Ambrosius Claudius Äezebär wird der Prozess gemacht

Von: ran
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Unhold oder Freudenstifter? Ambrosius Claudius Äezebär musste jedenfalls für seine (Un-)Taten der jüngsten Vergangenheit teuer bezahlen. Prinz Ralf II. verkündete schweren Herzens das Urteil und schritt unverzüglich zur Vollstreckung. Foto: Andreas Röchter

Weisweiler. War er tatsächlich ein Unhold und Unruhestifter? Oder nicht doch vielmehr ein Wohltäter, der den Menschen der Indestadt in den zurückliegenden Wochen zahlreiche freudvolle Stunden beschert hatte? Die Meinungen über die Taten von Ambrosius Claudius Äezebär gingen auch am Dienstagnachmittag weit auseinander.

Unter großer lokalpatriotischer Anteilnahme der Bevölkerung wurde dem Angeklagten unter freiem Himmel der Prozess gemacht, während dem sich Ankläger Daniel Reinartz und Verteidiger Sven Römer ein emotionales Wortgefecht lieferten, das Prinz Ralf II. in den größtmöglichen Gewissenskonflikt stürzte. Doch nach eingehender Beratung mit seinem Zeremonienmeister Georg verkündete seine Tollität schwersten Herzens und mit nahezu erstickter Stimme das folgenschwere und drastische Urteil: „Tod durch Verbrennen!“ Die Tage von Ambrosius Claudius Äezebär sind also gezählt! Nur Augenblicke nach der Urteilsverkündung ging der Delinquent in Flammen auf.

Mit geschickt gewählten Worten hatte Sven Römer das drohende Unheil für seinen Mandanten noch abzuwenden versucht: „Durch das Wirken von Ambrosius Claudius Äezebär haben die Menschen während einer kolossalen Proklamation sowie bei zahlreichen Sitzungen, Bällen und Umzügen eine wunderschöne Zeit erlebt. Überall herrschte Herzlichkeit und unbändige Fröhlichkeit. Diese überschwängliche Freude, dieses herzliche Miteinander soll nun gesühnt werden?“, lautete die ungläubige Frage des Verteidigers, der die Geschworenen zur Vernunft ermahnte.

Vergeblich, denn Ankläger Daniel Reinartz hatte zuvor schwerste verbale Geschütze auffahren lassen. Der Übeltäter habe die Menschen in den zurückliegenden Tagen mit dem „Virus carnevalis“ infiziert und diese so in einen tagelangen schädlichen Rauschzustand versetzt. „Der Unhold ist dafür verantwortlich, dass die Menschen in Weisweiler, den umliegenden Stadtteilen und in Eschweiler selbst zu haltlosem Feiern animiert wurden und ihre Häuser in blau-weißen Farben schmückten, während die Arbeit vollständig zum Erliegen kam“, konnte der Staatsanwalt nur schwierig zu widerlegende Argumente ins Feld führen.

Dem verbalen Schlagabtausch folgte die eindringliche Beratung zwischen Narrenherrscher Ralf II. und Zeremonienmeister Georg. Doch letztlich führte kein Weg daran vorbei. Die Tollität sprach Ambrosius Claudius Äezebär in allen Anklagepunkten schuldig und schritt unverzüglich selbst zur Vollstreckung!

Im Vorfeld des Prozesses hatten die Jecken der KG Lätitia Blaue-Funken-Artillerie Weisweiler „ihrem“ Narrenherrscher beziehungsweise dem Angeklagten, der seine verwandtschaftlich engen Beziehungen zu allen Lätitianern niemals leugnete, noch einmal einen stimmungsvollen Rundgang durch seine Heimat gewährt.

Allerdings musste die Bevölkerung bereits während des musikalisch untermalten Umzugs in ausgesprochen ernste Minen der Elferratsmitglieder blicken, die, in dunkle Anzüge gewandet und mit Petersilie in den Händen, den Schluss der Prozession bildeten. Genau wie die Fastelovendsjecken, die in großer Zahl den Straßenrand säumten, um von dem Abschied zu nehmen, der ihnen in der jüngsten Vergangenheit unvergessliche Stunden bereitet hatte, schienen sie um das Leben von Ambrosius Claudius Äezebär zu fürchten. Zu Recht, wie der weitere Verlauf des Nachmittags unter Beweis stellte.

Doch bei aller berechtigten Trauer gibt es weitaus mehr als nur einen Hoffnungsschimmer für die nach wie vor unzähligen Sympathisanten des Freudenstifters: Gerüchten zufolge soll bereits ein Namensvetter aus der erstaunlichen Sippe der Äezebären in den Startlöchern stehen, der in gerade einmal achteinhalb Monaten die Wohltaten seiner Vorfahren fortsetzen möchte.

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