Am Latzedahl wird wieder gewandert

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Im Hintergrund die Autobahn, im Vordergrund vergnügte Mitglieder des Geschichtsvereins: auf dem Latzedahl-Weg in Röhe kann wieder gewandert werden. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler-Röhe. Ein vor 20 Jahren aufgegebener Wiesenweg von Röhe hinunter nach Eschweiler wurde jetzt wieder hergestellt. Federführend war dabei der Arbeitskreis Röhe des Eschweiler Geschichtsvereins. Zur Eröffnungswanderung kamen am Samstag fast 30 Teilnehmer.

Kurz bevor die Nickelstraße in Röhe unter der Autobahn hindurch führt, zweigt rechts ein Weg ab. Er führt zum Latzedahl. So nennen die Röher den kleinen Abhang, an dem früher im Winter gerodelt wurde. Vor 20 Jahren war dieser Weg noch als Wanderweg gekennzeichnet. Dann wurde er aufgegeben und wucherte immer mehr zu, wurde zu einer undurchdringlichen Wallhecke aus Bäumen, Weißdornbüschen und stacheligen Brombeerranken. Der Weg endet im Tal auf der Rue de Wattrelos, gleich hinter dem Parkplatz des Schnellrestaurants McDonalds.

Als die Röher Mitglieder des Geschichtsvereins im August 2015 ihren Röher Rundwanderweg vorstellten, kam die Idee auf, den Latzedahl-Weg in den Wandervorschlag einzubeziehen, als idyllische Abkürzung. „Christel Kuth war die Ideengeberin“, berichtete am Samstag Klaus Fehr, Leiter des Arbeitskreises Stadtteilforschung Röhe, und zählte dann auch gleich auf, wer alles mitgemacht hat, um aus dem Dickicht wieder einen Wanderweg zu machen: das Umweltamt der Stadt, die Leitung der McDonalds-Filiale, über deren Parkplatz man nun wandern darf, Reiner Leusch vom Naturschutzbund NABU, viele Mitglieder des Arbeitskreises natürlich. Und Sven Rehfisch, Vorstandssprecher der Raiffeisenbank. Denn ohne finanzielle Hilfe der Bank wäre es nicht möglich gewesen, den Weg wiederherzustellen. Dazu musste eine Fachfirma ran.

Bei strahlendem Sonnenschein wanderten die Mitglieder des Geschichtsvereins und ihre Gäste von der Röher Kirche aus zunächst Richtung Ellerberg und Kupfermühlenkamp, dann ging es von der Kreuzung Aachener Straße auf dem alten und nun erneuerten Latzedahl-Weg wieder hinauf zur Nickelstraße. Dieter Spiertz informierte zwischendurch über Details aus der Röher Geschichte.

Dass der Latzedahl-Weg bereits von der Bevölkerung gern genutzt wird, ließ sich allein schon an der Zahl der Hundehäufchen links und rechts erkennen.

Ein Film von 1970

Die Wanderung endete in der Gastwirtschaft Zum Hirsch, wo Wirtin Kathi Winzen, die seit 20 Jahren diese Wirtschaft betreibt, Brötchen und Getränke spendierte. Dann wurde es mucksmäuschenstill. Denn auf einer Leinwand flimmerte, als digitalisierter Super-8-Film, die Stadt Eschweiler, wie sie vor bald 50 Jahren ausgesehen hat.

Albert Krings hat damals, Anfang der 70er Jahre, die Indestadt und ihre Stadtteile gefilmt: Das Markttreiben und den Karneval, frisch entstandene Neubauten wie die Gutenberg-Siedlung und alte Straßenzeilen, die bald darauf abgerissen wurden. Für die alt eingesessenen Eschweiler war es eine Zeitreise: Das Apollo-Kino! Die Frittenbude Bündgen! Die Schule an der Glocke! Die Judenstraße! Eine halbe Stunde lang führte Albert Krings die Zuschauer im Saal des Hirsch durch die Stadt Eschweiler.

„Diesen Film müssen wir irgendwie öffentlich machen“, meinte anschließend Klaus Fehr. „Der darf nicht in der Schublade liegen bleiben.“

Zwar gebe es viele Fotos von alten Straßenzügen. Aber wenn man diese Straßen so lebendig sehe, das sei noch einmal etwas ganz Besonderes.

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