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Angst um Jobs bei RWE-Konzern

Von: Patrick Nowicki
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Die Auswirkungen des Sparprogramms sind noch nicht absehbar. 11.500 Beschäftigte im Rheinischen Revier sind verunsichert, manche fürchten um ihren Job. Foto: stock/Rainer Unkel
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Der Energie-Konzern RWE Power AG entwickelt derzeit ein Sparprogramm. Foto: Archiv

Inden/Köln. Die 11.500 Beschäftigten der RWE Power AG im Rheinischen Revier sind verunsichert, manche fürchten um ihren Job. Der Energie-Konzern entwickelt derzeit ein Sparprogramm, dessen Auswirkungen noch nicht absehbar sind. Nach gesicherten Informationen unserer Zeitung sollen alleine in der Braunkohle 150 Millionen Euro jährlich gespart werden.

Betroffen sind davon auch die Tagebaue Inden, Hambach und Garzweiler II sowie das Kraftwerk Weisweiler. Der Fall der Großhandelspreise für Strom bereitet dem Energie-Konzern Probleme: Mittwoch erzielte eine Megawattstunde an der Leipziger Strombörse 38 Euro. Die RWE-Leitung hatte in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass man deutlich mehr erhalten müsse, um den derzeitigen Kraftwerkspark aufrecht zu erhalten. RWE-Power-Sprecher Lothar Lambertz bestätigte am Mittwoch, dass man sich jede Anlage separat anschaut, um zu entscheiden, wo man Kosten sparen kann. Gasanlagen seien wegen der hohen Kosten kaum noch in Betrieb. Auch Steinkohlekraftwerke haben es derzeit besonders schwer, schwarze Zahlen zu schreiben.

Am Dienstag informierte Dr. Stephan Strunk die Mitarbeiter des Tagebaus Inden über die Entwicklung im Unternehmen. Der Leiter des Tagebaus macht keinen Hehl daraus, dass der Konzern sich alle Stoßrichtungen anschaue. Dies betrifft technische und organisatorische Abläufe gleichermaßen, sagt Strunk. Konkret wird er nicht. Im Tagebau Inden arbeiten derzeit 870 Menschen. Der Großteil habe betroffen auf die schlechten Nachrichten reagiert und kritische Fragen gestellt, schildert er. Dr. Struck arbeitet mit anderen Fachleuten im RWE-Konzern an einem Konzept für die Braunkohletagebaue.

Der Betriebsrat im Tagebau Inden schaut mit Sorgen auf das Einsparprogramm. Wir wissen noch nicht, was konkret auf uns zukommt, meint der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Ralf Reisgen. Mitte August, so hofft er, soll Klarheit herrschen, dann soll auch die Arbeitnehmervertretung stärker eingebunden werden. Genauer: Am 14. August präsentiert der Konzern seine Halbjahreszahlen. Dann müsse klar sein, wo der Rotstift angesetzt wird. Auch Personalabbau kann nicht ausgeschlossen werden. Die Beschäftigungsvereinbahrung, die es dem Unternehmen untersagt, Mitarbeiter betriebsbedingt zu entlassen, läuft Ende 2014 aus. Natürlich ist die Entwicklung nicht erfreulich, aber wir können derzeit noch keine Fragen von Kollegen beantworten, weil wir selbst nicht wissen, was passiert, sagt Reisgen.

An den Braunkohleplänen will der Konzern festhalten. Das bedeutet, dass die Bagger in den Tagebauen in naher Zukunft nicht stillstehen werden. Zu den konkreten Sparansätzen will sich der RWE-Konzern allerdings noch nicht äußern. Es gebe mehrere Überlegungen, aber es sei noch nichts spruchreif, heißt es.

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