Eschweiler - An der Schranke geht´s nun doch rund

An der Schranke geht´s nun doch rund

Von: Patrick Nowicki
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Entscheidung für den Kreisverkehr am Bahnübergang Röthgener Straße: Ein neues Gutachten bestärkt die Stadtväter in ihrem Beschluss von 2008. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Am Bahnübergang Röthgener Straße wird ein Kreisverkehr gebaut. Diesen Entschluss bekräftigt ein aktuelles Gutachten des Büros Albrecht Consult in Aachen.

Die Verkehrsexperten gaben der Kreisellösung zwar nur die Note „Befriedigend”, aber damit schnitt sie deutlich besser ab als die derzeitige Vorfahrtsregelung oder eine Ampel. Die Stadt hatte ein neues Gutachten in Auftrag gegeben, nachdem die EVS (Euregio-Verkehrsschienennetz GmbH) die Schließzeiten der Schranke wegen des Euregiobahn-Anschlusses an Langerwehe veränderte.

„An dieser Stelle können wir keine supertolle und optimale Lösung bieten”, betont Ronald Mehling, Verkehrsingenieur vom Büro Albrecht Consult. Die Experten untersuchten ausschließlich den Verkehrsfluss in der Zeit, in der der Knoten dort am stärksten belastet ist: von 17 bis 18 Uhr.

„In 23 von 24 Stunden gibt es an dieser Stelle keine Probleme”, erläutert der Technische Beigeordnete Hermann Gödde den Untersuchungszeitraum. Mit genausten Berechnungen - dazu zählt auch der Fall, dass das Gebiet Ringofen komplett bebaut ist - simulierte das Ingenieur-Büro die Verkehrsströme.

Viele Aspekte wurden dabei berücksichtigt. Auch die Feuerwehr wurde eingebunden, schließlich müssen die Retter den Schienen bei einem Einsatz in Eschweilers Norden überqueren. Das letzte Wort in dieser Frage ist noch nicht gesprochen, wie Gödde mitteilt.

Man sucht nach einer Lösung, bei einem akuten Einsatz zumindest die Durchfahrt für den Rettungswagen zu sichern. „Das Horrorszenario, dass ein Einsatzwagen Minuten vor der verschlossenen Schranke warten muss, darf es nicht geben”, so der Technische Beigeordnete.

Die Sicherheit an dem Bahnübergang hat höchste Priorität, was den Kreisverkehr zu sinnvollsten Lösung macht. Zumal die Verlkehrsexperten eine Ergänzung vorschlagen: eine Bedarfsampel im Kreisverkehr, die die Fahrzeuge stoppt, kurz bevor die Schranke sich senkt. So sind die Schienen garantiert frei und auch der Rettungswagen kann in die Talstraße gelangen, ohne im Stau zu stehen.

Den Entschluss, dort einen Kreisverkehr zu bauen, fassten die Kommunalpolitiker schon vor zwei Jahren. Dem schloss sich ein komplizierter Grundstückstausch an, um den Knoten größer zu gestalten.

Da sich jedoch die Schließzeiten jedoch Mitte 2008 änderten, wurde der Ausbau zunächst gestoppt, bis das neue Gutachten vorliegt. „Wir haben dadurch aber keine Zeit bei der Baumaßnahme Röthgener Straße verloren”, beschwichtigt Gödde. Die Situation am Bahnübergang sollte ohnehin erst im letzten Schritt angepackt werden.

„Wir sind froh, dass sich unsere damalige Entscheidung als vernünftig erweist”, atmet SPD-Chef Leo Gehlen durch. Wohl wissend, dass die lange Diskussion und vor allem der Grundstückstausch ihre Spuren hinterlassen haben. Auch Anwohner in Röthgen hatten sich zuletzt kritisch über die Pläne der Stadt geäußert. Der Beschluss von 2008 behält aber nun seine Gültigkeit.

Die Verkehrsexperten geben dem Kreisverkehr, in dem sich eine Ampel befindet, die Note 2,7, also „Befriedigend”. Die Vorfahrtregelung wie bisher erhielt lediglich eine 3,4. Nur unwesentlich besser, nämlich mit 3,3, schnitt eine Ampel an der Stelle ab. „Es gibt sicherlich Hunderte solcher Knotenpunkte in Deutschland”, verweist Ronald Mehling darauf, dass zudem schon Erfahrungswerte vorliegen.

Nach dem derzeitigen Stand wird der neue Kreisverkehr, der auch die zweitgünstigste Variante ist, im nächsten Sommer offiziell seiner Bestimmung übergeben. Wie der Verkehr während der Bauzeit geregelt wird, wollen die Stadtväter noch bekanntgeben.
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