An den Ostertagen läuft der Zähler heiß

Von: Benjamin Jansen
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Eschweiler. Intelligent investieren - diesen Slogan hat sich Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram auf die Fahne geschrieben, als er 2006 damit begonnen hat, auf erneuerbare Energien zu setzen.

Der Erfolg lässt sich leicht anhand der Zahlen ablesen: Mehr als 10.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren die Solarmodule, die auf einer 84,6 Quadratmeter großen Fläche auf dem Rathausdach angebracht sind. An den sonnigen Ostertagen am vergangenen Wochenende waren es täglich sogar 60 Kilowattstunden Strom.

Doch genau diese Zahlen, die den Erfolg in Sachen Stromgewinnung messbar machen, waren für die Eschweiler nicht ablesbar. Bis Mitte März. Seitdem hängt im Foyer des Rathauses eine Anzeigetafel, die über die Leistung der Photovoltaik-Anlage informiert.

„Wir wollen den Bürgern vor Augen führen, wie viel Strom die Stadt durch die Photovoltaik-Anlage spart”, sagt Bertram. „In zehn bis 15 Jahren werden wir schwarze Zahlen schreiben - abhängig vom Energiepreis.” Gleichzeitig, so rechnet der Bürgermeister vor, werden 9163 Kilogramm Kohlendioxid eingespart, da man im Bereich Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehen will. Ein wichtiger Beitrag - wenn man bedenkt, dass das Kraftwerk Weisweiler jährlich rund 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstößt.

Für eine halbe Millionen Euro sollen demnächst auch die Lampen im Rathaus saniert werden - eine neuerliche Investition, die den Haushalt belastet. „Manchmal muss man Zukunftsinvestitionen tätigen, die uns im Moment mehr kosten, aber langfristig Betriebskosten einsparen”, sagt Bertram. „Hätten wir diesen Schritt nicht gewagt, würden uns die Stromkosten heute um die Ohren fliegen.”

Gespart werden soll aber nicht nur im Rathaus, sondern auch auf Eschweilers Straßen: Im Planungs- und Umweltausschuss im Mai will die Stadt Pläne vorlegen, wie der Austausch von „energiefressenden” Laternen gegen stromsparendere Modelle finanziell gestemmt wird. Erste „Sparanlagen” sollen dann im zweiten Halbjahr am Eschweiler Hauptbahnhof zum Einsatz kommen. Dort gilt vor allem das Credo: weniger Stromverbrauch, mehr Helligkeit.

Auf der Sporthalle Eichendorfstraße, dem neuen Feuerwehrgerätehaus in Weisweiler und dem Rathaus sind bereits Photovoltaik-Analgen installiert, im Städtischen Gymnasium und der KGS Bergrath weitere geplant. Zudem soll das Sportheim Weisweiler, wie schon zuvor das Sportheim Bergrath, das Sportheim St. Jöris. die Sporthalle Kaisertraße, das Freibad Dürwiß und die Gesamtschule, zur Solarenergiegewinnung beitragen. In der Willi-Fährmann-Schule wird zudem auf Luftwärmepumpen gesetzt.

Stolz ist die Stadt vor allem auf „das Vorzeigeprojekt Eschweiler-Ost”. In drei Abschnitten wurden an der Maas- und an der Weserstraße 150 städtische Wohnungen in 23 Häusern saniert. Auf drei Dächern wurden Photovoltaik-Anlagen angebracht, die Wohnungen werden durch Erdwärmepumpen beheizt. „Natürlich ist das keine Heizung zum Nulltarif”, betont Bertram. „Durch die Erdwärme kommen auf die Mieter aber definitiv keine Nachzahlungen zu.” Finanziert werden die Stromspar- und Sanierungsmaßnahmen - die von der Energie- und Wasserversorgung GmbH gefördert werden - durch Kredite, deren Tilgung durch Förderprogramme moderat sei, wie der Bürgermeister betont. Nach wie vor auf der Agenda steht ein Solarpark, der auf dem ungenutzten Teil des Bezirksfriedhofs bei St. Jöris angedacht ist.

„Kein Riesenkraftwerk”

„Die Photovoltaik-Anlage auf dem Rathausdach ist zwar kein Riesenkraftwerk. Die Kommune hat aber eine Vorbildfunktion und der wollen wir nachkommen”, erklärt Bertram. Deshalb wird Eschweiler auch in Zukunft auf erneuerbare Energien setzen - und seit März können sich die Eschweiler auch ein konkretes Bild machen, wie viel Strom man sparen kann: auf der Anzeigetafel im Rathaus-Foyer.
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