konzerte absagen muss. Das ist für mich das Schlimmste.

Heute Abend sind Sie in Eschweiler. Was erwarten Sie von Ihrem Publikum?

Haigis: Ich bin da total entspannt. Die Hauptsache ist, dass die Stimmung gut ist. Momentan werden die Konzerte für mein neues Album mitgeschnitten. Deswegen dürfen die Leute natürlich gerne ausgelassen und laut mitsingen. Dann sind sie vielleicht auf dem Album zu hören .

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