André Schweers: „Ich stand, sah und lauschte“

Von: ran
Letzte Aktualisierung:
14006643.jpg
Zeigt foliantähnliche Objekte und führt den Betrachter damit quasi in eine Bibliothek, in der das Wissen der jeweiligen Epoche als Momentaufnahme festgehalten wird: Bildhauer André Schweers präsentiert in der Galerie Art Engert unter dem Titel „Ich stand, sah und lauschte“ eine Auswahl seiner Werke. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Seine Inspiration lautet, den Moment festzuhalten und sich auf die eigene Wahrnehmung zu besinnen. „Ich kreiere Werke in Momenten. Ich sehe etwas, nehme wahr und anschließend findet etwas im Kopf statt“, beschreibt André Schweers den Entstehungsprozess seiner Kunstwerke.

„Im Atelier erfolgt dann die Umsetzung, vielleicht auch die Weiterentwicklung, aus der schließlich die Geschichte, die das Werk erzählt, hervorgeht.“ Eine Auswahl seiner Arbeiten präsentiert der Bildhauer unter dem Titel „Ich stand, sah und lauschte“ seit Sonntag in der Galerie Art Engert. Dabei stehen foliantähnliche Objekte im Blickpunkt, die den Betrachter gedanklich in eine Bibliothek führen sollen, in der Wissen durch Niederschrift, also in einer „Momentaufnahme“, festgehalten wurde und wird.

„Der Titel der Ausstellung hat mich sehr überrascht und mich zu einer intensiven Beschäftigung mit den Werken und ihrer Intention veranlasst“, unterstrich Galeristin Anita Engert, die während der Vernissage am Sonntagnachmittag im Gespräch mit dem Künstler in die Ausstellung einführte.

Ist die Überschrift tatsächlich eine Assoziation zum berühmten Ausspruch „Ich kam, sah und siegte“ („Veni, vidi, vici“), den der römische Feldherr Julius Caesar getan haben soll? „Natürlich nicht“, gab Anita Engert die Antwort. Der Ausstellungstitel beziehe sich vielmehr auf ein Zitat aus einem Buch des 19. Jahrhunderts, in dem eine Reise durch Griechenland beschrieben werde.

Bücher, Reisen, Wissen! Drei Themen, die im Leben von André Schweers eine gewichtige Rolle spielen. „In seiner Werkgruppe ‚Bibliotheca conservata‘, in der seit 2003 etwa 60 Exponate entstanden, schafft der Künstler Bildblöcke, die den Charakter von Schrifttafeln besitzen“, so die Galeristin. André Schweers lasse vor dem geistigen Auge des Betrachters quasi Mönche erscheinen, die Bücher kopieren, Folianten erstellen und somit Wissen konservieren und festhalten.

„Diese Folianten repräsentieren das Volumen des Wissens über Jahrhunderte hinweg, dienen als Speicher und bilden eine Brücke von der Bibliothek im antiken Alexandria bis zu den Clouds unserer Zeit, in der das Wissen immer umfangreicher wird, die Größe der Speicher aber immer mehr abnimmt“, bemerkte Anita Engert.

André Schweers übermittle mit seinen Arbeiten den Betrachtern das Angebot, „am Zeitfluss der Jahrhunderte sowie am Rauschen des Wissens“ teilzuhaben. „Wenn wir es denn wollen und zulassen“, lud die Galeristin ihre Zuhörer zu einer anschließenden nachhaltigen Auseinandersetzung mit den Kunstwerken des Bildhauers ein. Der 1963 in Mülheim an der Ruhr geborene Bildhauer André Schweers stellte bereits im Jahr 2005 erstmals in der Galerie Art Engert in Eschweiler aus.

Die aktuelle Präsentation „Ich stand, sah und lauschte“ ist noch bis einschließlich Sonntag, 9. April, im Ausstellungsraum an der Wilhelmstraße 73g zu sehen. Die Galerie ist geöffnet von dienstags bis freitags zwischen 14 Uhr und 19 Uhr sowie samstags nach Vereinbarung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert