Angela Sistermanns erfindet Labels für Kleidungsstücke auf Silikongelbasis

Von: Tobias Röber
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Geht es nach Angela Sistermanns, sind kratzende Etiketten in Kleidungsstücken bald Geschichte. Die Kinzweilerin hat Etiketten aus Silikon erfunden. Foto: Tobias Röber

Eschweiler-Kinzweiler. Am Anfang war der Ärger. Immer und immer wieder regte sich Angela Sistermanns auf und zwar über die Etiketten, neudeutsch auch Label genannt, in Kleidungsstücken. Sie trennte sie heraus – und hatte manchmal Löcher in der Kleidung. Sie riss sie mitunter auch während des Autofahrens heraus.

Dass Etiketten manchmal kratzen, kennt wohl jeder. Angela Sistermanns wollte sich damit nicht abfinden und dachte nach. Ihre Erfindung besteht aus Silikon und ist mittlerweile patentiert. Nun hofft sie, dass ihre Idee auf den Markt gelangt.

Die Idee kam Angela Sistermanns, die seit rund drei Jahren in Kinzweiler wohnt, doch recht spontan. Sie trägt sogenannte Haarextensions, und diese bestehen aus Silikon. Als ein Etikett dann vor einer Weile extrem kratzte, kam ihr die Idee, dass ein Label aus Silikon sich doch sicher besser anfühle.

„Ein bisschen wie Uhu“

Also machte sich Angela Sistermanns, die am gleichen Tag wie Albert Einstein Geburtstag hat, auf die Suche. Zunächst nach Informationen. Sie durchforstete das Internet und blieb schließlich beim Material Silikon hängen. Genauer genommen, bei Silikongel. „Das ist weich, ein bisschen wie Uhu. Außerdem wird es in der Medizin verwendet“, sagt die 45-Jährige. Nun sei es nicht so einfach gewesen, an Silikongel zu kommen. Aber Angela Sistermanns ist erfinderisch. Das war sie nach eigener Aussage schon als Kind. Im Grunde vergeht kaum ein Tag, an dem sie sich nicht irgendetwas einfallen lässt. Oft sind es Kleinigkeiten. Wie neulich. „Ich hatte keine Gardinenstange, da habe ich mir eben etwas gebastelt“, sagt sie, als wäre es das normalste der Welt. Von Freunden hört sie immer wieder einen Satz: „Was haste denn da schon wieder gemacht.“ Und das sei in diesem Fall nicht negativ gemeint.

„Wohlsilk“

Aber zurück zum Silikon. Schuheinlagen sind zum Beispiel aus eben diesem Material. Nur sind die in der Regel etwas zu dick, um in Pullover & Co. eingenäht zu werden. Da kam der Zufall wieder zur Hilfe. Auf einer Aktenmappe entdeckte Angela Sistermanns einen dünnen Streifen aus Silikon.

Aber wie kommt der jetzt ins Kleidungsstück? Die Kinzweilerin testete. Sie versuchte, das Silikon in einen Pullover zu schweißen. Das funktionierte nicht. Dann klebte sie das Silikon in die Kleidung – und es hielt. Auch noch, nachdem sie einen Tag damit unterwegs war und sich „viel bewegt hatte“.

Ihre Familie nahm am Probetragen ebenfalls teil. Sie wusch die Kleidung bei 60 Grad und legte sie gar in kochendes Wasser. Das Silikon hielt. Ihre Idee ist also, die Etiketten in Silikon einzuschließen oder sogar direkt Labels aus Silikon herzustellen, so dass kein Kontakt mehr mit dem eingenähten Kleidungslabel möglich ist.

„Wohlsilk“ nennt die Erfinderin das. Von wohlfühlen und silk als Abkürzung für Silikon.

Das Klingt alles soweit gut. Nur sollte der Prototyp im besten Fall irgendwann (in Kürze) auf dem Markt erscheinen. Angela Sistermanns möchte verständlicherweise gerne damit Geld verdienen. Bislang hat sie lediglich bezahlt. Rund 10.000 Euro. 5000 Euro waren für das Patent fällig, etwas über 4000 Euro gingen an die Erfinderhaus Patentvermarktungs GmbH, die Angela Sistermanns sich für die Zusammenarbeit ausgesucht hat. Hinzu kamen noch Kosten für ihren Patentanwalt.

Die Erfinderhaus Patentvermarktungs GmbH mit Sitz in Berlin wurde 1998 gegründet. Nach eigener Aussage begleitet sie Erfinder mit ihren Ideen über die Recherche bis zur Vermarktung. In den meisten Fällen sei dies erfolgreich, hat Angela Sistermanns von der GmbH gehört. Über 18 Monate läuft die Zusammenarbeit, zehn sind vorüber. Ihre Erfindung wird unter anderem auf den Internetseiten www.patent-net.de und land-der-erfinder.de angepriesen.

Acht Monate verbleiben

Natürlich hofft Sistermanns, dass sich in den verbleibenden acht Monaten etwas tut, sich ein Produzent, Lizenznehmer oder ein Patentkäufer meldet. Falls nicht, will sie nach Ablauf der Zusammenarbeit selbst aktiv werden und etwa Modefirmen anschreiben.

Ist Angela Sistermanns erfolgreich, schlägt sie gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Als selbstständige Handelsvertreterin verdient sie Geld mit ihrer Erfindung, die Etiketten schauen nicht mehr aus der Kleidung heraus, und sie muss sich auch nie wieder über ein Jucken ärgern und etwa während der Autofahrt an ihrer Kleidung herumreißen.

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