An 140 Stellen: Geschwindigkeitsmessung wird intensiviert

Von: Patrick Nowicki
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Drei Starenkästen befinden sich in Eschweiler: In der Städteregion steigen die Fallzahlen. Foto: dpa/Archiv 2011

Eschweiler. Autofahrer, die regelmäßig im Norden der Stadt unterwegs sind, wissen, wo die Starenkästen am Straßenrand stehen. Die Städteregion betreibt noch drei Stationen zur Geschwindigkeitsmessung in Eschweiler. Eine befindet sich an der Jülicher Straße in Höhe der Hausnummer 77, eine vor der Mülldeponie auf der Landesstraße 240 und eine weitere an der Mariadorfer Straße in Höhe der Einmündung Wardener Straße.

Wie oft sie blitzen, ist nicht bekannt. Die Städteregion meldet keine konkreten Zahlen für diese drei Stationen. Nur so viel: Städteregionsweit steigen sie.

Wer diese drei Punkte kennt, kann sich als Autofahrer jedoch nicht sicher sein, nicht an anderer Stelle dennoch geblitzt zu werden. „Darüber hinaus gibt es in Eschweiler 140 Standorte für mobile Messeinheiten zur Geschwindigkeitsüberwachung“, teilt Robert Flader von der Städteregion Aachen mit. 47 Starenkästen bestehen insgesamt in der Städteregion, die wechselnd mit 15 stationären Einschüben ausgestattet werden. Dabei handelt es sich um Frontkameras vom Typ Traffipax Traffiphot S. Dies sind Radaranlagen mit Piezosensorik. „Die aktuell verfügbaren stationären Einschübe werden entsprechend der Gefährdungslage an wechselnden Standorten eingesetzt“, sagt Flader.

Auch die Polizei kontrolliert regelmäßig die Geschwindigkeit der Fahrzeuge in Eschweiler. 65 Mal waren die Ordnungshüter im vergangenen Jahr mit dem Radarwagen vor Ort. Dabei stellten sie 1275 Verstöße fest. 21 Mal setzte die Polizei ein Standmessgerät ein und registrierten dabei 690 Verstöße. Eine klare Entwicklung für die einzelnen Städte kann die Polizei nicht ausmachen. „Die Tendenzen in den Kommunen der Städteregion schwanken“, berichtet Polizeisprecher Paul Kemen. Er bestätigt allerdings, dass die Verstöße in der Summe in der Städteregion zunehmen.

Dies unterstreicht auch die Statistik der Städteregion, die alleine im vergangenen Jahr etwa 4,65 Millionen Euro aus Bußgeldern und Verwarnungen einnahm. Noch zwei Jahre zuvor betrug die Summe 4,36 Millionen Euro.

In dieser Zeitspanne hat sich der Bußgeldkatalog nicht verändert. Man muss allerdings berücksichtigen, dass auch die Zahl der überprüften Fahrzeuge wuchs: Von 21,2 Millionen in 2014 auf insgesamt 23,17 Millionen im vergangenen Jahr. Dies führte dazu, dass im Jahr 2014 insgesamt 199708 verfolgbare Ordnungswidrigkeiten festgestellt wurden, wohingegen zwei Jahre später 205056 solcher Delikte verbucht wurden. Setzt man diese Zahlen allerdings in Relation zu den überprüften Fahrzeugen, dann kommt man zu dem Ergebnis, dass die relative Zahl der Temposünder abnimmt.

Blitze es 2014 bei 0,94 Prozent der Fahrzeuge, waren es in 2016 etwa 0,88 Prozent. Im vergangenen Jahr führte dies in 10027 Fällen (2014: 9679) zu einem Bußgeldverfahren. Die anderen Fälle führten zu Verwarnungsgeldern.

Wenn die Straßen glatter werden, halten sich die Raser zurück. „Grundsätzlich ist die Zahl festgestellter Verstöße während der Sommermonate, also von April bis Ende September, insgesamt höher als während der Wintermonate“, sagt Robert Flader von der Städteregion Aachen. Er führt dies auch auf die Witterungsverhältnisse zurück. Die wenigsten Verstöße würden in der Regel im Februar und im Dezember festgestellt.

Dass überhaupt geblitzt wird, ist auf eine Entwicklung zurückzuführen, die im Jahr 1956, also vor 60 Jahren Serienreife entwickelte: Bei der Polizeimesse in Essen wurde damals das erste Verkehrsradargerät vorgestellt.

Drei Jahre später nutzte die Polizei erstmals in Deutschland ein mobiles Radargerät zur Geschwindigkeitskontrolle. Erfindungen wie die Laserpistole, das Laserfernglas, das Lichtschrankenmessgerät und die Videokamera im Polizeiauto kamen später dazu.

In Eschweiler ist die Kommune nur für den ruhenden Verkehr zuständig. Um die Temposünder kümmern sich die Städteregion und die Polizei. Allerdings profitiert die Stadt Eschweiler von den Bußgeld- und Verwarnungsgeldeinnahmen der Städteregion.

Die 4,65 Millionen Euro fließen schließlich in den Etat der Städteregion des vergangenen Jahres und senken damit das Defizit.

Dies macht sich letztlich auch bei der von der Stadt Eschweiler zu zahlenden Umlage bemerkbar.

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